0
Fensterbrettla
Schlafen wie ein Baby
Andreas Wolfger
Andreas Wolfger // Stefan Grossmann
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Wolfger
Forchheim – Der Sohn unseres Autors kann in jeder denkbaren Position ohne Probleme einschlafen. Das erfüllt den Vater mit Neid.

Einer der zahlreichen Vorzüge der Jugend, für die ich meine Söhne beneide, ist die Fähigkeit, nahezu überall und in jeder Position binnen Sekunden einschlafen zu können. Drehe ich mich nachts trotz schwerer Augen und Glieder mitunter noch stundenlang von einer Seite auf die Andere und von meinen eigenen Gedanken geplagt, kann gerade mein Dreijähriger problemlos abschalten. Einfach so. Manchmal verabschiedet er sich vorher noch, geht selbstständig ins Bett und schläft ein, bevor man ihm den Schlafanzug angezogen hat. In anderen Situationen positioniert er sich einfach vor dem Sofa, legt seinen Kopf auf der Armlehne ab und verabschiedet sich so stehend in das Reich der Träume.

Pennen in jeder Position

Reißt es mich manchmal bereits aus dem Schlaf, wenn die Heizung ein Grad zu hoch oder zu niedrig eingestellt ist oder wenn die Katze zu schwungvoll ihr Geschäft im Katzenklo verrichtet, so kann nahezu nichts mein Kind vorzeitig wecken. Neulich war ich besonders neidisch: Aus Protest hatte sich unser Spross quer in den Türrahmen des Wohnzimmers gelegt und angefangen, lauthals zu brüllen. Plötzlich hörte das Theater jedoch auf. Mitten im Plärren war er eingenickt. Mitten auf dem Übergang zwischen Vinylparkett und Feinsteinfliesen mit in die Höhe gestreckten Beinen, die am Tührrahmen lehnten. Gemütlich sieht anders aus. Auch als ich ihn aufhob und mir wie einen Kartoffelsack über die Schulter legte, schlief er seelenruhig weiter. „Warte Du nur, bis Du mein Alter erreichst“, dachte ich mir in diesem Moment. Fügte dann im Geiste jedoch hinzu: "Lass Dir dafür aber bitte noch etwas Zeit!“

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!