0
Arbeitsklima
Bibbern im Büro? So sparen Forchheimer Unternehmen
Erste Arbeitgeber haben angekündigt, Büros nur noch auf 15 Grad zu heizen. Wie handeln Forchheimer Arbeitgeber?Forchheim & Fränkische Schweiz
Erste Arbeitgeber haben angekündigt, Büros nur noch auf 15 Grad zu heizen. Wie handeln Forchheimer Arbeitgeber? // Foto: LIGHTFIELD STUDIOS, stock.adobe.com; Montage: Carolin Neundorfer
Signet des Fränkischen Tags von Manuel Bogdahn
Forchheim – Energiesparen ist eine der großen Herausforderungen. Wie weit gehen Firmen in Forchheim mit ihren Konzepten? Das kommt auf Arbeitnehmer zu.

Die steigenden Energiepreise drängen nicht nur die Normal-Verbraucher, sondern auch immer mehr Unternehmen zum Sparen. Nach dem Eintreten der neuen Energieverordnung am 1. September hat der Fränkische Tag bei den Firmen in der Region angefragt, welche Konzepte sie zum Heizen und Energiesparen verwenden und wie sich diese auf die Mitarbeiter auswirken werden.

Siemens Healthineers Forchheim

Bei Siemens Healthineers werden die Temperaturen, bei einer geringen Belegungsquote in den Büroräumen, deutlich abgesenkt. Durch die Möglichkeit von 60 Prozent Home Office respektive Mobile Office, welche die Mitarbeiter stark nutzen, geht das Unternehmen von einer geringen Bürobelegung aus. „Generell arbeiten wir an unterschiedlichen Konzepten, wie wir den Energieverbrauch sinnvoll und zumutbar senken können“, erklärt Heiko Jahr, Pressesprecher von Siemens Healthineers.

Für die Fertigung und fertigungsnahen Bereiche erwartet das Unternehmen keine relevanten Energieeinsparungen, da dort die Mitarbeiter nahezu 100 Prozent vor Ort arbeiten. Für die zukünftige Energienutzung hat Siemens Healthineers schon Pläne: „Wir arbeiten daran, noch unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden, mit dem Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu sein“, beschreibt Jahr die aktuellen Bestrebungen. Gerade im neue High Energy Photonics Center in Forchheim ist durch eine Umstellung von einem Blockheizkraftwerk auf Wärmepumpen ein Verzicht von Erdgas und Heizöl möglich.

Waasner Forchheim

Die Firma Waasner ist von elektrischer Energie, Gas, Heizöl und Energie aus Abwärme abhängig. Für die kommende Heizperiode werden die Büros und Werkstätten weiterhin mit Gas, Öl und Prozessabwärme beheizt. Aber die Raumtemperatur wird auf 18 bis 19 Grad gesenkt. Um Energie zu sparen, wurde eine neue Heizung mit einem Energiemanagement-System angeschafft. „Hierdurch sollte eine erhebliche Einsparung beim Energieträger Gas erzielt werden, was die ersten kalten Wochen dieses Jahres bereits zeigen“, berichtet Jürgen Schulte, Managing Director auf Anfrage des FT.

Den Mitarbeitern stehe wärmere Arbeitskleidung zur Verfügung und die Bürofläche solle effizienter genutzt werden, um die zu beheizende Fläche zu reduzieren, so Schulte. Außerdem werden die Aufträge bei Glühprozessen gebündelt und die alten Wärmeerzeuger ausgetauscht. Auch wird zusätzlich ein Notfallplan erstellt, „um im Rahmen einer Gasmangellage sukzessive die Gasverbraucher zu reduzieren und im Extremfall bis auf Frostschutz runterzufahren“, erklärt Schulte.

Sparkasse Forchheim:

Die Sparkasse in Forchheim beheizt ihre Arbeitsräume auf maximal 19 Grad. Flächen, die nicht zum Aufenthalt von Personen dienen, so zum Beispiel Treppenhäuser, werden nicht beheizt. Die Geschäftsstelle in Forchheim ist von den Energieträgern Gas, Öl und Strom abhängig.

Weitere Maßnahmen zum Energiesparen wären: Die Reduzierung von Kurierfahrten, das Abschalten der dezentralen Trinkwassererwärmungsanlagen und die Abschaltung der Außenbeleuchtung, ausgenommen die Sicherheitsbeleuchtung, so Charlotte Kaufmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Forchheim.

Simon Hegele

Auch das Logistikunternehmen Simon Hegele in Forchheim ist von Strom, Heizöl und Gas abhängig. Um Energie zu sparen wird auch Hegele die Temperaturen im Unternehmen abgesenkt. „Wir werden im Rahmen der Möglichkeiten und Vorgaben unserer Kunden zur Lagerung der teils temperatursensiblen Produkte die Temperaturen um circa zwei Grad Celsius senken“, berichtet Maximilian Streit, Mitglied der Sektor Leitung Healthcare bei Simon Hegele.

In den operativen Bereichen möchte das Unternehmen die Arbeitskleidung entsprechend anpassen. „Einsparungen erzielen wir auch durch das Ausschalten von Werbebeleuchtungen oder Bewegungsmelder in den Bürobereichen. Des Weiteren prüfen wir die Möglichkeit, die Dächer unserer Logistikcenter mit Solar auszustatten“, erklärt Streit. Auch wurden alle Standorte in den letzten zwei Jahren mit LED-Technik ausgerüstet. Die neuen Standorte werden von vornherein mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.

Stadtwerke Forchheim

Mit einer Gas-Zentralheizung, thermischer Solaranlage und mehreren Wärmepumpen heizen die Stadtwerke Forchheim ihre Büros und Werkstätten. Auch hier wird es kühler: Die Raumtemperatur wurde auf 19 Grad gesenkt. Um die geringere Heizleistung für die Mitarbeiter ertragbarer zu machen, gibt es verschiedene Maßnahmen: „Wir haben eine Teamwear, die auch Pullover und Jacken umfasst. Es besteht die Möglichkeit auf mobiles Arbeiten“, sagt Nicole Dutschmann, Pressesprecherin der Stadtwerke.

Auch werden weitere Energiesparmöglichkeiten ausgeschöpft, wie die Reduzierung der Nachtbeleuchtung und das Abschalten der Leuchtreklame. „Jeder Einzelne trägt in unserem Unternehmen dazu bei, den Energieverbrauch zu senken und achtsam zu handeln.“

Inhalt teilen
  • kopiert!