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Aprilscherz
Rätselhafter Ortsschildtausch zwischen Franken und Thüringen
Ein Rätselhafter Ortsschildtausch beschäftigt die Polizei in Franken und in Thüringen
Ein Rätselhafter Ortsschildtausch beschäftigt die Polizei in Franken und in Thüringen // Thomas Weichert
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Gößweinstein/Sonneberg – Der größte Osterbrunnen der Welt steht jetzt nicht mehr in der Fränkischen Schweiz, sondern in Thüringen. Denn mehrere Ortsschilder wurden offenbar im Rahmen eines Aprilscherzes ausgetauscht.

So mancher mag sich die Augen gerieben haben, als er an den Osterfeiertagen in den Gemeinden Egloffstein und Gößweinstein im Landkreis Forchheim unterwegs war: Der größte Osterbrunnen der Welt steht nun nicht mehr in Bieberbach in der Gemeinde Egloffstein, sondern in dem kleinem Dorf Blechhammer zwischen Haselbach und Sonneberg in Thüringen im Steinachtal. Jedenfalls wenn man dem Ortsschild glauben kann. Wer noch am Dienstagnachmittag von Affalterthal kommend nach Bieberbach einfuhr, wurde jedenfalls von der gelben Ortstafel in Blechhammer willkommen geheißen. Und in umgekehrter Richtung sind es dann noch fünf Kilometer bis Sonneberg. Behauptet das Schild.

Welches Schild gehört wo hin?

Dem aber nicht genug, wie Rainer Sebald von der Polizeiinspektion Ebermannstadt dem Fränkischen Tag auf Anfrage berichtet: Es fehlen demnach auch die Ortsschilder von Ühleinshof oder Hardt (Gößweinstein). In Blechhammer hängt nun ein Wichsensteiner Ortsschild, in Blechhammer selbst fehlen zwei Blechhammer-Ortsschilder. Oder so ähnlich. „Insgesamt fehlen bei uns nun drei Schilder“, berichtet Sebald. Dass auch das Ortsschild von Bieberbach ausgetauscht wurde, wusste die Polizei Ebermannstadt bei unserem Anruf noch nicht.

Auch in Sonneberg ermittelt die Polizei seit Ostermontag wegen dort fehlender Ortsschilder und falsch aufgetauchter Ortsschilder aus der Fränkischen Schweiz. Sebalds Kollege Ralf Boden von der Polizei in Sonneberg machte sich am Dienstag mit seinem Motorrad auf den Weg nach Ebermannstadt. Die beiden Beamten ermitteln nun länderübergreifend.

Hochbetrieb am Osterbrunnen von Bieberbach

Immerhin liegen zwischen den betroffenen Orten etwa 90 Kilometer. „Ob es ein Aprilscherz war ?“ Da es sich um Originalortsschilder handelt, liegt laut Polizei – Aprilscherz hin oder her – eine strafbare Handlung vor. Die Polizei geht auch nicht von einem Einzeltäter aus. Von der Stadtverwaltung in Sonnenberg wird telefonisch bestätigt, dass mindestens ein Ortsschild von Blechhammer abgängig ist. Mehr war am Dienstagnachmittag aus der Sonneberger Stadtverwaltung, die pünktlich um 16 Uhr Feierabend macht, nicht mehr zu erfahren.

Am Bieberbacher Osterbrunnen herrscht auch am Dienstagnachmittag Hochbetrieb. Der Heimatverein „Club 22“ verkauft Bieberbacher „Ostertropfen", Ansichtskarten und Bratwürste. Wir fragen vor Ort nach. Zwei ältere Damen berichten, dass das Bieberbacher Ortsschild in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag ausgetauscht worden sein muss. Reinhard Dennerlein hielt das Ganze zunächst für einen Scherz, der schon im Internet kursiert. „Ich dachte erst, das ist eine Fotomontage und jemand will sich einen Aprilscherz damit machen“, sagt Dennerlein.

Ermittlungen in alle Richtungen

In Bieberbach selbst sei davon weiter nichts bekannt. Man wisse nicht, wer hinter der Aktion der vertauschen Ortsschilder stecken könnte, so Dennerlein. Für Sebald und seinen Thüringer Polizeikollegen steht jedenfalls fest, dass der oder die Täter einen Bezug zur Fränkischen Schweiz oder umgekehrt zu Sonneberg haben müssen. Man ermittle nach allen Richtungen. 

Erst im letzten Jahr beschäftigten gestohlene Ortsschilder in Franken monatelang die Polizei. Die Spur führte damals in den mittelfränkischen Landkreis ERH.

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