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Ferien mit Fischern
Fische, Insekten, Krebse: Was so in der Trubach lebt
Thomas Arnold zeigt Signalkrebse. Sie stammen aus Amerika und verdrängen europäische Krebsarten.Forchheim & Fränkische Schweiz
Thomas Arnold zeigt Signalkrebse. Sie stammen aus Amerika und verdrängen europäische Krebsarten. // Carmen Schwind
Signet des Fränkischen Tags von Carmen Schwind
Wannbach – Pretzfelder Kinder erfahren von den Fliegenfischern bei Wannbach viel über die Natur – und warum Signalkrebse nicht wieder ins Wasser ausgesetzt werden.

„Warum können die Wasserläufer auf dem Wasser laufen?“, fragt Rainer Hutter, stellvertretender Vorsitzender der Fliegenfischergemeinschaft Pretzfeld, in die Runde – ein Kind antwortet: „Weil er schnell ist.“ Ein anderes wirft ein: „Er hat doch Haken an den Füßen, oder?“ Hutter nickt und erklärt: „Ihr habt alle irgendwie recht. Hauptsächlich nutzen die Wasserläufer aber die Oberflächenspannung des Wassers.“

Weiter zählt er auf, dass das Insekt deshalb so schnell sein kann, weil es viele Härchen an den Fußgliedern hat. Wenn es erschreckt wird, kann es bis zu einem halben Meter springen. Trotzdem dienen sie den Fischen der Trubach als Nahrung. Das alles erfahren die Kinder im Pretzfelder Ferienprogramm, die einen halben Tag in Wannbach bei den Mitgliedern des Vereins gebucht haben.

Die Kinder und Steffen Lipfert beobachten die Signalkrebse in den Händen von Thomas Arnold.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Kinder und Steffen Lipfert beobachten die Signalkrebse in den Händen von Thomas Arnold. // Carmen Schwind

Pretzfelder Ferienprogramm kommt an

Der sechsjährige Florian Hetz beispielsweise hat viele Bücher daheim und interessiert sich sehr für Fische. Auch die achtjährige Emma Schmitt findet Fische toll. Sie kennt einige Fische, so wie auch der siebenjährige Ben Kefferstein. Sie alle freuen sich sehr über dieses Ferienangebot. „Das gibt es heuer zu ersten Mal“, erzählt Bürgermeister Steffen Lipfert, „die Kinder lernen den Verein kennen, erfahren etwas über die Trubach und über die Natur.“

Die Mitglieder des Vereins waren auch gleich begeistert und organisierten diesen Tag. Rainer Hutter spielt Gitarre, es gibt ein Quiz und das Fliegenfischen wird gezeigt. Die Kleinen erfahren auch, dass ein Fischereiverein viel zu tun hat wie Gewässer sauberzuhalten oder Schäden zu entfernen. Anhand von Schaubildern erklärt der Vereinsvorsitzende Thomas Arnold den Kindern das Ökosystem ihrer Heimat.

Die Fischereigemeinschaft Pretzfeld hat Angelknoten anschaulich erklärt.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Fischereigemeinschaft Pretzfeld hat Angelknoten anschaulich erklärt. // Carmen Schwind

Ein Thema sind die Fischnährtiere der Trubach wie eben der Wasserläufer, die Steckmückenlarve, die Eintagsfliegen oder der Rückenschwimmer. Arnold erklärt, dass Eintagsfliegen ihren Namen daher haben, dass sie ihre Entwicklung innerhalb eines Tages abschließen. „Kann eine Eintagsfliege auch mehrere Tage leben?“, fragt Hutter nach und erklärt, dass das so sein kann, dass die Fliegen aber ganz schnell von den Fischen weggefressen werden.

Signalkrebse werden als invasive Art der Trubach entnommen

Die Kleinen erfahren auch, dass die Trubach einer Karstquelle am südwestlichen Rand von Obertrubach entspringt und nach etwa 21 Kilometern bei Pretzfeld in die Wiesent mündet. „Und wo hat sie wohl ihren Namen her?“, fragt Arnold und erklärt gleich, dass der aus dem Althochdeutschen kommt und „trübe Ache“ bedeutet. „Aber die Trubach ist meistens ganz klar“, fügt er noch hinzu. Am Tag zuvor hat er eine Mühlkoppe gefangen. Die Kinder schauen begeistert in den Eimer mit Wasser, in dem diese schwimmt. Noch besser wird es, als sie das Tier an der Trubach wieder aussetzen dürfen.

In einem anderen Eimer sind zwei Signalkrebse, die Arnold hochhält. Die Kleinen freuen sich, denn die Krebse bewegen die Schwänze und versuchen, mit den Scheren zuzugreifen. „Damit die mir nichts tun, fasse ich sie von hinten“, zeigt Arnold und erklärt, dass Signalkrebse aus Amerika kommen, sich schnell vermehren und europäische Krebsarten verdrängen. Deshalb werden die beiden Exemplare nicht mehr in die Trubach eingesetzt.

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