Im Hegering „Am Hetzles“, einem Zusammenschluss verschiedener Jagdpächter rund um den Hetzleser Berg, der zwölf Ortschaften einschließt, häufen sich in letzter Zeit Vorfälle mit freilaufenden Hunden. Mitte Mai bot sich einer Spaziergängerin zwischen Hetzles und Effeltrich ein besonders grausiges Bild. Auf dem Weg fand sie ein gerissenes Reh mit durchgebissener Kehle und aufgerissenem Bauchraum, blutige Schleifspuren zogen sich über den Boden. Der Tod der führenden Rehgeiß, wie weibliche Rehe, die im Frühjahr Kitze gesetzt haben und aufziehen, genannt werden, ist nicht der erste Vorfall dieses Jahr.
Tote Rehe im Landkreis Forchheim: wildernde Hunde unterwegs?
Erst Anfang Mai gab es einen ähnlichen Vorfall in Großenbuch, letztes Jahr wurde ein toter Rehbock am Sportplatz in Neunkirchen am Brand entdeckt. Die Bissspuren sind in allen drei Fällen ähnlich – ein Wolfsangriff ist eher unwahrscheinlich. Es wird vermutet, dass es sich bei allen Vorfällen um wildernde Hunde handelt, ein Verursacher konnte bis jetzt nicht ausfindig gemacht werden.
Gemeinsam gilt es nun zu überlegen, wie weitere Vorfälle verhindert werden können. Verschiedene Möglichkeiten wurden von den Jagdpächtern des Hegerings „Am Hetzles“ bei einer eigens einberufenen Versammlung diskutiert. Zur Information der Hundebesitzer werden nun große Hinweisschilder angeschafft und das Gespräch mit dem Bauernverband gesucht, da auch die Landwirte aufgrund freilaufender Hunde mit Verunreinigungen durch Kot in den Wiesen zu kämpfen hätten. Die Jägerschaft will weiterhin freundlich auf die Situation hinweisen.
Jäger beklagen uneinsichtige Hundebesitzer
Immer wieder beklagen die Jäger jedoch den teils schwierigen Umgang mit einigen Hundebesitzern. Trotz freundlicher und höflicher Ansprache würden manche Hundehalter patzig und uneinsichtig reagieren. Dabei ist gerade in der sensiblen Brut- und Setzzeit Rücksichtslosigkeit von Hundehaltern fatal. Jungtiere wie Rehkitze, Junghasen oder Bodenbrüter sind chancenlos gegen jagende Hunde. Bereits das Hetzen löst bei den Tieren enormen Stress aus, führt zu Verletzungen und dazu, dass Jungtiere von der Mutter verlassen werden.
Im schlimmsten Fall endet die Hatz tödlich. Es ist zwingend erforderlich, Hunde im Bereich von Feld, Wald, Wiesen oder Hecken anzuleinen und Sorge zu tragen, dass keinem Tier Leid zugefügt wird. „Vielen Hundehaltern scheint zudem nicht bewusst zu sein, dass jagende beziehungsweise wildernde Hunde unter bestimmten Voraussetzungen durch Jagdausübungsberechtigte getötet werden dürfen“, erklärt Hegeringleiter Uli Wagner und betont: „Dies wäre jedoch aus Sicht der Jägerschaft stets die allerletzte Maßnahme. Gerade Jäger sind häufig selbst engagierte Hundeführer und Hundeliebhaber. Niemand möchte zu einem solchen Schritt gezwungen werden.“
Hundebesitzern im Landkreis Forchheim drohen hohe Geldbußen
„Meist liege das Problem auch eher am anderen Ende der Leine“, wie Wagner weiter ausführt, und ergänzt: „Wer Hunde in einem Jagdrevier unbeaufsichtigt frei laufen lässt, kann mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro belegt werden. In Naturschutzgebieten in Bayern herrscht zudem grundsätzlich eine generelle Anleinpflicht für Hunde. Der Schutz unseres Wildes ist keine Frage persönlicher Befindlichkeiten, sondern eine Verpflichtung gegenüber Natur, Tierschutz und gesellschaftlicher Verantwortung.“












