Fridays for Future
Zu schönes Wetter fürs Klima?
Protestzug durch die Forchheimer Innenstadt: Rund 80 Teilnehmer waren am Freitagnachmittag dem Aufruf von Fridays for Future gefolgt.
Protestzug durch die Forchheimer Innenstadt: Rund 80 Teilnehmer waren am Freitagnachmittag dem Aufruf von Fridays for Future gefolgt.
Foto: Matthias Litzlfelder
Forchheim – Die Veranstalter hatten mehr Zulauf erwartet. Am Freitag wollten in Forchheim rund 80 Menschen für eine bessere Klimapolitik protestieren.

War es die Frühlingssonne, die warm, angenehm und unschuldig auf Forchheim herab schien? Oder einfach nur der Termin am Freitagnachmittag, wo viele Schüler nur noch Lust aufs Wochenende und weniger auf Protest hatten? Das konnten die Veranstalter von Fridays for Future, die gemeinsam mit der Forchheimer Kreisgruppe des Bundes Naturschutz zum globalen Klimastreik aufgerufen hatten, auch nicht sagen. „Wenige ist besser als gar keiner“, ließ sich Versammlungsleiterin Franziska Wild davon aber nicht beeindrucken. 150 Personen hatte sie nach eigenen Angaben bei der Polizei angemeldet, mitgemacht haben am Ende nur wenig mehr als die Hälfte.

Das derzeit alles beherrschende Thema Ukraine-Krieg wurde bei der Demo kaum erwähnt. „Hätten wir rechtzeitig die Klimapolitik geändert, hätten wir mit Energielieferungen jetzt weniger Probleme in Deutschland“, sagte Wild nur. „Was wollen wir? Klimaschutz!“, hieß es deshalb hauptsächlich. Und auf fränkisch wurde ein „Edzerdla“ noch nachgeschickt.

Vom Le-Perreux-Park ging der Demozug zum Marktplatz.
Vom Le-Perreux-Park ging der Demozug zum Marktplatz.
Foto: Matthias Litzlfelder

Abhängigkeit von Autokraten kritisiert

Am zehnten globalen Aktionstag der Bewegung gingen nicht nur in Forchheim Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. Unter anderem in Berlin und München forderte Fridays for Future dazu auf, die Erderhitzung durch rasche Emissionsreduktion zu begrenzen und Profite nicht länger über das Leben und die Bedürfnisse von Menschen zu stellen. „Die anvisierten Maßnahmen reichen nicht aus, um uns schnell aus der Abhängigkeit von Autokraten und ihren fossilen Brennstoffen zu befreien und die Klimakrise schnellstmöglich und effektiv zu bekämpfen“, sagt Friedrich Oehme, Geschäftsführer der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz.

Den Atomausstieg thematisierten zwei Sechstklässlerinnen.
Den Atomausstieg thematisierten zwei Sechstklässlerinnen.
Foto: Matthias Litzlfelder

Erlanger Physikprofessor mahnt

Auch die Kernenergie bleibt ein Thema der Klimaschutz-Bewegung. „Atomkraft? Nein danke“ war auf einem Transparent zu lesen, das zwei Forchheimer Sechstklässlerinnen trugen. Kinder waren bei dieser Demo allerdings nur vereinzelt vertreten. Dafür konnte die Forchheimer Bewegung mit dem Erlanger Physikprofessor Martin Hundhausen ein Mitglied der Initiative Scientists for Future als Redner begrüßen. „Es ist alles dramatisch genug und muss gestoppt werden“, sagte Hundhausen. „Als ich vor 33 Jahren nach Erlangen gekommen bin, da wäre es einfach gewesen, in Ruhe zu handeln. Aber es wäre ja absurd zu sagen, wir machen jetzt nichts mehr.“