Behörde warnt
Wasserknappheit: Das muss jetzt beachtet werden
So vertrocknet sah die Wiesent schon einmal im Jahr 2020 aus. Ob es wieder so weit kommt, ist von der Trockenheit in den nächsten Wochen abhängig.
So vertrocknet sah die Wiesent schon einmal im Jahr 2020 aus. Ob es wieder so weit kommt, ist von der Trockenheit in den nächsten Wochen abhängig.
Foto: Carmen Schwind/Archiv
Forchheim – Weil die Wiesent und ihre Zuflüsse unter der anhaltenden Trockenheit leiden, weist das Landratsamt auf die Regeln zur Wasserentnahme aus Gewässern hin.

Die anhaltende Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen gefährden das Ökosystem Wiesent mit ihren Zuflüssen im Landkreis Forchheim. In Dürreperioden drohen ausgetrocknete Bachbetten und Fischsterben.

Nicht nur Blumen und Gemüsepflanzen im heimischen Garten sind gefährdet, sondern auch die in den Gewässern lebenden Tiere und Pflanzen, die ohne Wasser nicht überleben können.

Pegel der 78 Kilometer langen Wiesent sind niedrig

Im Hinblick auf die jetzt trockene und warme Jahreszeit weist das Landratsamt Forchheim in einer Pressemeldung auf die Regeln zur Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern wie Flüssen, Bächen, Gräben, Seen und Teichen hin.

Zurückhaltung bei der Wasserentnahme

Das Entnehmen von Wasser aus oberirdischen Gewässern bedarf grundsätzlich einer wasserrechtlichen Gestattung, die vorher beim Landratsamt zu beantragen ist. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Wasserentnahme unter den sogenannten Gemeingebrauch oder den Eigentümer- oder Anliegergebrauch fällt.

1. Gemeingebrauch

Für den Gemeingebrauch darf laut Behörde erlaubnisfrei jeder Bürger mit einem Handgefäß (z.B. Gießkanne oder Eimer) Wasser nur in geringen Mengen schöpfen, um zum Beispiel seinen Garten zu bewässern.

Wörtlich meldet das Landratsamt: "Der Gemeingebrauch steht grundsätzlich jedermann zu. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die erlaubnisfreie Wasserentnahme nur durch Schöpfen mit Handgefäßen (also nur in geringen Mengen) erfolgen darf."

So lässt sich Wasser im eigenen Garten sparen.
So lässt sich Wasser im eigenen Garten sparen.
Foto: Grafik: Jessica Zapf, FT

Ein komplettes Verbot für den Gemeingebrauch, wie es das Landratsamt im August 2020 schon einmal erteilt hatte, gebe es aktuell aber noch nicht, sagt Holger Strehl, Sprecher am Landratsamt Forchheim.

Wasserentnahme für Landwirtschaft erlaubt

Wasser mit einer Entnahmeleitung mit oder ohne Pumpe zu entnehmen, ist im Rahmen des Gemeingebrauchs lediglich aus Flüssen mit größerer Wasserführung und auch dort nur in geringen Mengen für das Tränken von Vieh und den häuslichen Bedarf der Landwirtschaft möglich, eine Feldbewässerung (außerhalb der Hofstätte) scheidet jedoch aus.

2. Eigentümer- und Anliegergebrauch

Der Eigentümergebrauch an einem oberirdischen Gewässer setzt voraus, dass der Nutzer Eigentümer des Gewässergrundstückes ist. Aber auch dann darf Wasser für den eigenen, auch landwirtschaftlichen, Bedarf nur entnommen werden, wenn keine Beeinträchtigung der Eigenschaften des Wassers, der Wasserführung oder des Wasserhaushaltes zu erwarten sind.

Diese Einschränkungen gelten auch für den Anliegergebrauch.

„Wasserentnahme bei Niedrigwasser in jedem Fall einstellen“

Das Landratsamt bittet deshalb um größte Zurückhaltung bei der Wasserentnahme in der sommerlichen Trockenperiode. „Insbesondere ist die Wasserentnahme bei Niedrigwasser in jedem Fall einzustellen“, betont die Behörde. Mit verstärkten Kontrollen durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach und die Polizei sei zu rechnen.

Kanufahren auf Wiesent ist noch erlaubt

Das Befahren der Wiesent mit Booten ist aktuell noch erlaubt, sagt Landratsamtssprecher Strehl. Das hänge immer von der Niedrigwasser-Situation ab.

Aktuell ist die Wiesent laut Hochwassernachrichtendienst Bayern an der Messstelle in Muggendorf 123 Zentimeter hoch (Stand: Dienstag, 21. Juni).

Der Pegelstand der Wiesent sei aber nicht allein ausschlaggebend, ob es in den nächsten Tagen zu Verboten kommt. „Das ist grob als Anhaltspunkt zu nehmen“, sagt Strehl. Der Zustand der Zuflüsse (z.B. die Leinleiter) und wie die Niedrigwasser-Situation an besonders gefährdeten Stellen ist, seien weitere Faktoren.

 

Lesen Sie dazu auch: