0
Bierkönigin Karolin I.
Interview: Sie ist die Neue auf dem Forchheimer Bier-Thron
Karolin Kübel, Bierkönigin Karolin I.Forchheim & Fränkische Schweiz
Karolin I. ist ab 26. April die neue Forchheimer Bierkönigin. // Foto: Tourismusmanagement Stadt Forchheim
Forchheim – Nach zwei Jahren übergibt Luisa I. ihr Zepter an ihre Nachfolgerin: Karolin I. übernimmt das Amt der Forchheimer Bierkönigin. Wer die 19-Jährige ist und warum für sie ein Kindheitstraum wahr wird.

Die Vorfreude ist groß bei Karolin Kübel. Ab dem 26. April darf die 19-Jährige offiziell zwei Jahre lang die Forchheimer Bierkultur repräsentieren. Erste Erfahrungen damit, wie es ist, im Mittelpunkt zu stehen, hat Kübel bereits im vergangenen Jahr als einer der Forchheimer Weihnachtsengel sammeln können. 

Nach ihrem Abitur am Herder-Gymnasium Forchheim studiert sie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen Modulstudiengang, bei dem man verschiedene Fachrichtungen kennenlernen kann. Später soll es beruflich in Richtung Journalismus gehen. Passend dazu arbeitet Kübel als Praktikantin bei Radio Bamberg.

Wir haben die 11. Forchheimer Bierkönigin kurz vor ihrer Inthronisierung zum Interview getroffen. 

Interview mit der Forchheimer Bierkönigin Karolin I.

Warum wolltest du Bierkönigin werden? 

Zum einen ist meine wichtigste Motivation natürlich meine Liebe zum Bier, aber nicht nur der Genuss. Bier schmeckt mir sehr, sehr gut, aber auch das, was dahinter steht, ist wichtig. Für mich ist Bier auch Tradition, Kultur. Es schafft Gemeinschaft, verbindet Generationen.

Zum anderen ist es für mich Wissenschaft. Jede Brauerei hat ihren eigenen Stil. Wie sie mit den einzelnen Zutaten, die das Reinheitsgebot festhält, umgeht, ist immer von Brauerei zu Brauerei verschieden. Das finde ich auch interessant.

Und generell – ich liebe Forchheim. Das ist mir als Weihnachtsengel nochmal bewusst geworden. Dieses Bier-Mekka hier repräsentieren zu dürfen, ist schon eine große Ehre für mich.

Wie lief der Auswahlprozess ab?

Ich glaube, das war im Februar oder schon ein bisschen davor, da musste man die Bewerbung eingeben. Dann hatte ich mein Vorstellungsgespräch. Ich war zu der Zeit damals im Skiurlaub und bin extra früher mit dem Zug zurückgefahren, um das Vorstellungsgespräch wahrnehmen zu können. Relativ zeitnah, ich glaube am darauffolgenden Tag, haben sie schon telefonisch Bescheid gegeben, dass ich Bierkönigin werde.

Wie hast du dich vorbereitet?

Um mich auf dieses Bewerbungsgespräch gut vorzubereiten, habe ich mir vorab eine Bierbibel geschrieben. Ich weiß schon einiges über Bier und Bier ist auch ein zentrales Thema bei mir in der Familie gewesen, aber ich wollte noch mehr wissen. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch. Ich habe dann eben eine Bierbibel geschrieben, mit Sachen über unsere Brauereien und generell über den Brauprozess, um noch ein bisschen tiefer in die Materie einzutauchen. Da habe ich noch mal richtig gemerkt, wie interessant das Thema eigentlich ist und wie viel Spaß mir das macht, mich damit auseinanderzusetzen.

Worauf freust du dich am meisten in deiner Zeit als Bierkönigin?

Es ist wirklich eine riesige Ehre, mit meinem Gesicht unsere Heimat mit der ganzen Kultur, den Traditionen und auch unser gutes Bier auf Festen und Veranstaltungen repräsentieren zu dürfen. Einfach dafür zu brennen und unsere Schönheit und auch meine Begeisterung an andere weiterzugeben. Ich freue mich auch auf die vielen Bekanntschaften, die ich jetzt und in der kommenden Zeit schließen kann. Ich habe schon einiges schon vor, was ich im Laufe meiner Amtszeit machen möchte. Ich freue mich, das umzusetzen und Teil dieses Großen und Ganzen zu sein. 

Im vergangenen Jahr warst du Weihnachtsengel. Hat dich das schon ein bisschen darauf vorbereitet, wie es ist, im Mittelpunkt zu stehen?

