Früh übt sich. Das gilt für jede Sportart und somit auch für den Motorsport. „Angefangen hat es mit Formel 1 schauen, und ich habe schon als kleiner Junge unheimlich viele Rennspiele gespielt. Am PC sogar direkt mit Lenkrad und Pedalen, da war ich fünf oder sechs Jahre alt“, erzählt der Forchheimer Rennfahrer Moritz Löhner, wie er mit dem Motorsport-Virus infiziert wurde.
Doch eine Karriere als Rennfahrer schien für Löhner utopisch. So blieb es zunächst jahrelang beim Zocken an heimischen Konsolen und Computern. Der entscheidende Schritt kam 2015/16. „Da wurde ich auf Anhieb Dritter im Winter Cup der virtuellen DTM-Meisterschaft und stand beim Finale der echten DTM in Hockenheim vor tausenden Fans auf dem echten Podium“, erinnert sich Löhner.
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„Da hat es Klick gemacht und ich habe gemerkt: Das wird immer größer und besser.“ Auch seine Karriere als Sim-Racer nahm immer mehr Fahrt auf. Bei den virtuellen Ausgaben der Langstreckenklassiker auf dem Nürburgring und in Bathurst fuhr Löhner Klassensiege ein. Nun wurden auch große Teams auf den Forchheimer aufmerksam.
Virtuelle DTM-Meisterschaft bringt den Durchbruch
Ab 2018 stand der 25-Jährige für rund zwei Jahre bei der E-Sports-Abteilung des Williams-Teams aus der Formel 1 unter Vertrag. Löhner bedankte sich für das Vertrauen unter anderem mit dem Gewinn des virtuellen Porsche-Carrera-Cups in Deutschland und der virtuellen DTM-Meisterschaft 2020. Letztere sollte für ihn schließlich das Sprungbrett in den echten Motorsport werden.
„Der Gewinner der E-Sports-Meisterschaft der DTM durfte als Preis seine Rennlizenz machen und an einem offiziellen Testtag der DTM Trophy teilnehmen. Ich habe den Titel geholt und dann die Rennlizenz gemacht. Eine Woche später ging es dann zu den Testfahrten an den Lausitzring und auch da war ich sofort auf der Pace“, berichtet Löhner.
Seine schnellen Rundenzeiten im GT4-Rennwagen ließen einige Teams aufhorchen. Sie wollten Löhner für die Saison 2021 in der Nachwuchsserie DTM Trophy verpflichten. „Das Problem war: Alle wollten Geld. Es gab zwar Telefonate, aber die Teams wollten alle zwischen 90.000 und 150.000 Euro für eine Saison von mir haben“, sagt der Forchheimer.
Moritz Löhner überzeugt in der DTM Trophy auf Anhieb
Und so blieb Löhner erst einmal außen vor. Bis im Juni 2021 sein Handy wieder klingelte. Auf der anderen Seite der Leitung: ein Verantwortlicher von FK Performance Motorsport. „Deren drittes Auto war finanziert, aber der Fahrer war weg. Sie machten mir ein Angebot, das man einfach nicht ausschlagen konnte“, erzählt der Forchheimer.
„Ich habe dann ziemlich schnell alles zusammengekauft und bin zum Saisonauftakt nach Monza gefahren.“ Und dort gab er eine mehr als ordentliche Visitenkarte ab: Platz drei gleich in seinem ersten Rennen im BMW M4 GT4 des Rennstalls aus Bremen! Dieses Ergebnis wiederholte er beim viertletzten Rennen des Jahres auf dem Hockenheimring.
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In der Gesamtwertung der DTM Trophy belegte Löhner in seiner ersten Saison den achten Platz. Auch 2022 erzielte er zwei dritte Plätze als bestes Ergebnis. Weniger konstante Punkteresultate sorgten jedoch dafür, dass er das Jahr auf dem elften Gesamtrang beendete. Danach war die DTM Trophy Geschichte - der ADAC übernahm die DTM vom bisherigen Veranstalter ITR.
Nächstes Ziel für den Forchheimer: Ein Rennsieg
Seitdem hat Löhner, der nach wie vor kein Geld für Renneinsätze auf den Tisch legt, nur noch einen Start im echten Motorsport absolviert: Beim Saisonauftakt 2024 des Le-Mans-Cups ging er für Reiter Engineering in einem LMP3-Prototypen an den Start. Doch mit dem Motorsport hat der Forchheimer noch nicht abgeschlossen, denn auf seiner Wunschliste stehen noch einige Dinge.
„In der DTM Trophy stand ich schon ein paar Mal auf dem Podium, aber irgendwann soll es mit einem Rennsieg klappen. Und natürlich war der Meistertitel in der Trophy ein Traum für mich. Aber auch mal auf der Nordschleife oder in Le Mans zu fahren, wäre schon krass“, verrät der 25-Jährige. Vielleicht schafft er das ja noch einmal über die virtuelle Schiene.












