0
Zu viele Vorurteile
Marktgemeinderat diskutiert mehr barrierefreies Wohnen
Diese drei Häuser in der Hauptstraße in Pretzfeld sollen zu barrierefreien Seniorenwohnungen umgebaut werden.Forchheim & Fränkische Schweiz
Diese drei Häuser in der Hauptstraße in Pretzfeld sollen zu barrierefreien Seniorenwohnungen umgebaut werden. // Karl Heinz Wirth
Signet des Fränkischen Tags von Karl Heinz Wirth
Pretzfeld – Zu teuer, schwer zu vermitteln: Diese Vorurteile äußern viele, wenn es um den Bau von barrierefreien Wohnungen geht. Dabei muss dringend ein Umdenken stattfinden.

Vielerorts ist der Wohnungsmarkt angespannt und gerade ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen haben es schwer. Es gibt zu wenig barrierefreien Wohnraum. Mit diesem Thema befasste sich das Ratsgremium der Marktgemeinde Pretzfeld.

Mehr barrierefreie Wohnungen seien auch notwendig für einen Kreislauf der Nutzung von Wohnraum, dass also zum Beispiel ältere Menschen ihre zu groß gewordenen Wohnungen oder Häuser an jüngere Menschen weitergeben. Barrierefreiheit sei Qualitätsstandard, von dem alle profitieren, meinte Bürgermeister Steffen Lipfert. „Wer heute etwas neu baut, mit Barrieren, macht seinen Job schlecht“, sagte er.

Vorurteile gegen barrierefreies Bauen

Noch viel zu häufig sei barrierefreies Bauen mit Vorurteilen behaftet, es sei zu teuer und schwieriger auf dem Markt zu vermitteln. Doch beides sei nicht zutreffend. Den Gemeinderäten lag ein Bauantrag zur Sanierung und zum Umbau von drei Häusern zu barrierefreien Seniorenwohnungen vor, mit Befreiung von der Sanierungssatzung „Ortskern Pretzfeld“.

Bereits im September 2022 hatte das Gremium dem Umbau eines ehemaligen Einfamilienhauses zum Zweifamilienhaus für ältere Menschen zugestimmt. Der erneute Bauantrag durch die Eigentümergemeinschaft bezieht sich auf die Hauptstraße 12, 14, und 16.

Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden

Das Vorhaben liegt im Sanierungsgebiet der Gemeinde. Hans-Jürgen Sauer vom Planungsbüro Sauer und Harrer erläuterte den Projektstand und stellte die weiteren Schritte vor. Das Vorhaben sei zulässig, wenn es sich nach seiner baulichen Nutzung in die nähere Umgebung einfüge. Dabei dürfte das Ortsbild nicht beeinträchtigt werden, erklärte der Planer. Insgesamt müssten auf dem Grundstück neun Stellplätze nachgewiesen werden, wovon zwei als Behindertenparkplätze auszuweisen seien.

Für die Bestandsgebäude wie für die neu hinzukommenden Wohneinheiten können die Abstandsflächen historisch bedingt nicht eingehalten werden. Deshalb wurde eine Abweichung bei der Bauaufsichtsbehörde beantragt, sagte Sauer. Aus Sicht der Verwaltung sind Versagungsgründe für das Bauvorhaben nicht ersichtlich. Die Gemeinderäte stimmten dann auch dem Antrag zum Umbau der drei Häuser zu barrierefreien Seniorenwohnungen einstimmig zu. Mit der Verwirklichung des Vorhabens werde das Ortsbild von Pretzfeld aufgewertet.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!