Ja, würde ich schon sagen. Ich bin ziemlich aufgetaut in der Zeit und bin aus meiner Komfortzone herausgetreten. Vorher war es ein bisschen ungewohnt für mich, auf Leute einfach zuzugehen und sie anzusprechen. Als Weihnachtengel ist mir aufgefallen: Die Leute, die fressen mich ja gar nicht, wenn ich sie anspreche und eigentlich entsteht immer ein lustiges Gespräch. In der Zeit ist mir auch noch mal mehr bewusst geworden, wie besonders Forchheim eigentlich ist und das hat mir noch so einen extra Push gegeben, mich jetzt zu bewerben.

Ich komme aus Bammersdorf beziehungsweise meine Eltern haben ihr Elternhaus in Bammersdorf. Da musste ich nur den Berg runterrutschen und war schon auf dem Kellerwald. Ich war auch immer eine Annafestgängerin. Da war schon immer der Gedanke da, dass ich irgendwann mal Weihnachtsengel werden will und dann Bierkönigin. Das ist alles so schön und jetzt habe ich es realisiert. Damit wird auch ein Kindheitstraum von mir wahr.

Zur Kellerwalderöffnung darfst du das erste Mal das Bierfass auf der Bühne anstechen. Bist du schon aufgeregt?

Ja schon. Ich bin aufgeregt, aber mich erfüllt auch eine riesige Vorfreude. Ich bin schon ganz gespannt auf die kommende Zeit.

Die Bierkönigin trägt in der Regel Tracht. Hast du dich schon ausgestattet?

Unmittelbar nach der Verkündigung, dass ich Bierkönigin werde, durfte ich nach Kunreuth gehen und dort Stoffe aussuchen. Rosalie Postatny, die auch hier ihren Sitz in Forchheim hat, hat daraus eine Tracht genäht. Ich hatte schon das Fotoshooting in der Tracht und es ist wirklich ein Meisterwerk. Da merkt man wieder das Handwerk der Fränkischen Schweiz, jedes einzelne Detail, mit Hand bestickt. Auch die Geschichte dahinter, dass die Stickerei zum Beispiel etwas aussagt über die Schneiderin oder über die Trägerin der Tracht, woher die stammt, finde ich total faszinierend. Dass da auch wieder so viel Tradition und Kultur drin steckt und ich das repräsentieren darf, ist für mich eine große Ehre. Allein dieses Stoffeaussuchen – da hat man sich schon königlich gefühlt. 

Karolin Kübel, Bierkönigin Karolin I.Forchheim & Fränkische Schweiz
Erst Weihnachtsengel, jetzt Bierkönigin: Karolin Kübel erfüllt sich ihren Kindheitstraum. // Foto: Tourismusmanagement Stadt Forchheim

Meistens sind es junge Frauen, die zu Produktköniginnen ernannt werden. Ist das aus deiner Sicht noch zeitgemäß?

In der heutigen, also in meiner Generation geht der Trend ein bisschen von Bier weg. Alle trinken Aperol oder Gin, aber das Bier ist für mich, wie schon gesagt, etwas viel Wichtigeres. Es verbindet Generationen und es steht so viel mehr dahinter. Ich finde, man verliert ein bisschen den Blick dafür und Forchheim hat so viel mit dem Bier zu tun. Ich möchte meine Generation wieder ein bisschen motivieren, auch mal auf unsere alten Werte und auf unsere Tradition zu blicken und zu sagen: Schaut mal, was wir hier eigentlich Gutes haben. 

Wie verbringst du deine Freizeit?

Ich mache sehr, sehr viel Musik. Dieses Jahr habe ich die Möglichkeit bekommen, bei den „Blechstreetboys“, einer Partyband aus der Region, Aushilfssängerin zu sein. Ich habe auch schon auf Hochzeiten gesungen. Ich spiele auch Klavier, aber im Fokus war immer mehr der Gesang. 

Generell bin ich ein sehr kreativer Mensch. Ich male gerne und lese sehr viel, aber bin auch gerne in der Fränkischen unterwegs. Spazieren und wandern ist total mein Ding und ich genieße gerne die Natur.

Die wichtigste Frage zum Schluss: Was ist dein Lieblingsbier?

Natürlich ein Forchheimer Bier. Und es kommt immer ganz darauf an, je nach Anlass, je nach Bedürfnis und je nach Gesellschaft. Auf dem Annafest zum Beispiel, da gehört sich eine Schwarze Anna, aber im Winter trinke ich auch gerne mal ein Bockbier. Ein Starker Fritz vom Hebendanz, der geht auch immer gut rein. Generell finde ich ein Helles, das kann man immer trinken. Dazu habe ich einen Leitspruch: Egal wann, ein Helles kann.

 

Inhalt teilen
  • kopiert!