Nervös ist Ben Schanda schon, während er am Tag zuvor noch über Schulbüchern und literarischen Texten sitzt, um für die Deutschprüfung zu lernen. Am Mittwoch, 27. März 22, um 8 Uhr wird es für den Schüler ernst: Das schriftliche Abitur startet. „Einfach waren die vergangenen zwei Jahre nicht“, sagt Schanda. Er ist einer von 264 Abiturienten und Abiturientinnen im Landkreis Forchheim, für die heute die schriftlichen Abschlussprüfungen losgehen.
Es ist der dritte Jahrgang, der das Abitur unter Corona absolviert. Pandemiebedingte Schulausfälle, Homeschooling, wechselnder Unterricht zwischen zuhause und in Präsenz, Maske tragen und Abstand halten im Schulgebäude. Pandemiebedingte Einschränkungen haben den Jahrgang während der gesamten Oberstufe begleitet.
Abiturjahrgang 2022: Forchheimer Schüler fühlt sich vorbereitet
„Ich fühle mich trotzdem gut vorbereitet“, meint Schanda, der auf das Herdergymnasium in Forchheim geht. „In der elften Klasse habe ich mir noch keine Panik gemacht. Und als wir in der zwölften mehr für die Abiturprüfungen tun mussten, hat uns unsere Schule gut unterstützt“, sagt er.
Das sei vor allem den Oberstufenkoordinatoren zu verdanken, betont der Schulleiter des Herdergymnasiums, Bruno Kuntke. Der Oberstudienrat aus Fürth leitet seit vergangenem Jahr als neuer Schulleiter die Geschicke des Herdergymnasiums.
Normalität im Schulalltag kehrt immer mehr zurück
Da der Unterricht wieder in Präsenz stattfindet, ist auch in die Abiturvorbereitung deutlich mehr Normalität eingekehrt. Ebenso bei den schriftlichen Prüfungen: Es gibt keine Testpflicht und die Schülerinnen und Schüler können selbst entscheiden, ob sie Maske tragen. Für die Abiklausur haben sie außerdem einen Zeitzuschlag von einer halben Stunde. Zudem wurden prüfungsrelevante Themen reduziert und vorab bekannt gegeben.
Der Forchheimer Abiturient findet es gut, dass „in gewisser Weise Rücksicht genommen“ wurde. „Ich denke schon, dass ich beim Abi das erreichen werde, was ich mir vorgenommen habe“, verdeutlicht Schanda.
Angst vor Ansteckungen: Herdergymnasium verteilt Abiturienten
Die diesjährigen Abiprüfungen am Herdergymnasium finden trotzdem noch nicht wie vor Corona statt: Die Schulleitung hat sich dagegen entschieden, dass alle 67 Abiturientinnen und Abiturienten gemeinsam in der Mensa schreiben. „Das war mir einfach zu eng“, erläutert Kuntke. „Schließlich könnten sich die Schülerinnen und Schüler noch anstecken.“ Im schlimmsten Fall könnten sie dann die Abiprüfungen nicht ablegen
Statt gemeinsam in der Mensa schreiben nun maximal zehn Prüflinge in einzelnen Klassenzimmern ihr Abitur. Während der Prüfungszeit finden am Herdergymnasium deshalb nur die Willkommensklassen für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler sowie der Unterricht der fünften Klassen statt. Die Kinder der sechsten bis elften Herder-Klassen haben während der schriftlichen Prüfungen Distanzunterricht.
Forchheimer Gymnasien schreiben Abitur wieder gemeinsam in den Hallen
Anders ist es am Ehrenbürg-Gymnasium in Forchheim: Dort findet das schriftliche Abi zwar wie vor Corona in der dortigen Dreifach-Turnhalle statt. Aber: Die 84 Abiturientinnen und Abiturienten werden durch die heruntergelassenen Trennwände in drei Gruppen geteilt. „In der Halle haben wir eine moderne Belüftung und können genügend Abstand halten. Das hat natürlich den Vorteil, dass der normale Schulbetrieb parallel stattfinden kann“, verdeutlicht Schulleiter Karlheinz Schoofs. „Insgesamt kann das diesjährige Abitur also wieder vergleichsweise ruhiger und besser ablaufen.“
Am Ebermannstadter Gymnasium gibt es während des Abis nur noch „Kleinmaßnahmen“, freut sich Schulleiter Siegfried Reck. Wenn alle 104 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Fränkische Schweiz heute gemeinsam in der Stadthalle Ebermannstadt das Deutsch-Abi schreiben, wurden lediglich die Abstände zwischen den Tischen im Vergleich zu vor Corona auf zwei Meter erweitert. Für die Prüflinge stehen noch Handschuhe und Desinfektionsmittel bereit. Reck weiter: „Dass wir das Abitur wieder vergleichsweise normal durchziehen können, ist super.“
Kreis Forchheim: kein Corona-Fall unter dem Abiturjahrgang
Die gute Botschaft aus allen drei Gymnasien im Kreis Forchheim: Aktuell gibt es unter dem Abiturjahrgang keinen einzigen Corona-positiven Fall – alle 264 Schülerinnen und Schüler können heute mit ihrem schriftlichen Deutschabi starten.
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