Sportkarrieren beginnen häufig, indem Eltern oder Freunde die Begeisterung für eine Sportart übertragen. Dass durch eine Castingshow im Fernsehen das Interesse geweckt wird, ist allerdings seltener. Umso bemerkenswerter ist es, wenn diese Karriere ihren (vorläufigen) Höhepunkt sogar in einem Deutschen Meistertitel findet. Genau das ist jetzt einem Forchheimer Duo passiert.
Denn zum Pole-Sport kam die heute 31 Jahre alte Carolin Wickles, als sie 2012 in der Fernsehshow „Das Supertalent“ einen Pole-Auftritt sah. In Nürnberg probierte sie sich daraufhin an der vorher unbekannten Sportart – und fand Gefallen. Unspektakulärer lief es bei ihrer heutigen Pole-Partnerin Theresa Knauer ab: Sie betrieb beim AC Bavaria Forchheim bereits Kraftsport, wurde auf den Pole-Kurs des Vereins aufmerksam und meldete sich dort an.
Trainerin wird zur Partnerin
Die Trainerin des Kurses: ihre heutige Pole-Partnerin Wickles, die mittlerweile beim AC Bavaria aktiv war. Auch Knauer begeisterte sich für den Sport und blieb am Ball – beziehungsweise bei der Stange. Seit Oktober 2021 trainieren beide gemeinsam. „Mittlerweile macht uns das zusammen noch mehr Spaß als alleine“, sagt die 24-jährige Knauer. Auch einige Fans haben die beiden: Über 31.000 Follower abonnieren das Forchheimer Duo mittlerweile bei Instagram. Dort präsentieren sie auf ihrem Kanal poledouble_de ihre spektakulären Kunststücke.
Rup in Gefahr beim Poledance:
Die Teilnahme an der Deutschen Polesport-Meisterschaft am vergangenen Samstag im sächsischen Grimma scheint da nur folgerichtig. Mit 34,8 Punkten erreichten die Forchheimerinnen den ersten Platz. „Ich glaube, das ist sogar Rekord bei der Deutschen Meisterschaft“, erzählt Knauer. Eine sportliche Qualifikation war nicht nötig, dafür hielt die Ausarbeitung einer Choreographie beide auf Trab. Denn die Vorgaben, die der Auftritt erfüllen muss, haben es in sich.
Auch als Trainerinnen aktiv
„Das Regelwerk fasst an die 300 Seiten“, berichtet Knauer. „Darin ist alles Mögliche vorgeschrieben, sogar Dinge wie die Kleidung, die getragen werden darf.“ Doch als alle Auflagen erfüllt waren, stand dem Titel nichts mehr im Wege. Der Aufwand hatte sich gelohnt: An der Stange trainiert das Duo meist vier Mal pro Woche. Dazu kommt zumindest für Knauer der klassische Kraftsport, den sie weiterhin betreibt. Doch das eigene Training reicht ihnen nicht: Schon länger besitzen beide einen Trainerschein. Seit Januar geben sie Poledouble-Workshops, um anderen den Spaß am Polesport zu vermitteln.
Rup in Gefahr beim Cheerleading:
Ein Wermutstropfen bleibt nach dem Meistertitel in der Klasse Professional: Sie gewannen nur in der zweithöchsten Kategorie. Theresa Knauer vermutet, dass ihre Leistung auch für den Sieg in der höchsten, der Elite-Klasse gereicht hätte – was gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft gewesen wäre. Das wollen beide im kommenden Jahr nachholen. „Das stand für uns direkt nach dem Sieg am Wochenende fest“, sagt Knauer. „Unser Ziel ist die WM.“













