Klingt kurios, ist aber genau so im Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund am Wochenende passiert: Die Spielleitung zwischen der SpVgg Heroldsbach II und der SG Willersdorf/Pautzfeld wurde in der 82. Minute zu einer Familienangelegenheit, als der Schiedsrichter seinen Junior per Roter Karte des Feldes verwies.
Für diese Begegnung wurde Thomas Dietz eingeteilt. Im Tor der Willersdorfer stand mit Claudio Dietz sein 23-jähriger Sohn. „Eigentlich sollte es bekannt sein, dass ich bei der SG spiele und Thomas mein Vater ist“, sagt Claudio Dietz, der selbst als Schiedsrichter unterwegs ist. Dem Einteiler sei der Verwandtschaftsgrad aber wohl entgangen. „Es war für mich kein leichtes Spiel, vielleicht hätte ich es nicht pfeifen sollen“, haderte Thomas Dietz ebenfalls.
Sieg oder Punktverlust
Die SG Willersdorf/ Pautzfeld ging in der A-Klassen-Begegnung auswärts mit 1:0 in Führung. Dieser Spielstand hielt lange. „Kurz vor der entscheidenden Szene hat ein Heroldsbacher Zuschauer dann schon mal reingerufen, dass der Schiedsrichter mein Vater ist. Es war nicht unbekannt“, so Claudio Dietz.
Dann kam die 82. Minute. Ein Konter. Claudio Dietz kam dem Stürmer entgegen, der sich den Ball am Keeper vorbeilegte. „Jetzt musste ich mich schnell entscheiden. Halte ich den Spieler auf, oder lasse ich ihn das 1:1 machen. Ich war mir sicher, wenn er trifft, dann spielen wir nur unentschieden.“
Der Keeper brachte den Heroldsbacher zu Fall — und kassierte von seinem Vater die Rote Karte. „Ich wollte es nicht einsehen, muss aber nun zugeben, dass es richtig war.“ Willersdorf/Pautzfeld gewann letztlich mit 2:0. „In diesem Moment war es nicht mein Sohn, sondern ein Spieler, der sich falsch verhalten hat“, bedauert Thomas Dietz die Begebenheit. Die Zuschauer, auch die Heroldsbacher, bescheinigtem dem Referee eine tadellose Leistung.
Erste Rote Karte
Thomas Dietz musste nach dem Spiel den Bericht schreiben, in dem Wissen, dass eine Sperre folgen wird. „Ich wünsche ihm, dass die Sperre nicht hoch ausfällt, es war kein schlimmes Foul.“ Weil Claudio zuhause wohnt, laufen sich beide regelmäßig über den Weg. Es sei aber alles gut. Dennoch, so Claudio: „In 20 Jahren habe ich meine erste Rote Karte bekommen – und die von meinem Vater.“













