Zwei Drehspieße rotieren langsam vor schwarzen Fliesen, eine Glastheke gibt den Blick frei auf frischen Salat, 30 bis 35 Sitzplätze stehen innen bereit: Seit Freitag hat das Restaurant Maya an der Hauptstraße geöffnet.
Junge Syrer bieten hier unter anderem Grillspezialitäten orientalischer Art, türkische Gerichte und Pizzen mit hausgemachtem Teig. „Eigentlich wollten wir im April öffnen, aber die Gasverbindung hat länger gedauert“, erzählt Salah Almasalkhi. Der 27-Jährige stammt wie sein Cousin Mhd Al Msalkhy, der Besitzer des neuen Forchheimer Restaurants, aus Syrien. Dort ist er 2014 geflohen.
Viel Leerstand
Angefangen haben die Gründer mit einem Imbiss in Röttenbach. Jetzt, nach sechs Monaten Umbau, sind sie daneben in Forchheims Innenstadt aktiv.
Auf der Suche nach geeigneten Räumen, wurden sie im Internet fündig. Nicht ungewöhnlich. In Forchheims Innenstand gab und gibt es viel Leerstand. Gleich gegenüber dem „Maya“ hängt seit längerem ein Schild mit Telefonnummer im Schaufenster: „Zu vermieten“. „Da hatten wir es auch probiert. Aber die wollten keine Gastronomie“, berichtet Almasalkhi.
Vermietangebot samt Telefonnummer
„Ich habe meine Erfahrungen beim vermieten. Es muss halt passen. Und Gastronomie hätte zu große Umbauarbeiten erfordert“, sagt Astrid Haub, die das Schild aufgehängt hat.
Ein Modegeschäft war vor dem Leerstand hier ansässig. Doch in dieser Branche gab es in der Innenstadt in den vergangenen Monaten einige Geschäftsaufgaben. Am Marktplatz 7 etwa das Modehaus Schick. Auch hier leere Schaufenster mit einem Vermietangebot samt Telefonnummer hinter der Scheibe.
An der Wiesentstraße 9 hatte Ende 2020 mit dem „Stadtkind Forchheim“ ein Geschäft für Kinderkleidung hoffnungsvoll eröffnet. Auch dieses Schaufenster ist leer. Das Geschäft existiert aber noch – als Onlineshop.
Umzug nur auf die andere Straßenseite
„Alles muss raus – nur noch bis 28.06.22“ steht im Schaufenster vom Laden Hauptstraße 54. Aber André Jerundow beruhigt. Der 27-Jährige zieht mit seinem Geschäft „Andows“ nur auf die andere Straßenseite, Hauptstraße 61. Gleich daneben (Hauptstraße 63) wird seine Mutter mit dem „Extra Fashion“ zu finden sein. Wann die neuen Geschäftsräume saniert sind, steht noch nicht ganz fest. „Ursprünglich sollte es am 1. März losgehen. Inzwischen wird nicht einmal mehr der 1. Juli klappen“, sagt Jerundow. Die Baustelle hier zieht sich.
Weniger als die Hälfte der Kunden
Am Paradeplatz ist es ähnlich. Hier sind die Aussichten für den Betreiber von „Dorsch Lederwaren“ wegen des Umbaus des Platzes so schlecht, dass dieser demnächst dichtmacht und raus aus der Innenstadt zieht, in die Boschstraße. Es seien zuletzt weniger als die Hälfte der Kunden wie vor der Baustelle gekommen, hieß es.
Geschäftsträchtiger scheint in Forchheim grundsätzlich das gastronomische Angebot zu sein. Die Bäckereikette „Der Beck“ eröffnete unlängst im Süden ein „Casa Pane“. Und auch die „Brot-Haus“-Macher aus Burgbernheim wollen im September am Forchheimer Bahnhofsplatz eine weitere Filiale in der Region eröffnen – mit je 100 Sitzplätzen innen und außen.
Schwester Namensgeber
Die Betreiber des Restaurants Maya sind mit dem Start am vergangenen Freitag erst einmal zufrieden. „Der Eröffnungstag am 17. war gut, der Sonntag ebenfalls“, sagt Almasalkhi. Das vertreibt die Gedanken an die Heimat Damaskus, wo noch viele Familienangehörige leben. Unter anderem die Namensgeberin der Forchheimer Neueröffnung. „Die Schwester meines Cousins heißt Maya“, verrät der Syrer.
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