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Baum-Unglück von Weißenohe
Ursache steht fest - Getroffener Junge verstorben
Umstürzender Baum trifft Familie: 8-jähriges Kind verstorbenForchheim & Fränkische Schweiz
Zu einem tragischen Unglück kam es am Donnerstag (08.06.2023) in Weißenohe (Lkr. Forchheim). Ein Baum stürzte nach ersten Informationen auf eine Mutter und ihre zwei Kinder. // NEWS5 / Grundmann (NEWS5)
Bi dem Unglücksbaum handelt es sich um eine abgestorbene Esche.Forchheim & Fränkische Schweiz
Bei dem Unglücksbaum handelt es sich um eine abgestorbene Esche. Sie war ersten Erkenntnissen zufolge von einem Pilz befallen. // Petra Malbrich
Infolge einer Windböe wurde eine Familie von einem schweren Ast getroffen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Infolge einer Windböe wurde eine Familie von einem schweren Ast getroffen. // News5
Infolge einer Windböe wurde eine Familie von einem schweren Ast getroffen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Infolge einer Windböe wurde eine Familie von einem schweren Ast getroffen. // News5
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Dorfhaus – Ein Baum in Dorfhaus bei Weißenohe hat einen Achtjährigen erschlagen und seine kleine Schwester schwer verletzt. Jetzt wird klar, dass der Baum von einem Pilz befallen war.

Zwei Kinder und deren Mutter sind an Fronleichnam bei einer Wanderung aus Richtung Sinterstufen von einem herabstürzenden Baum getroffen worden. Trotz sofortiger Reanimierung durch zwei zufällig anwesende Mediziner und des Transports per Hubschrauber in eine Klinik erlag der achtjährige Junge seinen schweren Verletzungen, wie das Polizeipräsidium Oberfranken am Freitagmittag mitteilte.

Seine vierjährige Schwester befindet sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Sie verbleibt zusammen mit ihrer Mutter zur weiteren Behandlung in der Klinik.

Kriminalpolizei ermittelt

Die Kriminalpolizei Bamberg hat die Ermittlungen übernommen. Die Ermittler erhalten Unterstützung von Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts. Entgegen gestriger Meldungen wird noch geprüft, ob ein Zusammenhang mit dem Unwetter besteht, wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken weiter mitteilte.

Zunächst hieß es von dort, eine heftige Windböe habe an Fronleichnam einen morschen Baum an der Baumreihe entlang des Wanderwegs zu den Sinterstufen zum Einsturz gebracht. Ein achtjähriger Junge und seine vierjährige Schwester waren davon schwer verletzt worden, die Mutter wurde ebenfalls verletzt.

Infolge einer Windböe wurde eine Familie von einem schweren Ast getroffen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Infolge einer Windböe wurde eine Familie von einem schweren Ast getroffen. // News5

Glücklicherweise haben sich zum Unglückszeitpunkt zwei Mediziner vor Ort aufgehalten und konnten Ersthilfe leisten. Die beiden Kinder mussten reanimiert und für den Weitertransport ins Krankenhaus stabilisiert werden, ehe er ins Krankenhaus geflogen wurde.

Die Situation in Dorfhaus

Am Tag nach dem Unglück ist es ruhig in Dorfhaus. Das Entsetzen über das Geschehen beherrscht die Gedanken der wenigen Dorfbewohner.

Ein paar Leute wandern, einige holen sich in der „Milchtankstelle“ eine Milch. Davor stehen Ruhebänke. Drei Rastbänke stehen auch direkt vor der Baumreihe, aus der der morsche Stamm durch die Windböe abgeknickt wurde. Der zwölf Meter lange Stumpf liegt noch am Boden, am Wegrand. Auch andere morsche Äste finden sich dort.

Am Tag nach dem Unglück sind die Ruhebänge verwaist.Forchheim & Fränkische Schweiz
Am Tag nach dem Unglück sind die Ruhebänke verwaist. // Petra Malbrich

Die Gräfenberger Feuerwehr war am Unfalltag mit dem Katastrophenlastwagen des Landkreises angerückt und hatte weitere potenziell gefährliche Äste abgesägt. Ein Privatwaldbesitzer ist da. „Auch wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, sagt er.

Um ein Beispiel zu geben, deutet er auf eine andere Baumreihe, direkt am Bach. Auch dort gibt es kahle Äste. Ob sie schon morsch sind?

Mit der Trockenheit oder den Hitzeperioden habe das nichts zu tun. „Es ist das Eschentriebsterben“, erklärt der Waldbesitzer die Ursache, warum Bäume, direkt am Wasser stehend, absterben und morsch werden können.

Mitleid für die Familie

Eine abgestorbene Esche war auch der Unglücksbaum, der zu dem tragischen Unfall führte, der dem Jungen das Leben kostete. „Das ist eine riesige Katastrophe, das ist furchtbar“, sagt Henry Preuß, der zuständige Amtsförster, dessen Mitleid der Familie gilt.

Tatsächlich sei das Eschentriebsterben Grund dafür, dass Bäume bereits durch geringe Krafteinwirkung einfach abknicken können.

Was mit Eschentriebsterben gemeint ist, erklärt Preuß ebenfalls. Es handle sich dabei um das „falsche weiße Stängelbecherchen“, einen Pilz, der die Esche über die Wurzeln befällt.

Er sorgt dafür, dass die Äste braun und die Blätter welk werden und dann abfallen, bis die Esche komplett entlaubt ist. Im Vorstadium sieht der Betrachter welke Blätter und Äste, die Blätter verlieren. „Der Baum sieht krank aus“, sagt Preuß.

Hier brach der schwere Ast ab.Forchheim & Fränkische Schweiz
Hier brach der schwere Ast ab. // Petra Malbrich

Damit nicht genug: Wenn ein Baum vorgeschädigt ist, erleidet er einen Folgebefall mit dem Hallimasch. Das ist ebenfalls ein Pilz, und zwar einer, der omnipräsent ist. „Durch die Vorschädigung erkennt der Hallimasch seine Chance, zuzuschlagen“, so Preuß. „Er zersetzt die Wurzel. Dann genügt das Einwirken von geringen Kräften, um den Baum zum Umfallen zu bringen.“

Erst im Juli vergangenen Jahres wurde ein Wanderer im Todsfeldtal bei Thuisbrunn von einem herabstürzenden Ast tödlich verletzt. Auch damals war das Eschentriebsterben der Auslöser für den Unfall.

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