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Grüner Daumen
Selbstversorger gibt Tipps aus seinem Garten
Markus Zitzmann baut in seinem Garten viel Gemüse an. Sobald es reif ist, landet es auf dem Essenstisch der Familie.Forchheim & Fränkische Schweiz
Markus Zitzmann baut in seinem Garten viel Gemüse an. Sobald es reif ist, landet es auf dem Essenstisch der Familie. // Petra Malbrich
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Bärnfels – Markus Zitzmann baut allerhand Gemüse an. Dabei kommen auch eher ungewöhnliche Hilfsmittel wie Kuhfladen und Brennesselsud zum Einsatz.

Markus Zitzmann pflanzt an, wo er Platz findet. So schlängeln sich Gurken zwischen Tomatensträngen, Kohl wächst neben Zuckererbsen, und die Melonen liegen dem Zuckermais zu Füßen. Der Gemüseanbau war vergangenes Jahr für Zitzmann der Ruhepol nach seinem Arbeitsalltag als Schlosser. Nun ist er Selbstversorger aus Leidenschaft.

Während sich in anderen Gärten die Tomaten und Gurken erst ausbilden, kann Zitzmann bereits ernten. Acht Gurken sind seine Ausbeute für diesen Tag. Fünf Kilo Tomaten hat die Familie schon verarbeitet. Dass er nun bereits reichhaltig ernten kann, hat zwei Gründe.

Tomaten bestäubt er selbst

Die Tomaten beispielsweise bestäubt er selbst. „Ich schüttle den Blütenstrang. Das bringt einen zehn Prozent höheren Ertrag“, sagt Zitzmann. Der Hauptgrund liegt an der Vorbereitung. Die beginnt für den Bärnfelser schon im Januar. „Da bereite ich die Erde und Beete vor und beginne im Februar, März mit der Aussaat“, berichtet Zitzmann.

Nicht täglich gießen

Bei jedem Einpflanzen gibt der 35-Jährige eine Handvoll Hornspäne und eine Hand voll Kuhfladen in Pelletform hinzu. „Das Gemüse gieße ich dann nur mit Brennesselsud und Regenwasser“, erklärt er. Aber er gießt nicht täglich. „Denn Tomaten dürfen ruhig ein bisschen hungern, um kräftigere Wurzeln zu bilden“, weiß der Selbstversorger.

Markus Zitzmann hat kürzlich Gurken geerntet.Forchheim & Fränkische Schweiz
Markus Zitzmann hat kürzlich Gurken geerntet. // Petra Malbrich

Auch kontrolliert er regelmäßig, dass seine Tomaten keinen Kalziummangel haben. Wenn es an der Stelle des Fruchtaustriebs herum schwarz ist, dann bestehe dieser Mangel.

„Wir essen gerne Gemüse“

Angefangen hat diese Leidenschaft mit dem Interesse am Selbstanbau. „Wir essen gerne Gemüse“, sagt Norbert Dippacher, Zitzmanns Schwiegervater und Gartenberater. „Es wird auch alles immer teurer“, fügt Zitzmann hinzu.

In einem Hochbeet hat er mit dem Anbau begonnen. Um das richtig zu handhaben, befragte er Josefine, die Oma seiner Frau. So eignete sich Markus Zitzmann das alte überlieferte Wissen an und führt die Tradition Selbstversorgung weiter.

Frisches wird haltbar gemacht

„Erdbeeren haben wir auch“, freut sich der vierjährige Elias. Natürlich bereitet Familie Zitzmann von dem frisch geernteten Gemüse Abendessen. Zucchini mit Hackfleisch gefüllt und Käse überbacken gab es vor zwei Tagen. Was nicht frisch gekocht auf den Tisch kommt, wird haltbar gemacht.

Die Zitzmanns kochen Tomatensoßen oder legen die Gurken ein. Der Kohlrabi wird geschnitzt und auch die Blätter werden eingefroren. „Wir gefrieren das roh und portionsweise ein“, sagt Zitzmann. Das sei einfacher und das Gemüse trotzdem noch frisch, wenn es im Winter auf den Tisch kommt.

Rest wird für Wintermonate vorbereitet

Außerdem isst die Familie gerne Bohnensalat. „Dafür kann ich keine eingemachten Bohnen verwenden“, sagt der Hobbygärtner. Der Kohl wird erst im Herbst erntereif und so ist bei der Gemüsevielfalt im eigenen Garten immer frisches gesundes Essen auf dem Tisch. Der Rest wird für die langen Wintermonate vorbereitet.

Doch damit ist die Arbeit im Garten nicht getan. Denn im Winter bereitet Zitzmann die nächste Aussaat vor, zieht aus den Samen die Pflanzen auf der warmen Fensterbank. Diese Samen gewinnt Markus Zitzmann direkt vom nun frischen Gemüse.

Einen Salat und Rettich lässt er aussäen und sammelt den Samen. Die Gemüsesamen werden getrocknet und in einem dunklen Behälter trocken aufbewahrt.

17 verschiedene Gemüsepflanzen

Bei den Tomaten nimmt er nicht die erste und nicht die letzte Frucht, sondern eine in der Mitte. Mit einem Löffel kratzt er das Fruchtfleisch heraus, legt die Samenkörnchen auf ein Küchentuch und lässt den Samen trocknen. Wenn dann im Januar in der Wohnung die ersten Pflanzen aus den Samen wachsen, freut sich Markus Zitzmann auf die Gartensaison.

17 verschiedene Gemüsepflanzen wachsen heuer in seinen Beeten und Gewächshäusern. Daneben noch Gartenkräuter, Erdbeeren und Obst von dem eigenen Apfel-, Kirsch-, und Pfirsichbaum.

Der Feind: die Nacktschnecke

Alles wäre bestens. Doch. „Einen Feind hat er“, wirft Norbert Dippacher ein. Heuer sind es die Nacktschnecken, vergangenes Jahr war er der Kohlweisling. Abschrecken lässt sich Markus Zitzmann davon nicht.

Er denkt sogar darüber nach, mit einem Freund mehr Selbstversorgung zu betreiben. Die Idee: Hühner und Ziegen holen.

 

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