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Gegen den Trend
Forchheim trotzt Lehrermangel an Mittelschulen
Kein Lehrermangel an Forchheims Mittelschulen heißt es seitens des Schulamtes.
Kein Lehrermangel an Forchheims Mittelschulen heißt es seitens des Schulamtes. // Corri Seizinger
Forchheim – An den Bayerischen Mittelschulen herrscht Lehrermangel. In Forchheim bessert sich die Lage jedoch. Zum Schulanfang sind hier mehr Lehrer als im Vorjahr im Einsatz.

Bereits seit Jahren herrscht in Bayern ein Lehrermangel. Ganz besonders schwer betroffen hiervon sind laut der aktuellen Bedarfsprognose des Bayerischen Kultusministeriums die Mittelschulen im Freistaat. Hier ist eine Deckung des Grundbedarfs aktuell nicht gegeben und bis 2027 soll sie sogar bis auf knapp 88 Prozent fallen. Nicht alle Regionen des Freistaats sind offenbar jedoch gleich stark betroffen. So heißt es zumindest aus dem Schulamt Forchheim. Hier steigt im kommenden Schuljahr sogar die Zahl der Mittelschullehrer.

Zahl der Lehrer steigt

„Bei uns passt die Situation“, erklärt Schulamtsdirektorin Cordula Haderlein. Sie blicke entspannt auf das kommende Schuljahr, denn in ihrem Verantwortungsbereich seien für alle Klassen ausreichend Lehrer vorhanden. Alle rund 11.000 Wochenstunden, die anfallen würden, seien erfolgreich verbucht.

Tatsächlich steige die Zahl der Lehrkräfte im Vergleich zum Vorjahr sogar ein wenig. So würden etwa zehn Prüfungsabsolventen, die ihren Vorbereitungsdienst frisch bestanden hätten, hinzukommen. Zudem gebe es etwa ebenso viele Kollegen, die sich in den Schulamtsbezirk versetzen ließen, sowie vier Kollegen, die eigentlich für eine andere Schulart ausgebildet worden seien, sich nun aber für eine Karriere an der Mittelschule entschieden hätten. Und auch die Zahl an Referendaren steige von 18 im vergangenen Jahr auf insgesamt 27. Zwar gebe es jedes Jahr auch Abgänge – etwa infolge von Krankheit – deren Anzahl sei heuer aber deutlich geringer.

„Damit sind wir in diesem Jahr auf deutlich weniger Unterstützung von Studierenden höherer Semester angewiesen als in den Vorjahren“, berichtet Haderlein. Und es müssten ebenfalls keine neuen Quereinsteiger eingestellt werden. „Diejenigen, die bereits für uns arbeiten, bleiben selbstverständlich“, betonte sie. Schließlich hätten sie sich in den Schulen bereits als verlässliche Teammitglieder erwiesen und seien kaum mehr wegzudenken.

Nachwuchs fehlt

Natürlich sei ihr die Prognose des Ministeriums bekannt. Die Gründe hierfür seien in ihren Augen unterschiedlich. So etwa hätten sich früher aufgrund des Numerus Clausus im Fach Grundschullehramt zahlreiche Bewerber, deren Noten nicht gut genug waren, für die Mittelschule entschieden. Seit diese Hürde weg sei, sinke die Zahl der Studierenden im Fach Mittelschule.

„Letztendlich kann man niemanden dazu zwingen, Mittelschullehrer zu werden“, erklärt die Schulamtsdirektorin. Im Gegensatz zu anderen Schularten, biete in die Mittelschule in ihren Augen jedoch ganz besondere Möglichkeiten, kreativ und nah am Kind zu arbeiten.

Mittelschullehrer nah am Kind

„Das ist das Tolle am Klassenlehrerprinzip, das es an der Mittelschule gibt“, berichtet sie. Gymnasial- oder Realschullehrer seien deutlich stärker an ihre Fächer gebunden und hätten dazu eine distanziertere Beziehung zu den Schülern. Sie selbst sei zumindest dankbar für die Erfahrungen, die sie als Mittelschullehrerin und Direktorin im Landkreis Bamberg habe sammeln dürfen, bevor sie ins Schulamt gewechselt sei, um von dieser Position aus etwas zu bewegen.

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