Für den Besitzer des Hofmanns-Kellers, Haldun Yildirim, wird das diesjährige Annafest trotz Besuchermassen und toller Stimmung wohl einen leicht faden Beigeschmack hinterlassen. Der Grund: Bereits kurz vor Anstich sorgte eine für dieses Jahr errichtete Überdachung am Hofmanns-Keller für Streit zwischen der Stadtverwaltung und dem Keller-Besitzer. Dort hatte er die Keller-Terrasse mittels stabiler Holzlatten überdacht. Die Stadtverwaltung soll daraufhin von Schwarzbau gesprochen haben und einigte sich mit Yildirim auf einen sofortigen Abbau nach Annafest-Ende.
„An die Abmachung haben wir uns auch gehalten“, erklärte Yildirim auf Nachfrage der FT-Redaktion. Für ihn handelte es sich aber keinesfalls um Schwarzbau. Vonseiten der Stadt soll es lediglich die Richtlinie gegeben haben, dass alles „sauber aussehen“ und der Bühne gegenüber ähneln sollte. An den benachbarten Kellern wurden Überdachungen durch eine grüne Plane aufgebaut. „Die Plane hätte gereicht und man hätte nicht rund 10.000 Euro verloren“, ärgert sich Yildirim.
Investitionen am Keller auf Eis
Dass es am Ende zum erzwungenen Abbau kam, findet Yildirim vor allem schade. „Es hatte das Ganze einfach ein wenig aufgebessert“, findet er. Der Vorwurf des vermeintlichen Schwarzbaus sei seiner Ansicht nach auch nur von vereinzelten Personen innerhalb der Verwaltung gekommen. „Trotzdem müssen wir in Zukunft vorsichtig sein und auf die Bremse drücken, was Investitionen am Keller angeht“, erklärt Yildirim.
Eigentlich gebe es da noch einiges zu tun, meint der Keller-Wirt. Am Hofmanns- und Schwanen-Keller, die beide unter seinem Besitz stehen, waren noch einige Baumaßnahmen geplant. „Wir wollten eigentlich die Mauern erneuern und hinten Toiletten aufstellen“, erzählt Yildirim. Dazu wird es in naher Zeit aber nicht kommen, auch durch das Verhalten der Stadt bezüglich der Überdachung geschuldet. „Wir können nicht Hunderttausende Euro in die Keller investieren, wenn wir nicht wissen, wie wir bei der Stadt stehen.“
Verwaltung reagiert auf Vorwürfe
Was den vermeintlichen Schwarzbau am Hofmanns-Keller angeht, hat die Stadtverwaltung eine andere Sicht der Dinge. „Es ist einfach ein Fakt, dass es sich bei der Überdachung um Schwarzbau gehandelt hat“, erklärt der zuständige Kellerwald-Bürgermeister Udo Schönfelder auf Nachfrage des Fränkischen Tags.
Demnach hätte sich Yildirim nicht nur nicht an weitere Vereinbarungen der Stadtverwaltung gehalten, sondern hätte die Überdachung auch ohne jegliche Baugenehmigung aufgebaut. Anders als von Yildirim behauptet, hätte es weitere Vorgaben bezüglich der Überdachung gegeben, die nicht eingehalten wurden. „Es gab nicht nur die Vorgabe, dass alles „sauber aussehen“ sollte. Das ist einfach falsch“, erklärt der zweite Bürgermeister.
Stadt hätte Sanierungs-Potenzial
Auch außerhalb des Hofmanns-Kellers gäbe es im Kellerwald Sanierungs-Potenzial. „Die Stadt hätte einiges zu tun“, erklärt Yildirim. Viel getan hätte sich bis jetzt aber bislang nicht. Stattdessen würden die Keller-Wirte gerne selbst Hand anlegen und Sanierungsarbeiten durchführen. „Viele wollen, sind aber auch durch die Stadt recht zögerlich, was Sanierungsmaßnahmen angeht“, erklärt Yildirim.
Und auch bei der Stadt sind die Bremsen angelegt, was großzügige Sanierungsarbeiten am Kellerwald angeht. Auch in der Verwaltung ist zwar bekannt, dass ein Sanierungsstau durchaus vorhanden ist, allerdings sorgt die durch Gewerbesteuerausfälle beschworene Haushaltssperre für starke Einsparmaßnahmen im städtischen Budget. In den genannten Maßnahmen finden sich auch vorerst gestoppte Sanierungen am Forchheimer Kellerwald. „Wir wollen in den nächsten Jahren die Keller im städtischen Besitz sanieren, aber durch die Haushaltssperre langsamer als ursprünglich geplant“, erklärt Kellerwald-Bürgermeister Schönfelder.
Lesen Sie auch:















