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Das sagt der FT-Meteorologe
Alle Jahre wieder: Gibt’s an Weihnachten Schnee?
Selbst auf den höchsten Höhen der Fränkischen Schweiz gibt es seit 2010 Schnee nur über der magischen Marke von 500 Metern Seehöhe.Forchheim & Fränkische Schweiz
Selbst auf den höchsten Höhen der Fränkischen Schweiz gibt es seit 2010 Schnee nur über der magischen Marke von 500 Metern Seehöhe. // Christian König
LKR Forchheim – Chaotische Systeme vom Atlantik her machen eine Vorhersage schwierig. Wetterexperte Christian König wagt dennoch eine Prognose für Forchheim und die Fränkische Schweiz: Hoffen auf ein Minutenglück.

Vom Himmel rieselnde Schneeflocken an Heiligabend, verschneite Wege zur Christmette, glitzernder Schnee im Sonnenschein beim Weihnachtsspaziergang: Auf solche hautnahen Erlebnisse, die sich tief ins Gedächtnis eingebrannt ein Leben lang halten, mussten die meisten Teenager bislang komplett verzichten. Das ist die Wirklichkeit zumindest in unserer Region, selbst auf den höchsten Höhen der Fränkischen Schweiz, seit 2010.

Denn selbst dort geht es über die magische Marke von 500 Metern Seehöhe kaum hinaus. Bei rund 500 Metern Höhe liegt heutzutage inzwischen die sensible Grenze für ein gewisses Schneefallrisiko, wenn Meereskaltluft zu uns gelangt. Vor 50 Jahren schneite es in solchen Situationen noch häufig bis 300 Meter herab. Dann nämlich gibt es Schnee- oder Graupelschauer, die örtlich für eine Schneedecke sorgen könnten.

Atlantik und Nordsee entscheidend

Unterhalb dieser Höhenlage ist es mittlerweile auch in der ersten Winterhälfte kaum noch möglich, dass der Niederschlag selbst bei kalter Meeresluft durchweg als Schnee fällt oder gar eine Schneedecke bilden kann. Mit ein Grund dafür sind die wärmer gewordenen großen Wasserflächen des Atlantiks und der Nordsee. Der Mittelmeerraum spielt für Wintereinbrüche bei uns eher eine untergeordnete Rolle.

So weit, so gut – oder besser: so schlecht, zumindest für Schnee-Fans. Dennoch wiederholt sich in der Adventszeit mit steigender Nervosität und Neugier die Frage und Spekulation auf grüne oder weiße Weihnachten wie ein alljährliches Ritual. So auch diesmal. Und in der Tat ist und bleibt es quasi bis auf den letzten Drücker kurz vor Heiligabend fast ein Glücksspiel, vergleichbar mit Roulette, ob man die Münze auf den weißen oder grünen Chip setzt.

Meteorologischer Fakt

Unabhängig von diversen Mythen und Sagen über die guten alten Zeiten, in denen es angeblich fast immer weiße Weihnachten gegeben hätte (was schlichtweg statistisch nicht stimmt), ist das Weihnachtstauwetter ein meteorologischer Fakt. Diese sogenannte Singularität umschreibt eine überdurchschnittlich häufig wiederkehrende Neigung der Großwetterlage zu schmuddeligem und nicht selten windig-mildem Regenwetter vom Atlantik. Das typische West-Wetter stellt sich in sieben von zehn Fällen immer wieder gerne und zum Frust aller romantischen Weihnachtsschnee-Fans rund eine Woche vor den Weihnachtstagen bei uns ein. So auch diesmal wieder in besonders ausgeprägter Form.

Allerdings bergen derlei chaotische Systeme, bestehend aus Tiefs mit Warmsektor und Kaltluft-Rückseite sowie zumindest Zwischenhochs, auch eine gewisse Chance in sich, dass zufällig Heiligabend in den Kaltluftbereich fällt.

Und genau das scheint tatsächlich in diesem Jahr der Fall zu sein. So besteht die Chance, dass zumindest in der Fränkischen Schweiz bei ergiebigeren Schnee- oder Graupelschauern eine dünne Schneedecke entstehen kann. Da der Boden allerdings noch nicht so durchgefroren ist und kein Dauerfrost auf uns zukommt, wird es sich aber wahrscheinlich eher um eine Art Minutenglück mit sehr lokalem Anstrich handeln. Durchaus möglich, dass man zwischen Forchheim und Möhrendorf neidvoll auf die angezuckerten Höhen ab dem Walberla weiter hinein in die Fränkische blicken wird.

Es heißt also wie so oft um diese Jahreszeit: hoffen und Daumen drücken. Vielleicht klappt es ja doch mit einem flächendeckenden flockigen Weihnachtsgeschenk – vor allem für die Kleinen.

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