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Aus Wasserschutz-Weizen
Bäckerei am Walberla setzt auf Nachhaltigkeit
Stolz auf die Initiative: (v. l.) Dominik Galster, Nicole Dutschmann, Markus Hofmann, Andrea Künzl und Katharina Schwab.Forchheim & Fränkische Schweiz
Stolz auf die Initiative: (v. l.) Dominik Galster, Nicole Dutschmann, Markus Hofmann, Andrea Künzl und Katharina Schwab. // K. Hühnlein
Signet des Fränkischen Tags von Karin Hühnlein
Kirchehrenbach – Der Familienbetrieb von Bäckermeister Markus Hofmann trägt in der Initiative „Wasserschutz-Weizen“ umweltschonend zum Erhalt wertvoller Ressourcen bei.

Die Bäckerei Hofmann aus Kirchehrenbach feiert ein bemerkenswertes Jubiläum: Seit nunmehr fünf Jahren ist das Unternehmen Teil der Initiative „Wasserschutz-Weizen“ der Regierung von Oberfranken. Landwirt Dominik Galster aus Gosberg, die Litz-Mühle in Gremsdorf und die Bäckerei Hofmann arbeiten gemeinsam für einen nachhaltigen und umweltschonenden Weizenanbau in der Region.

Forchheim: Wie die Bäckerei Hofmann auf Nachhaltigkeit setzt

Gemeinsam mit Wasserversorgern, wie hier im Forchheimer Gebiet die Stadtwerke Forchheim, bilden Landwirte, Bäcker und Mühlen eine innovative Partnerschaft und tragen maßgeblich zur Erhaltung wertvoller Ressourcen bei. Das kommt auch den Kunden zugute, die sich für qualitativ hochwertige Backwaren der Bäckerei Hofmann entscheiden.

Vorteile für Umwelt und Kunden

Laut Andrea Künzl von der Regierung von Oberfranken wird Weizen, der zur Herstellung von Backwaren angebaut wird, normalerweise mit 200 Kilogramm Stickstoff pro Hektar gedüngt. Beim Wasserschutz-Weizen sei die Düngung auf 160 Kilo Stickstoff pro Hektar und Jahr begrenzt.

Dadurch reduziere sich das Risiko, dass der Dünger als Nitrat ins Grundwasser gelange. Das komme wiederum der öffentlichen Trinkwasserversorgung zugute, die nur sauberes und streng kontrolliertes Trinkwasser für die Versorgung von Haushalten bereitstelle. Durch den Genuss von Wasserschutz-Backwaren trügen die Kunden der Bäckerei Hofmann somit aktiv zum Schutz ihres Trinkwassers bei.

Katharina Schwab vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland mit Sitz in Frankfurt (FiBL) begleitete die Auszeichnung als Projektkoordinatorin „Wasserschutzbrot“. Ziel der FiBL sei es, die ökologische Landwirtschaft trotz der Herausforderungen des Klimawandels weiterzuentwickeln, um ihr Potenzial für mehr Umwelt-, Natur-, Tier- und Klimaschutz voll auszuschöpfen.

Handwerkliche Produktion und regionale Partnerschaften seien das Erfolgsrezept der Initiative „Wasserschutz-Weizen“. Der Familienbetrieb, der in neunter Generation von Bäckermeister Markus Hofmann geführt wird, setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit. „Es ist ein echter Mehrwert, den Landwirt und den Müller in der Region zu haben und zu wissen, dass Acker, Mühle und Bäckerei in einem Umkreis von weniger als 25 Kilometer liegen“, erklärt Hofmann.

Regionale Wertschöpfungskette

Darüber freut sich auch Landwirt Galster, der einen weiteren Vorteil des Projektes hervorhebt: „Ich muss mir dadurch keine Gedanken mehr um die Vermarktung des Weizens machen. Die ist gesichert.“ Denn durch die Initiative „Wasserschutz-Weizen“ sei eine transparente regionale Wertschöpfungskette vom Landwirt und Wasserversorger über die Mühle bis zur Bäckerei aufgebaut worden. Die beteiligten Partner setzten auf persönlichen Kontakt und eine verlässliche Zusammenarbeit.

Hofmann bezieht das Wasserschutz-Weizenmehl von der Litz-Mühle aus dem Aischgrund – einem traditionsreichen Familienbetrieb, der seit mehreren Generationen hochwertige Mühlenprodukte herstellt. Mit viel Erfahrung und modernster Technik werde hier der Wasserschutz-Weizen zu feinstem Mehl verarbeitet.

Aufgrund der geringeren Düngung ist der Klebereiweiß-Gehalt im Mehl meistens etwas geringer. Landwirt Galster erklärt, dass auch Sorte, Standort und sogar der Zeitpunkt der Ernte einen Einfluss auf die Mehlqualität hätten. Doch Bäckermeister Hofmann weiß mit dem Mehl umzugehen: „Als handwerklicher Bäcker merke ich dem Teig an, wie ich ihn behandeln muss. Ob er mehr oder weniger Wasser braucht, zum Beispiel.“

Mit ihrer Teilnahme an der Initiative „Wasserschutz-Weizen“ setzt die Bäckerei Hofmann auf ein Modell, das sich zunehmend auf weitere Bäckereien und landwirtschaftliche Betriebe ausweitet. In Franken sind 31 Bäckereien mit 91 Verkaufsstellen, 26 Landwirte, fünf Mühlen und neun Wasserversorger Partner der Initiative. Im Landkreis gibt es neben der Bäckerei Hofmann derzeit noch zwei weitere Betriebe mit Verkaufsstellen. Weitere Informationen gibt es unter wasserschutzbrot.de.

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