Die Fränkische Schweiz zieht jährlich zahlreiche Urlauber und Tagestouristen an. Nicht jeder bemüht sich um Rücksichtnahme. Ein besonders großes Problem: Müll. Die öffentlichen Behälter, die allenfalls für den kleinen Restmüll gedacht sind, werden zum Entsorgen von Hausmüll oder Wertstoffen missbraucht. Nicht selten sieht man überfüllte Mülleimer mit ganzen Pizzakartons, Grillkohlesäcken, Glasflaschen und Plastikverpackungen aller Art, die zu Hause entsprechend getrennt entsorgt werden können. Zigarettenkippen und Kronkorken werden oft achtlos auf den Boden geworfen.
Umweltgedanke wird nicht bei allen großgeschrieben
„Im Allgemeinen ist festzustellen, dass sich das Verhalten im Gegensatz zu Zeiten von Corona sehr gebessert hat“, erzählt Marco Trautner, 1. Bürgermeister des Marktes Wiesenttal. „Jedoch ist anzumerken, dass meines Erachtens, der Umweltgedanke, auch wenn dieser sehr groß in den Medien präsentiert wird, bei manchen Besuchern gar nicht so großgeschrieben wird“, so sein weiteres Fazit.
Neben der Müllproblematik erlebt er immer wieder, dass sich Besucher ungeniert an Obstbäumen bedienen oder Wanderer durch Privatgrundstücke laufen, weil sie sich nur mit Google orientieren. Der Dialog mit den Betroffenen ist teils schwierig.
Naturparkranger wünscht sich mehr Beachtung der Hinweisschilder
Er möchte jedoch betonen, dass diese Vorfälle nicht alltäglich sind und das Miteinander meist harmonisch. „Wir sind sehr froh über unsere Touristen. Wir brauchen sie“, erläutert der Rathauschef. Auch Johannes Stemper, Naturparkranger im Naturpark Fränkische Schweiz bestätigt, dass sich die Lage deutlich entspannt hat und vieles wesentlich besser geworden ist. Sein Wunsch wäre, dass sich die Besucher des Naturparks vorab informieren und die aufgestellten Hinweisschilder beachten, denn gerade in Naturschutzgebieten gelten strengere Regeln.
Fahrradfahren ist am Walberla verboten
Drei der Naturschutzgebiete im Landkreis Forchheim liegen im Naturpark – Ehrenbürg, Hetzleser Berg und der Eibenwald bei Gößweinstein. Am Walberla ist Radfahren nicht erlaubt und es gilt ein Betretungsverbot im Steilhangbereich, das Pflücken von Pflanzen ist generell verboten. Auch der Bärlauch am Hetzleser Berg ist tabu, da im Unterwuchs der beliebten Pflanze seltene Orchideenarten wachsen. Immer wieder finden die Ranger Feuerstellen in Höhlen oder der unmittelbaren Nähe. Das kann, unabhängig von der Waldbrandgefahr, tödlich für Fledermäuse enden, die sich teils tief in Spalten und Rissen verstecken und deren Lebensraum durch Feuer und Ruß zerstört wird.
Müllthematik sorgt für finanziellen Mehraufwand
Kletterer sollten, mit Rücksicht auf seltene Pflanzen, Wanderfalken und Uhus, Felssperrungen beachten. Das Grundverständnis und die Selbstkontrollen sind laut Stemper in der Kletterszene allerdings sehr hoch.
Lobende Worte findet er auch für die Gemeinden, die mehr Mülleimer aufgestellt haben und regelmäßige Leerungen durchführen. Die zusätzlichen Kosten sind jedoch nicht zu unterschätzen, wie Ralf Kunzmann, 1. Bürgermeister der Stadt Gräfenberg erläutert: „Der Aufwand für die Müllentsorgung beläuft sich auf ca. 10.000 – 15.000 € im Jahr.“ Der Zeitaufwand für Personal und Fahrzeuge der wöchentlichen Mülltour des Bauhofs ist noch nicht inbegriffen. Gegenseitige Rücksichtnahme und selbst ein leerer Joghurtbecher im Rucksack können dazu beitragen, die Einzigartigkeit der Fränkischen Schweiz auch für kommende Generationen zu bewahren.
Nähere Infos und einen Naturpark-Knigge finden Sie unter: www.fsvf.de/erlebnis/sensibles-verhalten















