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„Filis Haushalts-Truhe“
Ende einer Ära: Traditionsgeschäft in Ebermannstadt schließt
Anneliese Filis Enkelin hat den Resteverkauf am Kirchweihsonntag in Ebermannstadt organisiert.
Anneliese Fili in ihrem Geschäft hinter der Theke. Zum 29. August hat der Traditionsladen „Filis Haushalts-Truhe“ in Ebermannstadt geschlossen. // Foto: Martin Landeck
Signet des Fränkischen Tags von Martin Landeck
Ebermannstadt – Der Traditionsladen „Filis Haushalts-Truhe“ hat seine Türen für immer geschlossen. Dabei hatte das Geschäft eine lange Geschichte.

Das war’s: Anneliese Fili hat ihr Geschäft „Filis Haushalts-Truhe“ in der Hauptstraße zum 29. August geschlossen. Damit verliert Ebermannstadt eine Institution. Und eine Ära geht zu Ende. Denn „Filis Haushalts-Truhe“ war über Jahrzehnte eine feste Größe in der Stadt. Der kleine Laden in der Hauptstraße war unauffällig, die Auslage im Schaufenster wirkte ein bisschen gediegen. Doch wenn man den Laden betrat, atmete man den Charme der sogenannten guten alten Zeit. Die ist hier nun vorbei. Die schlichten, leeren Regale sprechen eine deutliche Sprache. 

„Filis Haushalts-Truhe“: Traditionsgeschäft geschlossen

Noch vor kurzem sah das anders aus. Wenn man etwas für den Haushalt brauchte, war man dort gut beraten. Man bekam zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis qualitativ hochwertige Waren und eine fachkundige Beratung dazu. Gerne nahm sich Frau Fili auch mal Zeit für einen Plausch mit der Kundschaft.

„Filis Haushalts-Truhe“ war über Jahrzehnte eine feste Größe in Ebermannstadt.
„Filis Haushalts-Truhe“ war über Jahrzehnte eine feste Größe in Ebermannstadt. // Foto: Martin Landeck

Bei  „Filis Haushalts-Truhe“ in Ebermannstadt wurde man fündig

Bei Fili wurde man fündig. In dem umfangreicheren Sortiment gab es nahezu alles, was in einem Haushalt gebraucht wird. Neben Besteck und Geschirr waren auch Küchengeräte und Werkzeuge für den Garten, bis hin zu Schrauben und Nägeln vorrätig. Von denen liegen neben ein paar übrig gebliebenen Bürsten und Kleinteilen noch einige in den mittlerweile fast leeren Regalen.

Wer das Geschäft in der Vergangenheit zum ersten Mal betrat, war oftmals überrascht, welche Fülle das Angebot hatte. Sogar Ersatz-Topfdeckel und Gummidichtungen für Dampfkochtöpfe konnte man kaufen. Und was man nicht bekam, wurde gerne bestellt. Nicht nur die Einheimischen schätzten das Geschäft, auch viele Urlauber, die regelmäßig Jahr für Jahr nach Ebermannstadt kamen, besuchten immer wieder gerne Filis Haushalts-Truhe. Sie wussten, dass es hier Sachen gab, die sonst kaum noch angeboten wurden.

Anneliese Fili hat ihr Geschäft in der Hauptstraße geschlossen. Damit verliert Ebermannstadt eine Institution.
Anneliese Fili hat ihr Geschäft in der Hauptstraße geschlossen. Damit verliert Ebermannstadt eine Institution. // Foto: Martin Landeck

Früher eine Zinngießerei und Flaschnerei

Die Geschichte des Geschäfts reicht weit zurück. Das Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wahr anfänglich eine Zinngießerei und Flaschnerei, in der Filis Urgroßeltern unter anderem Deckel für Bierkrüge herstellten und in der gesamten Fränkischen Schweiz verkauften. Später kam der Schwiegersohn in die großelterliche Familie und nannte das Geschäft Kaufstätte. Filis Schwiegereltern wandelten den Laden allmählich in ein Haushaltswarengeschäft um. Vor fast 60 Jahren kam Anneliese Fili aufgrund der Heirat mit Friedrich Fili in den Laden und begann, dort mitzuarbeiten. 1980 hat die gelernte Verkäuferin das Geschäft übernommen und umgebaut. Seitdem heiß es Filis Haushalts-Truhe.

Geschäfte in Ebermannstadt geschlossen

In letzter Zeit war es aber eher ruhig um den Laden geworden. Die Öffnungszeiten waren gekürzt worden. Manchmal blieben auch die Lichter aus. Nun werden sie es wohl für immer bleiben. Leider ist dies kein Einzelfall. Denn in den vergangenen Jahren wurden immer wieder Geschäfte geschlossen, die in Ebermannstadt eine Lücke hinterlassen. Da gab es Bäckereien, Metzgereien, ein Elektrofachgeschäft, einen Spielzeugladen (um nur einige zu nennen) und andere, die nun fehlen. Es wird wohl auch mit dem geänderten Kaufverhalten der Menschen zu erklären sein.

Letzter Resteverkauf am Kirchweihsonntag in Ebermannstadt

Am Kirchweihsonntag, 14. September, organisierte Filis Enkeltochter zum Abschied einen letzten Resteverkauf, der großen Anklang bei den Marktbesuchern fand. Der Laden war voller Leute und viele Kunden äußerten ihre Wertschätzung: „Wir werden das Geschäft und Frau Fili vermissen.“ Ein würdiger Abschluss für ein Geschäft, das mit Herz und Hingabe geführt wurde – und für eine Frau, die über Jahrzehnte mit Leidenschaft für ihre Kundschaft da war. 

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