Ein zunächst still lauschender Zuhörer war es, der am Ende der Diskussion um den Bau einer kleinen Aldi-Filiale im Gewerbegebiet Neuses II (Weinhütten 2a) für einen Paukenschlag sorgte und das Blatt nochmals wenden könnte: Dessen Aussage zauberte Bürgermeister Claus Schwarzmann und einigen Marktgemeinderäten in der Bau- und Umweltausschusssitzung in Eggolsheim ein Lächeln ins Gesicht. Denn der Vertreter der Rossmann GmbH erklärte den erstaunten Gemeinderäten, dass Rossmann schon immer Interesse an der Errichtung eines Drogeriemarktes auf diesem Areal gezeigt habe.
Abstimmung über Aldi-Bauanfrage
Voraus ging die Abstimmung zu einer Bauvoranfrage für den Neubau eines Aldi-Verbrauchermarktes mit weniger als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Zur Klärung, ob das Vorhaben bebauungsplanrechtlich zulässig sei, wurde die Frage an die Regierung von Oberfranken weitergeleitet.
Diese sehe eine Ausweisung als Sondergebiet als nicht erforderlich an, berichtete Bürgermeister Schwarzmann. Das Bauvorhaben sei auf dem Gelände eines bereits abgerissenen Autohauses gegenüber des Lidl-Verbrauchermarkts und der dort ansässigen Apotheke geplant.
Georg Peßler (WG NBE) warf ein, dass die Bürger es für sinnvoller halten würden, einen Drogeriemarkt zu haben anstelle von zwei Supermärkten. Auch Martin Albert (JB) merkte an, dass es zuvor darum gegangen sei, einen Drogeriemarkt anzusiedeln.
„Leider ist uns das nicht gelungen“, antwortete Schwarzmann. Es sei richtig, dass auf früheren Plänen an der betreffenden Stelle ein Drogeriemarkt eingezeichnet gewesen war.
Jedoch habe die Marktgemeinde eigentumsrechtlich dort nichts mitzureden, da sich die betreffenden Grundstücke in Privatbesitz befinden würden. Zweiter Bürgermeister Georg Eismann merkte an, dass eine Größe unter 800 Quadratmetern eher unüblich für Aldi sei. Claus Schwarzmann äußerte dazu, dass er in einem Gespräch mit Lidl „vernommen“ habe, dass sich die beiden Konkurrenten mit solchen Aktionen auch gerne etwas „gegenseitig ärgern“. Er bezeichnete es aber als gut, dass „nun etwas Ordnung in den Bereich kommt“.
Die Frage von Ulrike Nistelweck (FW) nach dem Verkehrsgutachten beantwortete Schwarzmann folgendermaßen: Die Verkehrsplaner müssten beurteilen, ob eine Gefahrenlage bestehe und ob die Kreuzung das Verkehrsaufkommen vertrage.
Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig, das planungsrechtliche Einvernehmen unter Vorbehalt von noch zu klärenden Vorgaben.
„Mich würde interessieren, warum sie immer wieder den Kopf schütteln“, erteilte Claus Schwarzmann einem Zuhörer nach der Abstimmung zur Aldi-Bauvoranfrage das Wort. „Die Rossmann Drogerie hatte schon immer Interesse, auf dem Areal eine Filiale zu bauen“, erklärte Jürgen Kößl, der sich als Expansions-Außendienst der Dirk Rossmann GmbH vorstellte. Er habe von der Geschäftsleitung das Okay, sich für den Bau eines ihrer Drogeriemärkte auf dem Areal einzusetzen. Wenn Aldi nicht bauen würde, dann hätte Rossmann weiterhin Interesse. „Ach, ist das spannend!“, sagte Schwarzmann sichtlich erfreut über die Aussage von Kößl. Da es sich zunächst nur um eine Bauvoranfrage von Aldi handele, sei noch alles offen. Schwarzmann riet dem Vertreter von Rossmann, sich mit dem Eigentümer des Grundstücks in Verbindung zu setzen.









