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Nach Sanierung
Schloss Hundshaupten erwacht aus Dornröschenschlaf
Schlossherr Heinrich von Pölnitz erklärt in Schloss Hundshaupten die Bilder im Eingangsbereich.Forchheim & Fränkische Schweiz
Schlossherr Heinrich von Pölnitz erklärt in Schloss Hundshaupten die Bilder im Eingangsbereich. // Carmen Schwind
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Hundshaupten – Heinrich von Pölnitz, Eigentümer von Schloss Hundshaupten, sanierte die Anlage. Manche Überraschung kam zum Vorschein. Doch ein Geheimnis bleibt.

„Wir sind jetzt im vierten Jahr der Renovierung und dürften in einem halben Jahr fertig sein“, sagt der Eigentümer vom Schloss Hundshaupten, Heinrich von Pölnitz. Seit einigen Jahren leben er, seine Frau Fiona und die fünf Kinder in der Schlossbaustelle.

Der Innenhof von Schloss Hundshaupten zeigt sich mit sechsmal gekalkten Wänden, neuen Ziegeln und alten Fenstern, innen mit neuem Glas.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Innenhof von Schloss Hundshaupten zeigt sich mit sechsmal gekalkten Wänden, neuen Ziegeln und alten Fenstern, innen mit neuem Glas. // Carmen Schwind

„Da ist was geboten, denn wir wollen das Gebäude richtig gut sanieren. Da kam sogar mal die Decke in einem Zimmer runter“, berichtet er, und schon kommen zwei Handwerker mit Werkzeug zu ihm und haben Fragen. Die werden schnell geklärt. „Es ist halt noch einiges zu tun“, erklärt von Pölnitz und weist darauf hin, dass er Eigentümer des Schlosses in zehnter Generation ist.

Rittergut als Lehen erworben

Nach dem Dreißigjährigen Krieg erwarb seine Familie das damalige Rittergut als Lehen. Zwischen 1991 und 2005 gehörten Schloss und Wildpark dem Landkreis Forchheim. Jetzt ist die Familie von Pölnitz wieder Eigentümer des Schlosses.

Das Schloss Hundshaupten von oben.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Schloss Hundshaupten von oben. // Heinrich Freiherr von Pölnitz

„Früher war das nur ein Sommersitz. Die Familie wohnte in Aschbach“, erzählt der Schlosseigentümer. Das große Problem sei im kalten Winter die Wasserversorgung gewesen.

Von Pölnitz hat Betriebswirtschaft studiert

Mittlerweile klappt das mit Wasser oder Strom. Von Pölnitz ist Forstwirt und hat Betriebswirtschaft studiert. Früher arbeitete er für eine Bank, jetzt ist er mit seiner Forstwirtschaft selbstständig und führt einen Begräbniswald. Außerdem entwickelt er einen Wohnmobilstellplatz in Geschwand.

Zukünftig gibt es Führungen

Zukünftig will er im Schloss kleine Führungen machen und dabei von der Familiengeschichte erzählen. Im Eingangsbereich hängen Bilder seiner Vorfahren. Unter anderem ist Hieronymus Christoph Freiherr von Pölnitz zu sehen, der die Burg 1661 vom Kloster Michelsberg in Bamberg gekauft hat. Erst entstand 1697 an der Westseite ein weiteres Gebäude, dann wurde die Anlage 1735 bis 1740 weiter ausgebaut.

Heinrich von Pölnitz mit seinem Hund im Innenhof.Forchheim & Fränkische Schweiz
Heinrich von Pölnitz mit seinem Hund im Innenhof. // Carmen Schwind

Nun wird das Schloss aufwendig mit Zuschüssen aus vielen Fördertöpfen renoviert. „Ich werde aber bis an mein Lebensende jeden Monat an diese Renovierung erinnert werden“, scherzt von Pölnitz und zeigt den kleinen Innenhof.

Risse in den Wänden

Er erklärt, dass es viele Risse in den Wänden gegeben habe und deshalb am Dachgebälk viel gemacht werden musste. „Es erinnert ein wenig an einen Zahnarztbesuch. Da wird Karies bemerkt, das man so nicht sah, und es muss viel mehr gemacht werden als gedacht“, vergleicht der Schlossherr.

In der Schlosskapelle dürfen Gäste beten.Forchheim & Fränkische Schweiz
In der Schlosskapelle dürfen Gäste beten. // Carmen Schwind

Er zeigt eine Stelle, an der Schwamm im Mauerwerk war, weil es in einen Kamin, der nicht zu sehen war, hineingeregnet hatte.

Pferdestall wird zu Kinderzimmern

Die ehemalige Holzliege und der frühere Pferdestall wurden zu Kinderzimmern umgebaut. Hinter der Kutschkammer sind das Verließ und ein Raum, der zugemauert wurde und keine Fenster und Türen hat. „Wir haben das nicht geöffnet, denn wir wollen dem Haus sein Geheimnis lassen“, erklärt von Pölnitz.

Sechsmal gestrichen

Die Wände des Innenhofes erstrahlen in hellem Weiß. „Das ist Sumpfkalk, der mit Magerquark und Leinölfirnis angemischt wurde. Das haben wir sechsmal gestrichen“, blickt der Schlossherr zurück. Er zeigt die kupfernen Regenrinnen und ist froh, dass die bereits angebracht sind: „Im Augenblick könnte man die nicht bezahlen.“

Früher nur im Sommer bewohnt

Da das Schloss nur im Sommer bewohnt wurde, wurden bisher auch keine Fenster ausgetauscht. So konnten diese komplett ausgebaut und an der Innenseite neue Gläser angebracht werden. Dadurch sind sie wohl noch alt, aber doppelt verglast.

Heinrich von Pölnitz steht vor seinem Schloss.Forchheim & Fränkische Schweiz
Heinrich von Pölnitz steht vor seinem Schloss. // Carmen Schwind

Der Schlossherr zeigt auch die besonderen Dachziegel. Vom Innenhof geht es weiter in die Kapelle. Dort betet Heinrich von Pölnitz ein Vaterunser, was er auch zukünftig mit seinen Gästen tun will: „Das ist ein Innehalten und Danken für das Vergangene und eine Bitte für die Zukunft.“ Die Zukunft seiner Familie sieht er im neu erstrahlten Schloss Hundshaupten.

 

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