Die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlicher. Was gibt es da Schöneres, als es sich zu Hause bei Kerzenschein gemütlich zu machen? Um die Vorweihnachtszeit offiziell einzuläuten, darf eines auf keinen Fall fehlen: ein festlich geschmückter Adventskranz. Der lässt sich mit ein bisschen Vorbereitung selbst binden und dekorieren.
Damit das Ergebnis am Ende auch für Begeisterung sorgt, haben wir Floristmeisterin Monika Kraus von Naturnah Floristik in Kirchehrenbach um Hilfe gebeten. Schritt für Schritt zeigt sie, worauf es beim Binden eines Adventskranzes ankommt.
Schritt 1: Vorbereitung für den Adventskranz
Bevor es mit dem eigentlichen Binden losgeht, sollten folgende Dinge bereitliegen:
- Strohkranz als Unterlage
- Stabiler Draht
- Ausreichend Zweige
- Werkzeug zum Schneiden von Draht und Zweigen
- Vier Kerzen inklusive Halterung oder Draht zum Befestigen
- Dekomaterial und Heißklebepistole
Damit der Adventskranz am Ende auch rund ist, sollte ein Strohkranz als Unterlage verwendet werden. Darin lassen sich später auch die Kerzen leicht positionieren. „Wenn ich keine gescheite Unterlage habe, tue ich mir wahnsinnig schwer, einen richtigen Kranz zu wickeln“, erklärt Kraus. Der Kranz bei unserem Beispiel hat einen Durchmesser von etwa 20 Zentimeter, der fertige Kranz wird um die 25 Zentimeter groß.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist laut Kraus der Draht. Um die Zweige gut am Kranz zu befestigen, muss der Draht einiges aushalten. Er sollte fest und stabil sein, damit er nicht reißt.
Wir haben uns für einen Mischkranz aus verschiedenen Zweigen entschieden. Hier kann jeder selbst aussuchen, was am besten passt. Geeignet ist zum Beispiel die klassische Nordmanntanne. Fichte sollte man dagegen nicht verwenden: „Wenn man bis zum vierten Advent Nadeln dran haben will, dann nicht Fichte.“ Kraus rät außerdem davon ab, Äste einfach von fremden Bäumen abzuschneiden. Schließlich habe jeder Baum einen Besitzer.
Schritt 2: Zweige zurechtschneiden
Liegt das Material bereit, können die Zweige in unterschiedliche Größen geschnitten werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass nicht einfach kreuz und quer in die Äste geschnitten wird (siehe Foto).
Stattdessen empfiehlt die Floristin den Zweig auf die „Rückseite“ zu drehen und flach mit der Schere zwischen den Nadeln zu schneiden. So entstehen keine unschönen Enden, die später herausstehen. Zudem werden so möglichst keine Nadeln abgeschnitten.
Schritt 3: Zweige um den Kranz binden
Zunächst wird der Draht einige Male um den Strohkranz gewickelt. Anschließend werden die beiden Enden ineinander verdreht. Der Draht sollte sich nicht lösen, wenn man daran zieht.
Nun greift man sich mehrere kleine Zweige und legt sie an den Kranz. Dabei sollten die Zweige am äußeren Rand immer länger sein als am inneren.
Sind die Äste entsprechend platziert, werden sie im unteren Drittel zweimal mit dem Draht von außen nach innen umwickelt und festgezogen. Mit etwas Versatz wird dann die nächste Runde gelegt. Gebunden wird immer gegen den Uhrzeigersinn, das heißt, die neuen Äste werde über den Draht gelegt.
Nach einer Weile sollte der Kranz so aussehen. Am Anfang kann es etwas länger dauern, bis man ein Gefühl für die Technik entwickelt hat.
Ein Blick auf die Unterseite kann helfen, um zu prüfen, ob die Wickelung in etwa gleichmäßig verläuft. Oft lässt sich so auch erkennen, ob der Rand des Kranzes auch bis unten mit Grün bedeckt ist.
Ist man am Ende angekommen, klappt man die Spitzen der Zweige aus der ersten Runde nach oben. Darunter wird die letzte Runde Zweige platziert, sodass der Anfang verschwindet.
Der Kranz wird umgedreht, um den Draht abzuschließen. Dazu dreht man aus der letzten Drahtwicklung auf der Unterseite eine Öse und wickelt anschließend Draht darum herum. Dann wird die Öse flach auf den Kranz umgebogen, der Draht abgeschnitten und das spitze Ende in den Strohkranz gestochen. Wie das genau funktioniert, zeigt das Video:
Adventskranz selber binden – Draht abschließen
Damit ist der Adventskranz soweit fertig. Jetzt kommen noch die Kerzen darauf, bevor der schönste Teil beginnt: den Kranz nach Belieben dekorieren.
Schritt 4: Kerzen auf dem Adventskranz platzieren
Die Kerzen können mit einem Kerzenstecker oder mit Draht befestigt werden. Für letzteres Vorgehen werden drei Stücke sehr fester Draht (nicht der zum Binden) in die Unterseite der Kerze gesteckt. Hier hat die Expertin noch einen Tipp, egal, für welche Methode man sich entscheidet. Damit Draht oder Halterung besser in die Kerze gleiten, sollte die Metallspitze vorher über einer Kerze erwärmt werden.
Damit die Kerzen gleichmäßig auf dem Kranz verteilt sind, sollten zunächst zwei Kerzen gegenüber voneinander platziert werden. Durch den Strohkranz im Inneren stecken die Kerzen stabil auf dem Kranz.
Schritt 5: Adventskranz dekorieren
Bei der Gestaltung gibt es unzählige Möglichkeiten. Wir haben uns für eine eher klassische Version mit viel Rot und Gold entschieden.
Die Deko-Elemente werden zunächst auf den Adventskranz gelegt. Ist man mit der Anordnung zufrieden, werden sie mit der Heißklebepistole befestigt.
Zum Schluss wird der Adventskranz auf einem Teller oder Holzbrett platziert. Monika Kraus richtet noch die Dochte der Kerzen auf. Dann ist der Adventskranz fertig und der erste Advent kann kommen.
Adventskranz: Es darf außergewöhnlich sein
Wer mal einen besonderen Hingucker möchte, der hat viele Möglichkeiten. Neben dem klassischen Tannenkranz seien inzwischen auch Adventskränze mit Eukalyptus oder Olivenzweigen gefragt, erklärt Kraus. Auch Trockenblumenkränze oder ein Kranz nur aus Kiefernnadeln seien möglich.
Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren!
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