Zahlreiche Einsatzkräfte, dutzende evakuierte Bewohner und eine gesperrte Bahnlinie: Eine solche Nacht hat Pinzberg wohl noch nie erlebt. In der Nacht auf Samstag sorgte ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg für einen Großeinsatz.
Wie die Polizei mitteilt, sind Zeugen bei Feldarbeiten am Freitagabend auf eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen.
Sprengkommando aus Mittelfranken rückt nach Pinzberg aus
Der Finder der rund 40 Zentimeter großen Panzergranate verständigte gegen 19.15 Uhr den Notruf. Einsatzkräfte der Forchheimer Polizei nahmen daraufhin den mutmaßlichen Sprengkörper auf einem Acker bei Pinzberg in Augenschein und kontaktierten das Sprengkommando.
Die Spezialisten aus Mittelfranken bestätigten den Verdacht und äußerten bereits aufgrund eines übersandten Bildes, dass die Granate nicht einfach abtransportiert werden könne. Es sei nur eine kontrollierte Sprengung vor Ort möglich. Diese soll dann erfolgen, sobald alle Personen im Umkreis von 200 Metern um den Fundort diesen verlassen haben.
32 Bewohner aus Pinzberg müssen evakuiert werden
Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Kräfte des Technischen Hilfswerks sorgten den Angaben der Behörden zufolge daraufhin mit einer Vielzahl an Kräften dafür, dass insgesamt 32 Personen im betroffenen Radius informiert und evakuiert wurden. Sie fanden im Feuerwehrhaus in Pinzberg Unterschlupf oder gingen zu Bekannten, Familienangehörigen oder besuchten kurzerhand das derzeit stattfindende Schützenfest in der Gemeinde.
Die Spezialisten des Sprengkommandos konnten die Panzergranate um Mitternacht auf dem Acker sprengen. Die Überreste werden fachgerecht abtransportiert. Die Bewohner konnten noch in der Nacht in ihre Häuser zurückkehren, auch das zwischenzeitlich gesperrte Teilstück der Bahnlinie zwischen Forchheim und Ebermannstadt ist wieder befahrbar.
Wie Elisabeth Simmerlein die Aktion erlebt hat
Auch Pinzbergs Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein (Freie Wähler) bleibt diese Nacht in Erinnerung. „So etwas habe ich hier noch nicht erlebt“, erzählt sie am Samstagmorgen am Telefon. Aber sie sei froh, dass niemand verletzt worden ist und die Sprengung gut funktioniert habe.
Und nun? „Der Alltag geht weiter“, sagt sie. Und lacht. Nun lägen die Gedanken wieder auf dem Schützenfest.















