0
Was die Anwohner nervt
Chaos-Baustelle: Sperrung in Forchheim-Reuth sorgt für Unmut
Hier sollte es eigentlich kein durchkommen geben: Eigentlich ist die Hutstraße gesperrt, doch derzeit kann der Verkehr immer noch passieren. Warum das so ist.
Hier sollte es eigentlich kein durchkommen geben: Eigentlich ist die Hutstraße gesperrt, doch derzeit kann der Verkehr immer noch passieren. Warum das so ist. // Foto: Bjarne Bahrs
Forchheim – Verwirrung in Reuth: Trotz vermeintlicher Sperrung schlängeln sich Autos weiter durch die Hutstraße. Wie lange das noch geht und wie die Anwohner reagieren.

Seit knapp einem Monat ist der Verkehrsfluss im Forchheimer Stadtteil Reuth ein ganz anderer, als er es eigentlich sein sollte. Denn seit dem 19. Mai ist die Hutstraße für Autofahrer gesperrt, zumindest in der Theorie. Ohne die wohl wichtigste Verkehrsader des Viertels, müssen Verkehrsteilnehmer in Reuth nun auf eine große Umleitung ausweichen. Nach dem ersten Monat mit der Sperrung und der Umleitung bleibt das befürchtete Verkehrschaos noch aus. Die Gründe dafür sind aber etwas unerwartet.

Sperrung Hutstraße: Durchfahrt noch möglich

Denn wer von der Hut aus kommend zur Bundesstraße will, wird in der Hutstraße nicht unbedingt so aufgehalten, wie man denken würde. Wer die Hutstraße zu Fuß durchläuft oder mit dem Fahrrad durchfährt, bekommt regelmäßig Autofahrer auf der eigentlich gesperrten Straße zu sehen. Erlaubt ist das wohl nicht unbedingt, aber es ist möglich. Komplett zu ist derzeit nur der kleine Abschnitt der Reuther Straße zwischen Hutstraße und Kindergartenweg.

Forchheim-Reuth: Engstelle im Fokus

Glück im Unglück also für die Anwohner an der Route der Umleitung. „Das erleichtert schon die befürchtete Verkehrssituation, trotzdem merkt man auch, dass es schon deutlich mehr geworden ist“, erzählt etwa eine Anwohnerin am Unteren Schulweg. Ihre Straße sei von der Umleitung besonders stark getroffen. Der enge und steile Streckenabschnitt zwischen Ruhstraße und Georg-Kaffer-Straße kann nur einspurig befahren werden und muss daher mit einer Ampel geregelt werden.

Weil der Untere Schulweg so eng ist, muss er mit einer Ampel geregelt werden.
Weil der Untere Schulweg so eng ist, muss er mit einer Ampel geregelt werden. // Foto: Bjarne Bahrs

„Jetzt geht es noch. Besonders dank Ferien, gutem Wetter und der freien Hutstraße hält sich der Verkehr noch in Grenzen. Aber wenn man dann irgendwann nicht mehr durch die Hutstraße kommt, dann wird es hier schon ziemlich voll“, befürchtet eine weitere Anwohnerin des Unteren Schulwegs.

Deshalb ist die Durchfahrt trotz Sperrung möglich

Doch diese Zeiten werden nicht ewig andauern können. Auf Nachfrage der FT-Redaktion bestätigt die Stadt zwar, dass die Durchfahrt durch die Hutstraße derzeit noch möglich ist, doch auch, dass das nicht für die gesamte Zeit der Baustelle der Fall bleiben wird. „Das ist uns auch bekannt, dass man dort aktuell noch durchfahren kann. Wie lange das aber noch so sein wird, können wir als Stadt nicht sagen, da die Baustelle von den Stadtwerken durchgeführt wird“, erklärt Roland Brütting, Leiter des Forchheimer Straßenverkehrsamtes, auf Nachfrage von fraenkischertag.de. Für das restliche Jahr müssen sich die Anwohner der Umleitung also wohl doch auf ein höheres Verkehrsaufkommen vorbereiten.

Hier beginnt die Sperrung der Hutstraße. Ab dem 16. Juni wird eine Durchfahrt bis Ende des Jahres unmöglich.
Hier beginnt die Sperrung der Hutstraße. Ab dem 16. Juni wird eine Durchfahrt bis Ende des Jahres unmöglich. // Bjarne Bahrs

Antworten auf die Länge der inoffiziellen Durchfahrt geben die Stadtwerke Forchheim: „Aufgrund eines Wasserrohrbruchs waren die Arbeiten jetzt für eine kürzere Zeit unterbrochen, dadurch konnte man dann auch wieder inoffiziell durch die Baustelle fahren“, erklärt ein Sprecher der Stadtwerke Forchheim auf Nachfrage. Ab kommendem Montag, 16. Juni, soll die Hutstraße dann wieder komplett gesperrt werden.

Sperrung in Forchheim-Reuth: Anwohner kritisieren unsichere Umleitung

Besonders kritisch könnte der vermehrte Verkehr auch auf dem Weg zur Grundschule Reuth werden. „Viele Kinder aus der Nachbarschaft gehen den Schulweg ja einfach zu Fuß, wenn der Schulweg jetzt auf einer viel befahrenen Straße liegt, muss man schon überlegen, ob man die Kinder nicht lieber selbst bringt“, sagt eine weitere Anwohnerin.

Auf der Umleitung herrscht kein Parkverbot. Parkende Autos am Straßenrand sollen helfen, den Verkehr zu verlangsamen.
Auf der Umleitung herrscht kein Parkverbot. Parkende Autos am Straßenrand sollen helfen, den Verkehr zu verlangsamen. // Foto: Martin Regner

Generell bewerten einige der Viertelbewohner die Umleitung als unsicher. So fehle es an vielen Straßen an ordentlichen Fußwegen, gleichzeitig dürfe trotz Umleitung weiterhin am Straßenrand geparkt werden. „Ich möchte ungern zu Fuß zum Beispiel durch die Georg-Kaffer-Straße, wenn der Verkehr jetzt mehr ist, ich auf der Straße gehen muss, und die Autos gleichzeitig noch an den parkenden Autos vorbeimüssen“, sagt eine ältere Anwohnerin.

Forchheimer Straßenverkehrsamt: Kein Parkverbot

„Dass auf der Umleitung kein Parkverbot gilt, war eine bewusste Entscheidung. Damit wollen wir gewährleisten, dass die Anwohner weiterhin ihre Parkplätze haben und nicht zusätzlich belastet werden“, sagt Roland Brütting.

Gleichzeitig sollen die parkenden Autos auch dafür sorgen, dass der Verkehr auf der Umleitung verlangsamt wird. „Aus Erfahrung wissen wir nämlich, dass auf Umleitungen gerne mal schneller gefahren wird“, erklärt der Forchheimer Straßenverkehrsexperte.

Inhalt teilen
  • kopiert!