Der neue Pflegestützpunkt des Landkreises Forchheim, der am Landratsamt angesiedelt ist, hat erst vor zwei Wochen geöffnet. Doch die Mitarbeiterinnen konnten dort schon einigen Forchheimerinnen und Forchheimern bei ihren Anliegen rund um das Thema Pflege weiterhelfen.
Da das Thema auch hier im Landkreis immer wichtiger wird, stehen im Pflegestützpunkt seit Mitte Januar zwei Beraterinnen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen kostenfrei als Ansprechpartner zur Seite.
Großer Beratungsbedarf
Dass zu diesem Thema durchaus Beratungsbedarf besteht, zeigt sich daran, dass bereits wenige Minuten nach der Eröffnung die ersten Anrufe bei den Mitarbeiterinnen ankamen. „Wir erhalten täglich zwischen zwei und zehn Anrufe, die je nach Problemstellung zwischen zehn und fünfundvierzig Minuten dauern,“ erklärt Silke Herbert, eine der Beraterinnen vor Ort.
Meist seien es Angehörige, die Hilfe bei der Betreuung oder Bewältigung der Situation bräuchten. Sie können sich beim Stützpunkt weitere Informationen, zum Beispiel zur Finanzierung von Pflege holen. Aber auch bei der konkreten Ausarbeitung der weiteren Schritte kann ihnen hier geholfen werden.
Angebot wird gut genutzt
Dass das Angebot des Pflegestützpunktes gut ankommt, kann man daran sehen, dass die Leute offen mit Problemen zu ihnen kommen und dankbar für die Hilfe sind, sagt Herbert.
Es wurden allerdings auch schon Anfragen gestellt, bei denen der Pflegestützpunkt nicht helfen kann. Wenn es zum Beispiel um Leistungen für Menschen mit Behinderung geht, kann der Stützpunkt keine Aussagen treffen. Anfragen mit solchen Anliegen werden von den Mitarbeiterinnen an Beratungsstellen weitergeleitet, die auf diesen Fachbereich spezialisiert sind.
Im FT-Gespräch fassen die Mitarbeiterinnen des Stützpunktes für die häufigsten Fragen zusammen, die bisher bei ihnen eingegangen sind.
1. Meine Mutter/mein Vater pflegt zuhause den Ehepartner/in. Er/Sie muss sich rund um die Uhr um den/die pflegebedürftige/n Partner/in kümmern und braucht dringend zumindest für ein paar Stunden in der Woche Entlastung.
Silke Herbert: „Die Pflege zu Hause stellt hohe Anforderungen an die Pflegenden. Wir beraten über die Entlastungsleistungen der Pflegekassen wie zum Beispiel Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege oder Tagespflege und informieren über Anbieter von Entlastungsleistungen. Wir sind zudem vernetzt mit den Fachstellen für pflegende Angehörige.“
2. Mein Angehöriger kann nicht mehr zu Hause versorgt werden. Wo finde ich einen Platz in einem Pflegeheim?
„Wir können den Angehörigen Übersichten über die Heimplätze im Landkreis und darüber hinaus zur Verfügung stellen. Da es kaum freie Plätze in Pflegeeinrichtungen gibt, bedeutet dies leider, dass die Angehörigen oft viele Heime anrufen müssen, um einen passenden Platz zu finden. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann der Pflegestützpunkt die Platzsuche übernehmen.“
3. Mein Angehöriger ist unter 60 Jahre alt und ist pflegebedürftig. Gibt es Pflegeeinrichtungen für jüngere Menschen?
„Auffallend ist, dass wir bereits in den ersten zehn Tagen drei Anfragen von Familien hatten, die für pflegebedürftige junge Angehörige einen Pflegeheimplatz suchen. Wir können Adressen von solchen Pflegeheimen vermitteln und bei der Einschätzung unterstützen, welches Heim das Passende sein könnte. Da im Landkreis keine Einrichtung einen separaten Wohnbereich für Jüngere anbietet und es auch außerhalb kaum Plätze gibt, bedeutet dies, dass die Betroffenen in einem weiten Umkreis nach Plätzen suchen und die Pflege oft auch längerfristig zu Hause stemmen müssen.“
4. Wir haben einen Antrag auf Pflegeeinstufung gestellt. Wie kann ich mich auf den Anruf des Medizinischen Dienstes vorbereiten?
„Die Leistungen der Pflegeversicherungen sind vom Pflegegrad abhängig. Daher setzt die anstehende Begutachtung des Medizinischen Dienstes die Menschen unter Druck. Wir können hier die Anfragenden mit Informationen über den Inhalt und den Ablauf der Begutachtungen bei der Vorbereitung unterstützen.“
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