Der Pausengong ertönt. Aus allen Richtungen laufen die Schüler und Lehrer der Gräfenberger Realschule brav mit Maske im Gesicht in die Aula. Letzte Woche wäre das noch selbstverständlich gewesen. Doch mittlerweile gibt es keine Maskenpflicht mehr. Trotzdem verhalten sich die Schüler der weiterführenden Schulen im Landkreis Forchheim wie zuvor.
„Mir ist heute noch niemand ohne Maske begegnet“, sagt Bruno Kuntke, der Schulleiter des Herder Gymnasiums in Forchheim. Das bestätigt sein Kollege Siegfried Reck am Fränkischen Schweiz Gymnasium in Ebermannstadt. „Es waren nur ein bis zwei Schüler, die keine Maske aufhatten“, sagt Reck. „Die Masken geben Schutz, es ist sicherer mit den Masken. Das sehen viele Schüler so“, sagt Reck.
Gleiche Bilanz in den ersten vier Stunden
Auch in der Realschule kann nach den ersten vier Unterrichtsstunden diese Bilanz gezogen werden. „Bei vielen Schülern möchten die Eltern, dass die Maske aufgesetzt wird, viele Schüler möchten aber auch ohne Ansteckung in die Osterferien starten“, sagt Sven Oldenburg, der stellvertretende Konrektor der Realschule in Gräfenberg. Auch er lässt die Maske aus diesem Grund auf.
Zudem: „Die Einschränkung eine Maske zu tragen, ist nicht so groß, dass man sie nicht noch fünf weitere Tage tragen kann“, erklärt Kuntke. An die Masken haben sich alle gewöhnt. „Die Schüler, die mit dem Bus fahren, haben die Maske ohnehin dabei“, erklärt Reck. Im öffentlichen Nahverkehr ist die Maske noch verpflichtend. Gesund in die Osterferien zu starten, ist ein Grund.
Quarantäne soll vermieden werden
Für die Schüler gibt es mehr Gründe. „Wir haben uns an die Maßnahmen gewöhnt und die Angst, sich zu infizieren, ist immer noch da“, sagt Niclas Regn, der erste Schülersprecher. Mit der Infektion geht es dann in Quarantäne. Das wollen die Schüler vermeiden, weiß Jürgen Kemeth, der Konrektor an der Realschule in Gräfenberg. Momentan sei die Inzidenz noch hoch.
„Selbst im Sportunterricht haben manche die Maske noch getragen“, sagt Serhart Sagol, der dritte Schülersprecher. In seiner Klasse haben mehr Schüler die Maske abgenommen. Nur auf den Fluren und in der Aula, wo viele Schüler aufeinandertreffen, setzen sie die Maske auf. „Wir haben in jedem Raum einen Lüftungsschrank, fest verbaut. Die Luft wird regelmäßig ausgetauscht. Zudem haben wir in jedem Klassenzimmer einen Luftreiniger mit Hepa-Filter, was auch Viren filtert. Deshalb könnte man die Maske eigentlich abnehmen“, sagt Kemeth.
Trotzdem sind es im Schnitt nur ein bis zwei Schüler in den Klassenzimmern, die keine Maske aufhaben. „Wir fühlen uns sicherer mit den Masken“, sagt Julia Brunner, die zweite Schülersprecherin in der Gräfenberger Realschule. Nur wenn die Kopfschmerzen, die Ute Fleischmann manchmal bekommt, zu stark werden, würde sie die Maske abnehmen, gesteht die Zehntklässlerin. „Ich hatte Corona und will es nicht nochmal haben“, sagt Fleischmann.
„Sie stört nicht wirklich“
Vivien Ertel sieht das ähnlich. Ihr Vater ist gerade mit dem Virus infiziert. Ob sie die Maske auch nach den Osterferien tragen wird, will Vivien davon abhängig machen, wie sie sich dann fühlt. „Ich finde es komisch, wenn man die Maske abnimmt, ohne darüber nachzudenken“, sagt Ertel. Ihre Mitschülerin Anne Rupprecht wird die Maske ebenfalls weiterhin tragen. „Mit der Maske ist man sicher und sie stört nicht wirklich“, betont Rupprecht. Nur beim Sportunterricht oder beim Kochen ist das Maskentragen ein wenig nervig.
Während Vivien, Ute und andere Schüler die Maske auch nach den Ferien tragen wollen, einfach um sicher zu bleiben, sieht das bei den anderen Schülern anders aus. „Irgendwann ist Schluss“, glaubt Niclas. Dass nach den Ferien mehr Schüler die Maske weglassen werden, vermutet auch Siegfried Reck. Interessant werde dann, wie sich die Öffnungen auf die Inzidenz auswirken werden.
Momentan ist es eine Mischung aus Sicherheit vor der Infektion, um gesund in die Ferien zu starten und um keinen Unterricht zu verpassen. Fast alle schreiben noch zwei Schulaufgaben vor den Osterferien. Diese dann nachzuholen bedeutet oft vier Schulaufgaben mit mehr Lernstoff.
Und noch einen Grund gibt es: „Für die Abiturienten sind es die letzen fünf Schultage“, sagt Reck. Früher hat Siegfried Reck in den letzten Tagen vor dem Abitur gebeten, das Mountainbiken, das Fußballspielen oder das Reiten einzuschränken. „Das große Risiko liegt nicht mehr in den Sportarten“, sagt Reck. Er ist deshalb heilfroh, dass fast alle Schüler noch ihre Masken tragen, um gesund durch die Abiturtage zu kommen.









