Das denkmalgeschütze Gößweinsteiner Rathaus ist seit Samstagabend wieder fest in „Narrenhand“, nachdem es mit elf Silvesterraketen von der Faschingsgesellschaft Narrenkübel Schwarz-Weiß sturmreif geschossen wurde. Ein riesiger Tross der Narren war vor dem Rathaus aufmarschiert und Manfred Hänchen, dritter Bürgermeister, hatte keine Chance.
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Er rückte freiwilig die nach wie vor leere Gemeindekasse raus und übergab den symbolischen Rathausschlüssel an Narrenkübel-Präsident Stephan Dresel - mit den mahnenden Worten, das „frisch renovierte Rathaus“ pfleglich zu behandeln, da es mindestens noch für die nächsten zehn Jahre halten müsse.
Letzter Auftritt des alten Prinzenpaares
Altbürgermeister Lang hatte die ehrenvolle Aufgabe das bisherige Prinzenpaar Sandra II. von Bärnfels und Christian I. vom Röthelfels die Insignien ihrer Macht abzunehmen. Noch ein letztes Mal führten die scheidenden Regenten unter dem Applaus der vielen Zuschauer ihren Prinzentanz auf. Danach trat unserer Reporter Thomas Weichert – gespielt vom neuen Mallorca-Starsänger Marcel Zweck, alias Florian Brandmeister - in Aktion, da ihn Bürgermeister Zimmermann, gemimt von Stephan Dresel, zu einem außerordnentlichen Pressetermin eingeladen hatte.
Passend zum Rathaussturm hatte Dresel als Bürgermeister einen sensationell neuen Vorschlag zum Thema Rathaus ausgearbeitet. Dieser werde bei der nächsten Markgemeinderatssitzung mit den Stimmen von Zimmemanns Fraktion verabschiedet. Denn das Trauerspiel um das Rathaus müsse ein für alle mal beendet werden. Es müsse endlich ein Schlussstrich gezogen werden. Und der sieht so aus, das Gößweinsten in Gößweinstein Nord-Ost und Nord-Süd geteilt wird. Denn: Von der Balthasar-Neumann-Straße in die Behringersmühler-Straße könne man ohnehin seit fünf Jahren nicht mehr direkt fahren. Seitdem fahre er zum Einkaufen über Behringersmühle.
Aber warum nicht über den Finsterweg, wollte der Reporter wissen. Weil da mehr Verkehr sei wie auf der A9 nach Nürnberg und der Bauhof die umgfahrenen Straßenpfosten drei mal in der Woche neu aufstellen müsse. Deshalb gebe es nach der Teilung von Gößweinstein auch zwei Rathäuser.
Wie Gott in Frankreich: Zwei Rathäuser in Gößweinstein
In das alte Rathaus Nordost ziehen der Schorsch Lang und der Ferdinand Haselmeier ein und trinken wie früher Kaffee. In das Rathaus Südwest, also das Pfarr-Rathaus, zieht der „Hanni“ ein, falls er nicht Landrat wird, was eigentlich ausgeschlossen sei. Etzdorf, da wo Lang wohnt, würde ohnehin ausgemeindet. Da laufen schon Verhandlungen mit Affalterthal und Ebermannstadt.
Jedenfalls würde Zimmermann in „Gößweinstein-Südwest“ dann regieren wie Gott in Frankreich und den Landrat außerdem machen. Das Volk wird ihm zujubeln: „Es lebe Hanni Zimmermann, der alles und auch immer kann – Helau“.
Dieser Sketch stammte natürlich wieder aus der Feder von Ehrenpräsident Franz Macht. Danach zogen die Narren mit musikalischer Begleitung des Musikvereins in die Aula der Grund- und Mittelschule, wo die Inthronisieren des neuen Prinzenpaares stattfand.



















