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Tiere
Wie Fledermäuse in der Fränkischen überwintern
Die Fachstelle für Waldnaturschutz kontrolliert die über 2500 Fledermauskästen in Oberfranken.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Fachstelle für Waldnaturschutz kontrolliert die über 2500 Fledermauskästen in Oberfranken. // AELF Bamberg
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Forchheim – Viele Fledermausarten haben gerade in der Fränkischen Schweiz mit ihren zahlreichen Höhlen ein beachtliches Vorkommen.

Zu welchen überaus faszinierenden Tieren passt dieser Spruch? „Der Tag ist mir verhasst, die Nacht ist mein Vergnügen, zwar Federn hab’ ich keine, doch kann ich wacker fliegen.“ Na, erkannt? Richtig: es handelt sich um Fledermäuse. Nachtaktive Tiere, die nicht – wie immer noch mancher meint – in Haare fliegen oder Blut saugen.

In Franken gibt es 23 verschiedene Fledermausarten. Zwerg- und Mückenfledermaus sind die kleinsten (ca. fünf cm Körperlänge). Die Größte ist das große Mausohr (ca. neun cm Körperlänge), welches eine Flügelspannweite von bis zu 40 cm erreicht. Darüber informiert die Fachstelle für Waldnaturschutz für Oberfranken.

Kühle und feuchte Winterquartiere

Insbesondere die Fränkische Schweiz zählt mit ihren zahlreichen Höhlen zu den Topeinständen für Fledermäuse. Mehr noch: die Fränkische Schweiz zählt zu den bedeutsamsten Überwinterungsgebieten in ganz Deutschland.

Die Winterquartiere müssen kühl, feucht und möglichst frostfrei sein. Optimal sind Temperaturen zwischen sechs und acht Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent. Dadurch wird ein Austrocknen der Tiere verhindert, welche während der Winterruhe nicht aktiv trinken.

Wenn die Bedingungen günstig sind, werden manche Quartiere über Jahre hinweg angenommen - auch von verschiedenen Arten. Als Schlafplätze dienen Felsspalten, Felswände oder Gewölbedecken, wo es sich zusammen mit den Artgenossen behaglich kuscheln lässt.

Störungen im Winter können tödlich sein

Von November bis März halten die Tiere in geschützten Höhlen, alten Stollen, Felsen- oder Bierkellern ihre Winterruhe. Für manche Arten tun’s auch ausgefaulte Baumhöhlen. Die Körpertemperatur der Tiere sinkt im Winter von 36 Grad auf ca. acht Grad Celsius ab. Die Herzfrequenz reduziert sich von 600 Schlägen pro Minute bei manchen Arten auf 10 bis 70. Zwischen zwei Atemzügen kann sage und schreibe eine Stunde vergehen.

Um durch die harte Winterzeit zu kommen, haben sich die Fledermäuse eine dicke Fettschicht angefressen. Diese ist bei gut genährten Tieren als auffälliger, auf dem Rücken zwischen den Schulterblättern gewölbter Kragen erkennbar. Manche besonders findigen Arten legen sich darüber hinaus Nahrungsvorräte an, die sie in verschiedenen Wachphasen verzehren, bevor sie ihre Winterruhe fortsetzen. In dieser Zeit sind Störungen in den Winterquartieren unbedingt zu vermeiden. Störungen können sogar lebensbedrohlich sein, weil die Tiere durch den unvorhergesehenen Weckvorgang übermäßig viel Energie verbrauchen.

Kontrollen im Waldgebiet „Unterer Markt“ bei Forchheim

Manche Arten vertragen mehr Kälte als andere. Kontrollen ergaben – zum Beispiel m Waldgebiet „Untere Mark“ bei Forchheim oder im Bruderwald bei Bamberg – dass manche Fledermäuse wie der Große Abendsegler bei niedrigen einstelligen Temperaturen immer noch wach sind. Andere sind da schon längst im tiefsten Schlaf.

Fledermäuse sind eine äußerst interessante Artengruppe. Wie sich ihre Bevölkerung und ihr Zustand über die Jahre hinweg verändert, das ergründet die Fachstelle für Waldnaturschutz Oberfranken, die Teil der Bayerischen Forstverwaltung ist und ihren Sitz am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg hat. Diese Gruppe an Forstleuten mit besonderen Spezialkenntnissen beim Waldnaturschutz kontrolliert jedes Jahr in den Fauna-Flora-Habitat-Gebieten Oberfrankens über 2500 Fledermauskästen. Dadurch gewinnt man wertvolle Einblicke in die Verteilung und den Bestand der verschiedenen Arten. Erfreulicherweise sind unsere heimischen Bestände seit Jahren stabil.

Natürliche Schädlingsbekämpfer

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Im Juni gebären sie lebende Junge, meist eines bis zwei je Weibchen. Die weiblichen Tiere sammeln sich hierzu in sogenannten „Wochenstuben“, um ihren Nachwuchs gemeinsam aufzuziehen.

Ihre Nahrung besteht aus Insekten, zum Beispiel Stechmücken, verschiedene Falter – darunter auch Schädlinge wie Eichenprozessionsspinner, Laufkäfer und selbst die für die Forstwirtschaft überaus gefährlichen Borkenkäfer, welche im Flug, von Ästen abgelesen oder am Boden erbeutet werden.

Das Prinzip der Echoortung

Tagsüber verbringen Fledermäuse ihre Ruhezeit in Baumhöhlen, Nistkästen, in Häuserspalten und -nischen, in Dachstühlen oder auch in Kirchtürmen, wo sie kopfüber frei hängen. Zu ihrem Schutz ist es äußerst wichtig, solche Quartiere zu (er-)kennen und zu erhalten oder auch neu zu schaffen. Informationen zum Fledermausschutz an Gebäuden erteilt die zuständige Naturschutzbehörde, die am Landratsamt oder in der Stadtverwaltung sitzt.

Dass sie sich trotz der Dunkelheit und selbst noch bei absolut mondloser Nachtschwärze gut zurechtfinden und jedes Hindernis treffsicher umfliegen, liegt an ihrem besonderen Orientierungssinn, der wie bei Radarflugzeugen auf dem Prinzip der Echoortung beruht. Dabei stoßen sie für uns kaum hörbare Laute aus, welche von Objekten zurückprallen und von ihren Ohren aufgefangen werden.

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