Es ist Samstagabend, angenehm warm, die Sonne ist um 21.30 Uhr hinter der Kaiserpfalz verschwunden, aus dem Innenhof der Pfalz klingen afrikanische Rhythmen, Kinder laufen umher und Erwachsene sitzen vor den Mauern und auf den Bänken und plaudern – zweifelsohne die Afrika-Kulturtage.
Afrika Kulturtage Forchheim: So bunt war es an der Kaiserpfalz
Schon am Freitag war die Vorfreude spürbar. Wer das Gelände betrat, wurde von bunten Stoffen, dem Duft exotischer Speisen und dem Klang von Trommeln empfangen. Der afrikanische Basar war wie ein Magnet: Handgefertigter Schmuck, Holzschnitzereien, bunte Kleider – alles wurde mit einem Lächeln und oft mit einer kleinen Geschichte über die Herkunft angeboten. Ein Händler erzählte auf Nachfrage: „Ich komme seit Jahren nach Forchheim. Viele fragten auch nach der Bedeutung der Sachen.“
Und wer ein afrikanisches Hairstyling suchte, war bei Teresia Müller richtig. Hier saß dann auch Nicole und verfolgte mit einem mütterlichen lächelnd das Styling ihrer Tochter Charlotte.
Afrika Kulturtage: Kinderprogramm ein Magnet
Das Kinderprogramm war von Anfang an ein Magnet. Kleine Gesichter strahlten beim Basteln, Trommeln oder in den Mitmach-Tanzrunden – es herrschte eine entspannte, fröhliche Stimmung. Eine Mutter, die mit ihrer Tochter beim Batik-Workshop saß, meinte: „Es ist schön, dass die Kinder hier einfach ausprobieren dürfen. Meine Tochter hat heute zum ersten Mal getrommelt und war ganz begeistert.“ „Das war cool“, rief ihre Tochter euphorisch, während ihre Mutter zustimmend nickte.
Der große Höhepunkt des Festivals ist sicherlich das Konzert der Weltmusik-Band Tribubu am Samstagabend. Schon lange vor Beginn strömten die Besucher Richtung Pfalz, pausierten aber noch an dem Stand mit gebackenen Kochbananen und Mehlgebäck.
Als die ersten Takte erklangen, sprang der Funke sofort über. Besucher vor und in der Pfalz tanzten teils barfuß und ließen sich von den mitreißenden afrikanischen Rhythmen anstecken. Die Band schaffte es, mit ihrer Mischung aus westafrikanischen Klängen, spanischer Gitarre und pulsierenden Beats das Publikum generationsübergreifend zu begeistern. Während des Konzertes sagte ein Besucher, der mit seiner Familie gekommen war: „Ich kannte die Band vorher nicht, aber der Rhythmus ist einmalig.“
Abwechslungsreiches Angebot
Auch tagsüber war das Angebot abwechslungsreich: In Workshops konnten Gäste traditionelles Trommeln lernen oder sich im afrikanischen Tanz versuchen. Die École de Tam Tam aus Erlangen brachte westafrikanische Trommelpower nach Forchheim und ließ das Festivalgelände den Rhythmus Afrikas spüren. Mitreißen ließ sich auch Ester Laub aus Namibia. Auf Nachfrage erzählte sie, dass sie sehr gerne die Afrika-Kulturtage in Forchheim besuche und hier auch die kulinarische Vielfalt genieße. Nebenbei erwähnte sie, dass ihr eigenes Kochbuch „Africa made easy“ demnächst erscheine. „Ich möchte mit meinen 70 authentischen Gerichten zeigen, wie einfach afrikanische Küche sein kann“, sagte sie noch lächelnd.
Das kulinarische Angebot war ein Erlebnis für sich. Von würzigen Eintöpfen über gegrilltes Fleisch bis zu süßen Spezialitäten – die Essensstände waren stets gut besucht und wer mutig genug war, konnte auch (sehr) scharfe Saucen probieren.
Stimmung war offen und herzlich
Die Speisen wurden frisch zubereitet und oft erklärten die Köchinnen und Köche, wie sie daheim gekocht werden. Manche mutige Besucher experimentieren auch. „Ich werde heute etwas essen, das ich vorher so noch nicht gegessen habe“, scherzte Andreia am Essensstand und nahm ihr Gericht entgegen. Was die Afrika Kulturtage ausmacht, ist das Miteinander: Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sie kamen ins Gespräch, lachten und lernten voneinander. An der Bühne in der Sattlertorstraße war es spürbar.
Hier wird nicht nur konsumiert, sondern gemeinsam gelebt und erlebt. Die Stimmung war entspannt, offen und herzlich – so, wie es viele Besucher und Beteiligte in den vergangenen Jahren immer wieder beschrieben haben. Die Afrika Kulturtage 2025 sind vorbei – und hinterlassen bei vielen das Gefühl, ein Stück Afrika mitten in Forchheim erlebt zu haben.
















