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Haushalt 2024
Wiesenttal macht 1,23 Millionen Euro neue Schulden
Das Rathaus in MuggendorfForchheim & Fränkische Schweiz
Das Rathaus in Muggendorf // Thomas Weichert
Wiesenttal – Die Gemeinde muss Maßnahmen priorisieren, um liquide zu bleiben. Die Badsanierung Streitberg ist dabei noch nicht einmal der größte Posten.

Wenn in der Marktgemeinde Wiesenttal alle geplanten Maßnahmen dieses Jahr so erfolgen, wie sie im Haushaltsplan stehen, dann ist mit einer Neukreditaufnahme in Höhe von rund 1,23 Millionen Euro zu rechnen. Weitere Kreditaufnahmen sind dann auch noch im kommenden Haushaltsjahr 2025 nötig.

Durch die geplante Kreditaufnahme würde der Schuldenstand der Kommune beziehungsweise aller 2620 Einwohner auf rund 4,45 Millionen Euro bis zum Jahresende ansteigen. Jeder wäre dann mit rund 1697 Euro verschuldet. Zu Beginn dieses Haushaltsjahres lag die Pro-Kopf-Verschulung noch bei 1384 Euro. Vor der Haushaltsverabschiedung erläuterte die Kämmerin Kathrin Daum die wichtigsten Zahlen.

Geld für die Wasserversorgung

Die Sanierung des Familienschwimmbades Streitberg ist nicht der größte Investitionsposten in diesem Jahr. Dies ist vielmehr die Verbesserung der Eigenwasserversorgung, die heuer mit rund 1,2 Millionen Euro auf der Ausgabenseite steht. Dieser wichtigen Infrastrukturinvestition stehen 350.000 Euro als Einnahmen gegenüber. Allerdings müssen Wasser- und Abwasseranlagen kostendeckend sein, weshalb die Anschlussnehmer mit Beiträgen und einer Gebührenerhöhung rechnen müssen.

In den letzten Jahren konnte der Schuldenabbau dank guter Steuer- und Gebühreneinnahmen sowie dank Haushaltskonsolidierung und der Inanspruchnahme von Fördermitteln vorangetrieben werden. Heuer sowie in den kommenden Jahren ist allerdings mit einer weiteren Steigerung der Unterhalts-, Energie- und Personalkosten zu rechnen.

Im Verwaltungshaushalt rechnet die Kämmerin mit einem Gewinn von 125.914 Euro, der für Investitionen zur Verfügung steht, der allerdings bei weitem nicht dafür ausreiche. Die wichtigsten Investitionen sind neben der Wasserversorgung und der Anschubfinanzierung für das Freibad die Restkosten für die Dorferneuerung Streitberg in Höhe von 375.000 Euro, der Gehweg für die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Wüstenstein mit 120.000 Euro, ein neues Fahrzeug für den Bauhof für 115.000 Euro, die Erneuerung der EDV-Anlage im Rathaus für 40.000 Euro, die Umrüstung der Feuerwehrsirenen auf Digitalfunk für 35.000 Euro, die Absauganlagen für die Feuerwehrgerätehäuser für 32.000 Euro, eine Investition in die Abwasseranlage in Höhe von 47.000 Euro, 40.000 Euro für die Planungskosten der Sanierung der Straße zwischen Albertshof und Oberfellendorf sowie 20.000 Euro für einen Aufsitzrasenmäher und neue Ruhebänke für die Grünanlagen.

Gesamtvolumen 11,8 Millionen Euro

Das gesamte Haushaltsvolumen in Höhe von rund 11,8 Millionen Euro hat sich im Vergleich zum letzten Jahr um rund 9,8 Prozent erhöht. Dies sind rund eine Million Euro mehr. Hat der Markt 2019 noch 500.000 Euro als Stabilisierungshilfe vom Freistaat bekommen, erfüllte er in den Folgejahren die Antragsvoraussetzungen dafür nicht mehr.

Denn die Kriterien dafür sind so streng, dass man keinerlei freiwillige Leistungen wie zum Beispiel die Freibadsanierung oder die Dorferneuerungen mehr tätigen dürfte und keinen neuen Kredit mehr aufnehmen darf. Wie die Kämmerin Daum erklärte, sei die Finanzlage weiterhin angespannt. Daher sei es unerlässlich, die geplanten Maßnahmen zu priorisieren, damit die Liquidität der Marktgemeinde weiterhin gegeben sei.

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