Am Ende können sich beide als Sieger fühlen: Michael Hofmann (CSU) verteidigt sein Direktmandat und wird Forchheim auch künftig in München vertreten. Doch auch Thorsten Glauber (Freie Wähler) hat Grund zur Freude: Er hat im Vergleich zu 2018 den Abstand um etliche Prozentpunkte verringert, seine Partei freut sich bayernweit über einen ordentlichen Zugewinn.
In der Dauerkrise verlieren die Bürger das Vertrauen in die Demokratie
Verlierer sind dagegen, wie in ganz Bayern, SPD, Grüne und FDP, auch im Stimmkreis Forchheim – wohl auch die Folge eines Wahlkampfs, der von bundespolitischen Themen dominiert war. Anscheinend schwindet in der Dauerkrise zwischen Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik immer weiter.
Und das heißt auch, dass die beiden Sieger des Abends eigentlich Verlierer sind. Auf dem zweiten Platz liegt in Bayern die AfD, und auch in Forchheim hat die Partei mit rechtsextremen Parolen gut 14 Prozent der Gesamtstimmen geholt, rund vier Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren.
Damit kommt sie hinter CSU und Freie Wähler auf Platz Drei. Es ist offensichtlich, dass all die Strategien gegen eine Partei nichts helfen, die immer nur Probleme verkauft, Ängste schürt und Empörung produziert – aber keine Lösungen anbietet.
Die Debatte braucht von allen Seiten endlich mehr Sachlichkeit
An diesem Abend zeigt sich auch, wie wichtig es ist, dass CSU, Grüne und Freie Wähler die Gräben, die sie im Wahlkampf aufgerissen haben, wieder zuschütten. Der politische Diskurs braucht dringend mehr Sachlichkeit. Doch dafür müssen alle Seiten endlich aufeinander zugehen.
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