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Dialektpreis Bayern 2026
In Mundart unterwegs: Was diesen Liedermacher auszeichnet
Dialektpreis Bayern 2026 geht an Liedermacher aus der Fränkischen Schweiz Sebastian "Wastel" KauzForchheim & Fränkische Schweiz
Mit Songs in Mundart, die zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregen sollen, hat sich Liedermacher Sebastian „Wastel“ Kauz aus der Fränkischen Schweiz den Dialektpreis Bayern 2026 verdient. // Familie Kauz
Fränkische Schweiz – Mit Liedern zum Lachen, aber auch zum Nachdenken, überzeugt Wastel Kauz auf Frankens Kleinkunstbühnen. Hierfür erhielt er nun auch einen Preis. Das macht den Künstler aus der Fränkischen so besonders.

Mundart und Musik passen wunderbar zusammen, wie Liedermacher Sebastian „Wastel“ Kauz aus der Fränkischen Schweiz mit seinen Werken beweist. Dass die fränkischen Lieder Anklang finden, zeigt auch seine jüngste Auszeichnung. Denn der 39-Jährige hat im Juli den Bayerischen Dialektpreis 2026 erhalten. 

Lieder auf Fränkisch: Was den Künstler Wastel Kauz besonders macht

Eine solche Auszeichnung kommt nicht von ungefähr. Bereits als Kind hatte der Künstler Gitarrenunterricht. Es folgten verschiedene Musikprojekte in der Schulzeit, eine Schülerband und danach auch die eigene Punk-Metal-Band namens „Dilligaf“. Ausgeschrieben heißt das „Do I look like I give a fuck?“, zu Deutsch etwa: „Sieht es so aus, als ob mich das kümmert?“

„Ich hab’ in der Band die Texte mitgeschrieben, damals alles noch auf Englisch. Aber das war ned das Gebiet, auf dem ich mich wirklich wohlgefühlt hab‘“, erzählt der 39-Jährige rückblickend. Und so fing er an, das erste Lied auf Fränkisch zu spielen. Während seine Musik zunächst noch in die Richtung Punk ging, formte sich über die Zeit immer mehr der eigene Stil des Liedermachers.

Der 39-jährige Künstler verwob Themen aus Waischenfeld mit seiner Musik

In seine Musik ließ Kauz immer wieder Erlebnisse aus der Fränkischen Schweiz und auch Waischenfeld einfließen, woher der Wahl-Bamberger ursprünglich stammt. Er erinnert sich, dass die Burg in Waischenfeld damals Thema im Stadtrat war. Also entschied er sich, hierzu ein Lied über den Bürgermeister zu schreiben. 

Das Lied spielte er dann auf einem Heimatabend in Waischenfeld – vor dreihundert bis vierhundert Zuhörerinnen und Zuhörern. „Meine Eltern haben gesagt: Ey, das Lied' kannst ned spielen. Etz hör auf“, erzählt er. „Doch, genau deswecha''sei seine Antwort hierauf gewesen. Das Lied kam an: „Das Publikum fand es megagut“, erinnert er sich. Und an diesen Erfolg knüpfte er an und machte weiter. 

„Alles aus eigener Feder“: Kauz schrieb über die Zeit viele Lieder

Über die Zeit spielte und schrieb der Liedermacher immer mehr Songs. Heute kann der Musiker ein ganzes Abendprogramm füllen. „Das sind zweimal 50 Minuten. Da sind zwei Arrangements dabei, aber der Rest ist alles aus eigener Feder“, erklärt Kauz. Und wenn er nicht gerade auf einer Bühne steht, arbeitet der Künstler Vollzeit in der Medizintechnik. 

Nicht alles aus seinem Programm sei humoristisch, auch schwerere Themen fänden in seinen Liedern einen Platz. „Ich war selbst 20 Jahre in der Pflege und hab‘ da einiges mitgekriegt, wie es da läuft. Da war die Musik auch immer ein gutes Ventil dafür“, sagt er. Mit seiner Musik möchte der 39-Jährige aber auch Menschen zum Nachdenken bringen.

