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3. Tischtennis-Bundesliga
Effeltrich auf der Überholspur: Ist sogar Aufstieg möglich?
Hannes Hörmann (vorne) und die Effeltricher Tischtennisspieler sind in der 3. Bundesliga auf dem Vormarsch.
Hannes Hörmann (vorne) und die Effeltricher Tischtennisspieler sind in der 3. Bundesliga auf dem Vormarsch. // Andreas Klupp
Effeltrich – Jahrelang hielte sich Effeltrich gerade so in der 3. Bundesliga. Doch in dieser Saison ist alles anders: Nach sechs Spielen grüßen die Effeltricher von der Tabellenspitze. Wie haben sie das geschafft?

Seit 2017 spielt die DJK/SpVgg Effeltrich in der 3. Tischtennis-Bundesliga. Der Klassenerhalt gelang immer – oftmals aber nur mit Müh und Not: „In den letzten sieben Jahren haben wir immer gegen den Abstieg angespielt. Wir haben nullkommanull damit gerechnet, dass es so gut laufen wird in dieser Saison“, sagt Teammanager Jürgen Wenninger.

Effeltrich gewinnt gegen Aufstiegsfavoriten Kaiserslautern

Nach sechs Spieltagen ist Effeltrich noch ungeschlagen. Selbst gegen die TSG Kaiserslautern, dem Aufstiegsfavoriten, hat DJK/SpVgg vor eineinhalb Wochen mit 6:4 gewonnen. Für Wenninger eine freudige Überraschung: „Alle, auch wir, dachten, dass wir gegen Kaiserslautern haushoch verlieren werden. Das war wirklich das krasseste Spiel.“ Bemerkenswert: Der Sieg glückte ohne den besten Effeltricher Spieler: Kenyu Hiratsuka.

Teamkollege Hannes Hörmann gewann an diesem Tag ein Einzel und ein Doppel. Auch er hatte mit einem Sieg gegen Kaiserslautern nicht gerechnet: „Vor dem Spiel dachte ich, dass wir wahrscheinlich verlieren werden. Aber andererseits wusste ich, dass es im Tischtennis immer auch schnell kippen kann. Ich spiele ja schon seit ein paar Jährchen.“ 

Und jetzt 2. Liga? Lieber mal den Ball flach halten 

„Mit diesem Flow und dem Selbstvertrauen vom ersten Spiel haben wir dann auch die nächsten Spiele gewonnen“, sagt Wenninger. Dass jetzt sogar die 2. Liga ein Thema werden könnte, scheint das Team noch gar nicht richtig glauben zu können. „Wir schielen nicht auf die 2. Liga. Wir genießen einfach, dass es so gut läuft“, sagt der Teammanager. Zum ersten Mal hätten die Effeltricher schon in der Winterpause die Gewissheit, dass sie in der 3. Liga bleiben werden. Das sei schon genug Grund zur Freude. Auch Hörmann bleibt lieber auf dem Boden der Tatsachen: „Ich denke, dass wir an unserer Erwartungshaltung nichts ändern dürfen.“

Teammanager Jürgen Weninger (l.) und die Effeltricher Spieler freuen sich über das gute Anlaufen der Saison.
Teammanager Jürgen Weninger (l.) und die Effeltricher Spieler freuen sich über das gute Anlaufen der Saison. // Foto: Andreas Klupp

Spiel gegen Hohenstein mit Unbekannten

Das nächste Ligaspiel gegen den TTC Hohenstein-Ernstthal findet am 15. November statt. Hörmann sieht gute Chancen für einen erneuten Sieg. Aber er sieht auch die Risiken: „Angesichts unserer Tabellenposition sind wir natürlich Favorit. Aber wir dürfen das gegnerische Team nicht unterschätzen. Im Tischtennis weiß man nie, wie das andere Team antritt.“ Effeltrich wird jedenfalls erneut ohne seinen besten Spieler, den Japaner Kenyu Hiratsuka, antreten. 

Effeltrich künftig ohne Kenyu Hiratsuka  

Hiratsuka ist erst 15 Jahre alt und kommt aus Japan. In Japan sei Tischtennis viel größer, als in Deutschland, so Wenninger. Koji Itagaki, der in Bad Königshofen die Bundesliga-Mannschaft trainiert, habe Hiratsuka eingeladen, um für ein paar Monate bei ihm in Deutschland zu trainieren. So kam es, dass der 15-Jährige für Effeltrich spielte. Doch jetzt geht der Jugendliche zurück nach Japan, um weiter an seiner Tischtenniskarriere zu feilen.

Kann Effeltrich das Niveau halten?

Effeltrich hofft auf weitere Unterstützung aus dem „Land des Tischtennis“: „Ich glaube, wir bekommen einen neuen Spieler aus Japan“, sagt Hörmann. Und wenn nicht, dann hat es ja schließlich schon einmal ohne einen Ausnahmespieler gegen einen Favoriten geklappt. Denn wer nichts zu verlieren hat, der gewinnt manchmal alles.

„Wenn du keine Angst hast, dann spielst du frecher auf und die Gegner merken irgendwann: Mist, das wird eng. Am Schluss sind die dann wie gelähmt, weil sie es mit der Angst zu tun bekommen“, erklärt Wenninger. Und Angst verbreiten in diesen Wochen vor allem die Effeltricher Tischtennisspieler bei der Konkurrenz. 

 

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