Ernährungsstudien und Selfie-Fluten legen nahe, dass Fast Food unseren modernen, auf Selbstoptimierung und Instagramtauglichkeit getrimmten Körpern nicht guttut. Kaum Nährstoffe, viel Kalorien und auch schnell geht es in Zeiten von Fachkräftemangel in der Systemgastronomie selten. Und doch steigen die Umsätze der großen Ketten wie etwa Burger King und McDonalds seit Jahren an. Aber das ist kein Wunder – im Selbstbetrug sind wir Menschen Weltmeister.
Und die hungrigen Cholesterinsammler erliegen den Schmalztiegeln mittlerweile auch deshalb, weil deren Bratmeister sie mit bunt blinkenden Verheißungen der digitalen Zukunft ködern. Wer will schon von einem kaugummikauenden, sichtlich angefressenen Angestellten nach der Wahl der Pommessoße befragt werden, wenn er das auch selbst auf einen fettverschmierten Touchscreen eingeben kann? Endlich kein schlechtes Gefühl mehr, sich auch noch das dritte Rindfleischmonster einzuverleiben, das automatisierte Bestellsystem urteilt nicht. Es fragt höchstens nach der Zahlungsweise.
Stadt Forchheim will Vorreiter werden - mit Multitouch-Displays
Was für Burger gilt, muss doch auch mit Bürgern klappen. Denkt sich zumindest die Stadt Forchheim, die derzeit ähnliche Displays testet. Nur dass sie nicht Fast-Lebensmittel vertreiben, sondern Informationen.
Das ist in vielerlei Hinsicht klug, spart es nicht nur künftig Personal ein, das es bis dahin eh nicht mehr gibt. Auch kann sie sich eines Tages gemütlich zurückziehen und dem Volk erklären, es komme dann schon allein klar mit seinen Bebauungsplänen und allerlei Antragswirrwarr.
Nummer vierhundertdrei: Einmal den richtigen Touch, bitte. Zum Mitnehmen.
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