Urlaub am Meer und unbegrenzten Freibadspaß, das war im Corona-Jahr nur bedingt möglich. Um sich an den heißen Sommertagen doch im kühlen Nass zu erfrischen und ein wenig Urlaubsgefühle aufkommen zu lassen, entscheiden sich immer mehr Bürger für den Swimmingpool im eigenen Garten.
„Es gab durch Corona einen Aufschwung von 200 Prozent“, sagt Mirko Helbig. Er ist geprüfter Meister für Bäderbetriebe und Schwimmbadbauer, zudem betreibt er das öffentliche Hallenbad in Gräfenberg. Doch wer den Badespaß lange genießen und dabei gesund bleiben möchte, der muss einige Dinge beachten und vor allem wissen, wofür er den Pool braucht. Denn das beeinflusst nicht nur die Größe des Beckens, sondern auch die Ausstattung.
Größe je nach Anspruch
„Ein Pool für die Familie, der nur zum Abkühlen und Spaß haben ist, muss nicht groß sein. Ein Becken, sechs Meter lang, 3,50 Meter breit und 1,50 Meter tief, ist ausreichend“, sagt Helbig. Kommen noch Freunde oder zählt die Familie selbst mehr Mitglieder, sollte für das Becken mit mindestens acht Meter Länge kalkuliert werden. Doch auch das ist nur ein Spaßbecken. „Wer in dem Swimmingpool auch schwimmen möchte, kommt um eine Gegenstromschwimmanlage (GSA) nicht herum“, weiß Helbig.
Dies ist eine technische Einrichtung unter der Wasseroberfläche, stirnseitig in der Mitte des Beckens, die mit Hilfe eines Wasserstrahls eine Strömung erzeugt. Gegen diese kann man leicht oder kräftig anschwimmen. „Ohne diese GSA ist man selbst bei einem Zehn-Meter-Becken gleich wieder angekommen“, sagt Helbig.
Ein Loch im Boden reicht nicht
Die Größe des Beckens ist das eine. Wenn es dann an den Bau geht, kommt man um eine qualifizierte Baufirma nicht herum. Denn einfach ein Loch in den Boden graben und eine Folie einspannen, damit ist es nicht getan. „Man muss das Becken vernünftig bauen, damit es zum einen langfristig gerade steht und zum anderen wasserdicht bleibt“, meint der Experte. Das Becken kann mit handwerklichem Geschick noch selbst gebaut werden.
Doch die notwendige Wasseraufbereitungstechnik ist etwas anderes. Zunächst werden in den Pool die Armaturen eingebaut. Das sind zunächst der sogenannte Skimmer – der Oberflächenabsauger – und die Einströmdüsen, die die Beckenhydraulik erzeugen. Auch Unterwasserstrahler sind inzwischen gefragt. Diese LED-Lampen können weiß strahlendes oder farbiges Licht in den Pool zaubern. Denn gerade in den Abendstunden wirkt das Wasser schnell düster. Mit dem beleuchteten Pool lässt sich auch der Garten schön in Szene setzen.
Ganz sicher fachmännische Hilfe wird gebraucht, um das Schwimmen und Planschen in dem eigenen Pool lange genießen zu können. „Eine aufbereitende Technik, die bestimmte Kriterien erfüllen muss, ist notwendig“, sagt Helbig. Der Grund dafür ist einleuchtend. „Das Wasser muss jederzeit aus bakteriologischer, aus chemischer und aus physikalischer Sicht in einem einwandfreien Zustand sein.“
Chlortabletten können auch schaden
In der Regel werfen die Poolbesitzer eine Chlortablette oder Granulat ein, um das Wasser sauber zu halten. Doch diese Chlorverbindungen können auch gesundheitlichen Schaden anrichten, wenn es zu gering oder zu stark dosiert ist. „Der Abwehrmechanismus des Körpers wird zerstört“, sagt Helbig. Nicht nur wenn man Wasser schluckt. Auch durch Körperöffnungen gelangt es an empfindliche Bereiche wie die Nasenschleimhäute, die Bindehäuten der Augen oder den Gehörgang.
Wer nun keinen Poolbauer holen möchte, kann einen Fertigbausatz nutzen. Der Aushub, die Erstellung der Bodenplatte und das Mauern des Pools erfolgen in Eigenleistung. Die Folie und Technik setzt dann eine Firma ein. Je nach Größe kostet das ab 15 000 Euro. Gerne nachgefragt wird eine fertige Kunststoffwanne.
Allerdings ist weder diese Technik noch eine Behandlung mit Chlortabletten für Planschbecken geeignet. Im Gegenteil. Grundsätzlich gilt: Das Wasser im Planschbecken sollte täglich wieder geleert werden. „Es drei Tage stehen zu lassen, ist schon kritisch“, findet Helbig und vergleicht das mit dem Badewasser in der heimischen Wanne. „Wer setzt sich drei Tage später in dasselbe Wasser?“ Nicht nur, weil das Wasser schmutzig ist, sondern wegen der Krankheiten, die sich das Kind einfangen kann, ohne dass das mit dem Planschbecken in Verbindung gebracht wird.
Unsichtbare Bakterien
„Die Bakterien sind nicht sichtbar“, sagt der Schwimmbadbauer. Doch diese kommen mit der ersten Nutzung des Planschbeckens hinein und finden dort ideale Bedingungen, um sich exponenziell zu vermehren. Nicht umsonst wird in öffentlichen Pools alle vier Wochen das Wasser auf E-Coli Bakterien, was schwere Durchfälle verursacht, auf Pseudomonaden, was Ohrenentzündungen verursacht und auf Legionellen untersucht. Die Legionellen können das tödliche Pontiac-Fieber und die Legionärskrankheit verursachen.










