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Ansturm auf Kurse
Nicht jeder darf schwimmen lernen
Mit den Poolnudeln üben die Kinder die richtige Beinarbeit.Forchheim & Fränkische Schweiz
Mit den Poolnudeln üben die Kinder die richtige Beinarbeit. // Ronald Rinklef
Forchheim – Schwimmen zu können ist lebenswichtig. Damit Forchheims Kinder es auch lernen, finden wieder einige Kurse statt. Doch es sind zu wenig.

Kurz vor 8 Uhr am Samstagmorgen am Forchheimer Königsbad. Rund 20 Kinder und ihre Eltern warten am Eingang. Die Erwachsenen tragen Masken, halten Abstand, einigen Kindern merkt man die Aufregung an, die Stimmung ist gut. Dann geht es los. „Schön, dass ihr alle da seid, ich überprüfe jetzt mal die Anwesenheit“, sagt eine der Frauen, die ein Klemmbrett in der Hand hält. Die Kinder werden in ihre Gruppen verteilt und dann geht das Tor auf. Alle huschen rein, gehen zielstrebig am Kassenhäuschen vorbei, über die Wiese und biegen nach links in Richtung Becken ab.

Schwimmkurse: 100 Kinder auf der Warteliste

An diesem Samstagmorgen findet die zweite Kurseinheit des Schwimmkurses des Forchheimer Schwimmsportvereins in diesem Sommer statt. Heike Hahn erklärt, dass aktuell zwei Kurse mit je zehn Kindern durchgeführt werden. „Vor Corona waren es immer zwölf Kinder, jetzt haben wir etwas reduzieren müssen“, sagt sie. Dabei ist die Warteliste lang. Mehr als 100 Kinder warten momentan auf einen Schwimmkurs. „Es sind so viele Anfragen, an manchen Tagen melden sich 20 Eltern.“

Kurse können nur außen stattfinden

Doch die Lage ist momentan kompliziert. „Wir können nur außen Kurse machen, da im Becken im Innenbereich noch gar kein Wasser ist“, erklärt Hahn. „Und deshalb müssen die Kurse alle außerhalb der normalen Öffnungszeiten stattfinden.“ Auch wegen Corona. Kapazitäten für mehr Kurse hätte der Schwimmsportverein, doch das Bad nicht.

Am Kursanfang tragen die Kinder noch ihre eigenen Schwimmflügel. Mit verschiedenen Übungen gewöhnen sich die Kinder ans Wasser.Forchheim & Fränkische Schweiz
Am Kursanfang tragen die Kinder noch ihre eigenen Schwimmflügel. Mit verschiedenen Übungen gewöhnen sich die Kinder ans Wasser. // Ronald Rinklef

„Nicht strampeln“, ruft Tanja Bonengel. Sie leitet gemeinsam mit ihrer Tochter Beatrix einen der beiden Kurse. Die Kinder liegen auf den Poolnudeln, sollen die Beine hochnehmen, um ein Gefühl für das Wasser zu bekommen. „Euer Körper bleibt ganz ruhig auf dem Wasser liegen.“ Die Kinder sollen Sicherheit im Wasser bekommen.

32 Grad im Übungsbecken

Damit die Kinder trotz der frühen Kurszeit nicht frieren, wird im Warmwasserbecken geübt. Heute früh hat es dort etwas mehr als 32 Grad. Außen ist es kälter. „Anziehen, öffnen, schließen.“ Die Beinarbeit wird geübt, mittlerweile liegen die Schwimmflügel der Kinder am Beckenrand. Heute ist die letzte Stunde, in der die Schwimmflügel überhaupt gebraucht wurden. Das Ziel ist es, dass am Ende alle Kinder das Seepferdchen-Abzeichen bestehen.

Lina und Kilian sind beide fünf Jahre alt und nehmen am Schwimmkurs von Tanja Bonengel teil. Beide machen mit Begeisterung mit. „Am coolsten ist das Reinspringen am Ende gewesen“, sagt Kilian. Seine Mutter Vanessa kennt die Begeisterung ihres Sohnes fürs Schwimmen. „Er will immer gar nicht mehr raus aus dem Wasser“, sagt sie. „Er möchte später auch in den Schwimmverein. Es war wirklich höchste Zeit, dass er jetzt einen Kurs macht.“

Mit der richtigen Beinarbeit zum Ziel.  Lina geht gerne in den SchwimmkursForchheim & Fränkische Schweiz
Mit der richtigen Beinarbeit zum Ziel. Lina geht gerne in den Schwimmkurs // Ronald Rinklef

Lina hatte im vergangenen Jahr schon einen Schwimmkurs begonnen, bevor dieser wegen Corona abgebrochen werden musste. Ihr haben in der heutigen Schwimmeinheit am besten die Übungen mit der Poolnudel gefallen. „Aus Verzweiflung hat sie mal den Badeanzug angezogen und ist in die Badewanne gestiegen“, sagt ihre Mutter Sandra Weißkopf. „Der Schwimmverein hier in Forchheim macht wirklich sehr gute Arbeit.“

Nur durch Ehrenamtliche möglich

Dass die Arbeit so gut läuft, liegt vor allem an den Ehrenamtlichen des Vereins. „Die meisten Helfer sind im Verein groß geworden“, sagt Bonengel. Sie gibt außerdem noch für die Volkshochschule Kurse. Diese sind etwas anders aufgebaut, anstatt einmal in der Woche wird hier zwei Wochen lang jeden Tag geübt. Aktuell laufe auch die Anfrage, dass in den Sommerferien zusätzliche Kurse stattfinden können.

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Ab Mitte Juli soll der Innenbereich für die Kurse dann auch zur Verfügung stehen. „Wir holen gerade zwei Jahre Kinderschwimmen nach“, sagt Bonengel. „Und die Schließung des Königsbades für die Renovierungen ist ja auch schon in Sicht.“

Tanja Bonengel nimmt sich während des Kurses für jedes Kind Zeit. Sie leitet sowohl beim Schwimmverein als auch bei der VHS Anfängerkurse.Forchheim & Fränkische Schweiz
Tanja Bonengel nimmt sich während des Kurses für jedes Kind Zeit. Sie leitet sowohl beim Schwimmverein als auch bei der VHS Anfängerkurse. // Ronald Rinklef

Zum Abschluss der heutigen Übungsstunde schnappen sich alle Kinder ihre Poolnudel und stellen sich in einer Reihe auf. Die Aufgabe: Ins Wasser springen. Zuvor darf jedes Kind entscheiden, ob es dabei die Hand der Schwimmtrainerin halten will oder nicht. Dann wird zum anderen Ende des Beckens geschwommen – mit der neu erlernten Bein-Technik – und dort werden die Kinder von den Eltern mit dem Handtuch empfangen.

Hausaufgabe im Schwimmkurs

Eine Hausaufgabe gibt es heute auch. Die Eltern sollen mit ihren Kindern den Pinguinlauf üben. Damit es dann am nächsten Samstag weitergehen kann – zumindest für die 20 Kinder, die einen der begehrten Schwimmkursplätze bekommen haben.

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