Der Liedermacher möchte für das Thema Rassismus sensibilisieren

„Ein Thema, für das ich sensibilisieren möchte, ist Rassismus“, erklärt Kauz. Ihm sei es wichtig, auch aktiv gegen Rassismus und Faschismus entgegenzugehen, der in Deutschland etwa von der AfD ausgehe. „Die Leute dürfen auf meinen Konzerten gerne lachen. Aber wenn sie den ein oder anderen Gedanken mit nach Hause nehmen, haben wir schon etwas erreicht“, sagt er.

Während Musik für den Künstler vor allem in der Jugend ein Ventil und ein Ausgleich gewesen sei, mache er nun von den Vorzügen eines Liedermachers Gebrauch. „Ich spiele irgendwo, kann meine Texte vorstellen und komm‘ mit den Menschen ins Gespräch“, erklärt er. Gerade die Vielschichtigkeit an der Liedermacherei gefalle ihm so gut.

Zusammenhalt in der Kulturbranche beeindruckt Wastel Kauz

Die Begegnungen auf den Kleinkunstbühnen, die zum größten Teil von Ehrenamtlichen am Leben gehalten werden, erfüllen ihn sehr. Vor allem der Zusammenhalt in dem Bereich, trotz vieler Kürzungen und entfallener Förderungen im Kulturbereich, beeindruckt ihn. „Aber sie halten die Fahne weiter hoch und das ist immer wieder schön zu sehen“, sagt der Künstler. 

Und mit seiner fränkischen Liederkunst hat es den 39-Jährigen mittlerweile auch kreuz und quer durch Franken verschlagen. Die meisten seiner Auftritte hatte er in Mittel- und Unterfranken. In seiner Heimat Oberfranken ist der Liedermacher ebenfalls gerne zu Gast. Sogar in der Oberpfalz und in Erfurt durfte er seine Texte schon vorstellen. 

Dialekt ist für den Künstler aus der Fränkischen Schweiz etwas Intuitives

Mundart verbindet auch Menschen. Für Kauz selbst ist der Dialekt etwas Intuitives. „Wir haben daham bei uns immer Mundart gesprochen, mir ist das quasi in die Wiege gelegt worden“, sagt er. Für ihn ist das Fränkische die normalste Art, sich auszudrücken. Und so fließt das auch in seine Lieder ein. 

Dass er für den diesjährigen Dialektpreis, der vom Heimatministerium vergeben wird, nominiert wurde, wusste Kauz nicht einmal. Wie sich herausstellte, hatte ihn der Bezirksheimatpfleger für Oberfranken hierfür vorgeschlagen. Für jeden Regierungsbezirk ist grundsätzlich jährlich eine Auszeichnung vorgesehen, erklärt das bayerische Ministerium auf seiner Website.

Kauz zum Dialektpreis: „Ich dachte, das wäre ein Spam-Anruf“

Als dann die Nachricht kam, dass Kauz den Preis erhalten hatte, konnte er es zunächst nicht glauben. „Ich dachte, das wäre ein Spam-Anruf“, sagt der 39-Jährige. Der Liedermacher erzählt, dass zunächst nicht er, sondern seine Mutter auf dem Festnetztelefon angerufen worden war – und die stellte den Kontakt zu ihrem Sohn her.

Nicht nur über die Auszeichnung freute sich der Künstler sehr. Er durfte auch das musikalische Rahmenprogramm des Festaktes in der Allerheiligen-Hofkirche in München gestalten. „Es war ein wunderschöner Abend“, sagt Kauz. 

Nach dem ganzen Medienrummel rund um die Verleihung des Dialektpreises, erklärt Kauz, dass er gerne mehr auf den vielen Kleinkunstbühnen auftreten würde. „Liebe Veranstalter, ich hab’ Bock und ich hab’ Zeit“, so die Ansage des Liedermachers. 

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