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Ehemalige Apotheke
Asylunterkunft: Muggendorf verweigert einen Pflichtbeschluss
Migration
Kleine Gemeinden seien mit den Zahlen der Asylsuchenden, die auf sie abgewälzt werden, überfordert. Deshalb hat der Bauausschuss Muggendorf nun die Nutzungsänderung für die ehemalige Apotheke abgelehnt. // Uli Deck/dpa
Muggendorf – Das Landratsamt will die ehemalige Apotheke in Muggendorf als Asylunterkunft nutzen. Der Bauausschuss hat die Nutzungsänderung nun abgelehnt.

Seit September letzten Jahres sind im Gebäude der ehemaligen Markt-Apotheke in Muggendorf 18 Asylbewerber oder Kriegsflüchtlinge untergebracht, nachdem das Haus verkauft worden war. Nun hat das Landratsamt Forchheim der Marktgemeinde Wiesenttal mitgeteilt, dass der Gemeinderat einen Beschluss zur Nutzungsänderung von einem Geschäftshaus in ein Wohngebäude fassen muss, auch weil bauliche Maßnahmen beantragt wurden.

Behandelt wurde dieses Thema im beschließenden Bauausschuss. Wie Bürgermeister Marco Trautner (FW/CSU) informierte, habe der Markt Wiesenttal rein rechtlich keine andere Möglichkeit, als der Nutzungsänderung zuzustimmen. In letzter Konsequenz würde das Landratsamt voraussichtlich das gemeindliche Einvernehmen ersetzen. „Der Kommune sind dabei die Hände gebunden“, sagte Trautner.

Gemeinde will Apotheke als Geschäftshaus erhalten

„Ich werde definitiv der Nutzungsänderung nicht zustimmen, weil die Belastungsgrenze der Bürger und der Gemeinde erreicht ist“, bekundete Helmut Hofmann (Zukunft-Jura). Denn es könne nicht so weitergehen, „dass alles auf die ländlichen Gemeinden verteilt wird“, so Hofmann. „Mir geht das alles auch gegen den Strich“, gab ihm Matthias Knauer (FWW) recht. Denn den Gewerbetreibenden würden immer mehr Steine in den Weg gelegt. „Wäre das Haus nicht etwas für den Zahnarzt gewesen, der nun ganz weg ist?“, fragte Martin Polster (BMW). „Bemühungen dafür waren da, aber es klappte nicht“, gab ihm Trautner zurück.

Auch habe man seitens der Gemeinde alles versucht, das Haus als Geschäftshaus zu erhalten. Eine Eisdiele, ein Café: Daraus wurde aber auch nichts. „Ich finde es auch schwierig, dass aus einer Gewerbeimmobilie Wohnraum gemacht wird“, meinte der Rathauschef weiter. Und schade sei, dass man eine potenzielle Gewerbeimmobilie verliere. „Rein rechtlich können wir es aber nicht ablehnen“, erklärte Trautner.

Nutzungsänderung angelehnt: Gemeinden überbelastet

„Ich bin da ein stückweit emotional“, meinte dazu Konrad Rosenzweig (CSU). „Auf der einen Seite wollen wir helfen, andererseits fehlt seitens der Regierung ein Wegweiser, damit kleine Landgemeinden nicht überproportional belastet werden“, klagte der Vizebürgermeister. Er forderte von der Regierung, dass kleine Gemeinden nicht überlastet würden. Denn die Kindertagesstätten platzten demnach schon aus allen Nähten. Trautner informierte darüber, dass in Streitberg aktuell 107 Asylbewerber oder Kriegsflüchtlinge untergebracht sind, im Muggendorfer Wiesentweg 25 und in der ehemaligen Apotheke 18.

Dann ließ er über den Beschlussvorschlag zur Nutzungsänderung abstimmen. Nur er und Polster stimmten dafür, die weiteren sechs Räte dagegen. Somit wurde das gemeindliche Einvernehmen für die Nutzungsänderung verweigert. Nun geht das Ganze ans Landratsamt zurück.

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