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Viele Nachmieter gesucht
Forchheim: So steht es um die Leerstände in der Innenstadt
Innenstadt ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Wie ist die Lage in Bezug auf Leerstände in der Forchheimer Innenstadt? Wir haben es uns angeschaut. // Foto: Christian Martin
Forchheim – Wie viele andere Städte kämpft Forchheim mit leeren Geschäften in der Innenstadt. Der aktuelle Stand bei bekannten Leerständen und wie Citymanagerin Susanne Winter die Situation bewertet.

„Zu vermieten“ heißt es auf den Plakaten, dahinter leere Schaufenster – ein Anblick, den man immer wieder entdeckt, wenn man in der Forchheimer Innenstadt unterwegs ist. Oft dauert es viele Monate oder sogar noch deutlich länger, bis für eine Fläche ein neuer Mieter gefunden ist. Ein Problem, mit dem nicht nur Forchheim zu kämpfen hat, wie Citymanagerin Susanne Winter betont. Leerstände in der Innenstadt seien generell eine wachsende Herausforderung. Gründe seien zum einen strukturelle Veränderungen im Einzelhandel, aber auch ein verändertes Einkaufsverhalten. 

Einige Leerstände prägen schon seit einer ganzen Weile das Bild der Forchheimer Fußgängerzone, wie beispielsweise die beiden Ladenflächen in der Hauptstraße 32 und 35 mit jeweils über 300 Quadratmetern. Trotz der prominenten Lage gibt es aktuell keine konkreten Informationen dazu, dass dort zeitnah wieder Leben einkehrt. 

Leerstand Hauptstraße 32 ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Leerstand Hauptstraße 32 Forchheim // Katharina Steinhäuser

Neuer Leerstand in der Forchheimer Innenstadt

Auch der ehemalige Stoffladen „Fabric Base“ in der Hauptstraße 50 / Ecke Schlossergasse steht seit Sommer 2024 leer. Zunächst hatten zwei mögliche Nachmieter Interesse bekundet, wie Martina Hübner von der gleichnamigen Immobilienmarketingfirma mitteilt. Eine gastronomische Nutzung sei angedacht gewesen. Doch ein Mietvertrag sei letztendlich nicht zustande gekommen. Seitdem läuft die Suche nach neuen Mietern weiter. 

Hauptstraße 50 ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Der ehemalige Stoffladen „Fabric Base“ in der Forchheimer Haupstraße / Ecke Schlossergasse // Katharina Steinhäuser

Ein weiterer Leerstand ist vor Kurzem in der Hornschuch-Allee 2 dazugekommen. Dort war zuvor die Goldschmiede Schütze beheimatet gewesen. Ingrid Amtmann von Amtmann Immobilien, die für die Suche nach einer Nachfolge zuständig ist, kennt das Problem mit den Leerständen in der Forchheimer Innenstadt. Dennoch ist sie optimistisch, dass sich ein Nachmieter für die Fläche finden wird. Je nachdem, wie der Laden künftig genutzt werden soll, seien allerdings einige Umbauten nötig. Der 60 Quadratmeter große Laden an der Ecke ist auch bereits in der Leerstandsbörse der Stadt Forchheim gelistet. 

Leerstand Hornschuch-Allee 2, frühere GoldschmiedeForchheim & Fränkische Schweiz
Hier war bisher die Goldschmiede Schütze zu finden. // Foto: Sabine Weidinger

Café Foracheimer in ehemaliger Boutique Christine verzögert sich

An anderer Stelle hätte längst etwas Neues entstehen sollen: In der ehemaligen Boutique Christine in der Hauptstraße 46 sollte im Frühjahr ein Wiener Kaffeehaus eröffnen. Doch die Scheiben der Schaufenster sind noch immer zugeklebt. Bereits im Mai erklärte der zukünftige Betreiber Matthias Brichac, dass sich die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschieben werde. Als Grund nannte er damals unter anderem Verzögerungen bei beauftragten Firmen. Auch jetzt sei nicht absehbar, wann es so weit sein könnte. 

Frühere Boutique Christine Kaffeehaus ForacheimerForchheim & Fränkische Schweiz
Die frühere Boutique Christine in der Forchheimer Hauptstraße. // Foto: Katharina Steinhäuser

So ist die Lage am Paradeplatz

Auch bei Forchheims wohl berühmtestem Leerstand, dem früheren Rewe am Paradeplatz, bleiben die Türen wohl weiterhin geschlossen. 2021 war der Supermarkt bereits ausgezogen. Die Suche nach einer Nachfolge war bisher nicht von Erfolg gekürt. „Wir sind nach wie vor in Verhandlungen mit mehreren Interessenten“ hatte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein in einer Stadtratssitzung im März erklärt.

Um die Kosten für die ungenutzte Immobilie einzudämmen, habe man eine vorübergehende Weitervermietung geprüft und wohl auch einen Mieter gefunden. Wer die Flächen gemietet hat, blieb zunächst offen. Wenig später waren bei genauerem Hinsehen durch die Scheiben Aktenberge zu erkennen, die Räume würden von einer regionalen Firma als Lager genutzt, hieß es. Genauere Details dazu und ob der frühere Rewe weiterhin vermietet ist, dazu gab es seitens der Stadt bisher keine Auskunft. 

Eine gute Nachricht gibt es allerdings auch: Ein prominenter Leerstand am Paradeplatz gehört seit Juni erst einmal der Vergangenheit an. Die CSU Stadtversammlung und die Stadtratsfraktion haben die Räume übernommen. Das Büro soll unter anderem für Besprechungen und als Lager für Materialien von Infoständen genutzt werden. 

Citymanagement: „keine dramatische Entwicklung der Leerstände“ 

Insgesamt 28 Objekte im Bereich der Innenstadt stehen laut Citymanagerin Susanne Winter aktuell auf der Leerstandsliste. Zum Vergleich: Im Februar dieses Jahres waren es 26 Objekte. In der unmittelbaren Fußgängerzone sei derzeit „keine dramatische Entwicklung der Leerstände“ zu erkennen, so Winter. Zudem würden die Chancen für eine qualitätsvolle Nachnutzung der Leerstände an dieser Stelle sehr gut stehen. „Gerade von unseren touristischen Besucherinnen und Besuchern erhalten wir regelmäßig sehr positives Feedback zur Atmosphäre und Aufenthaltsqualität in der Hauptstraße“, betont Winter. 

Dennoch wünsche man sich natürlich eine positive Weiterentwicklung. Dazu stehe das Citymanagement in stetigem Austausch mit Immobilieneigentümern und Maklern und vermittle bei konkreten Anfragen. „Besonders wertvoll ist es, dass wir mittlerweile vermehrt frühzeitig über geplante Veränderungen wie Geschäftsaufgaben informiert werden. So können wir gemeinsam mit Eigentümern und Geschäftstreibenden rechtzeitig Lösungen erarbeiten und Leerstände im Idealfall vermeiden.“

 

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