Zu viel Feinstaub liegt in der Luft. Das Umweltbundesamt (UBA) macht dafür die Holz- und Pelletsheizungen als Verursacher aus. Doch: „So gut wie im Moment war unsere Luft noch nie“, sagt Matthias Schneiderbanger. Der Forchheimer ist der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger der Schornsteinfegerinnung und kennt die erlaubten Werte genau. „Gerade bei Pellets sind die Staubwerte mit 0,02 Gramm Staub so niedrig“, betont Schneiderbanger, der deshalb mit Unverständnis auf die vom UBA aufgezeigte Problematik reagiert.
Lange galt Holz als ökologisch, doch nun wird vom Heizen mit Holz und Pellets abgeraten. Bei neuen Häusern sollen keine Kamine für Holzbefeuerungsöfen mehr eingebaut werden.
Ein Paradoxon, findet auch die Energiemanagerin Christine Galster vom Landratsamt Forchheim, werden doch gerade Pelletsheizungen mit 45 bis 55 Prozent für die Investition gefördert.
Es liegt an den Betreibern
Dass die Sache mit dem Feinstaub in der Realität anders ist und diese Öfen deshalb als wenig umweltfreundlich betrachtet werden, liegt an den Betreibern der Öfen.
Das beginnt schon mit der falschen Lagerung des Holzes, geht weiter mit zu großen Holzstücken, die falsch in den Ofen geschlichtet und dann auch noch in verkehrter Reihenfolge mit den falschen Hilfsstoffen zum Brennen gebracht werden.
„Qualm, Dreck und Rauch sind die Folge, ein Schwelbrand entsteht, wenn sie Luftzufuhr gedrosselt wird“, sagt Schneiderbanger. Dadurch entstünden mehr Immissionen.
„Wenig Umweltbelastungen entstehen“
Die Öfen und die Brennstoffe selbst seien durchaus umweltschonend und energiesparend, finden Galster und Schneiderbanger, gerade was die Pelletsheizungen oder Stückholz-Vergaserheizungen betrifft: „Sie sind so konzipiert, dass wenig Umweltbelastungen entstehen“, sagt Galster. Sind Feinstaubfilter nicht standardmäßig eingebaut, könne dieser nachgerüstet werden. Darüber hinaus gebe es innovative Biomasse-Anlagen, deren Feinstaubausstoß maximal zwei Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter betrage. Dort seien zusätzliche Filter eingebaut, was bei der Förderung zusätzlich berücksichtigt werde.
Wer nun einen älteren Ofen im Haus hat, der nachgerüstet oder ausgetauscht werden muss, habe es relativ leicht, denn zu beachten gebe es wenig: „Alle Öfen haben die Stufe 2“, sagt Schneiderbanger. Das heißt, sie halten die geforderten Werte ein. Allerdings rät der Bezirkskaminkehrer zu einem Ofen mit Speicherung. „Wenn der Ofen aus ist, wird es kalt“, sagt Schneiderbanger. Die Speicherung spare somit auch Geld.
Problem bei Häusern aus den 60er Jahren
Wird das Aus der Holz- und Pelletsöfen beschlossen, sehen Christine Galster und Matthias Schneiderbanger eine ganz andere Problematik: „Wenn kein Öl, kein Gas oder Pellets mehr benutzt werden dürfen, wie soll man dann ein Haus aus den 60er Jahren betreiben?“, fragt Schneiderbanger. „Mit irgendeiner Energie muss geheizt werden“, sagt Galster. Holz zähle zu den erneuerbaren Energien, sei CO2 -neutral und günstig.
Die Alternative wäre eine Wärmepumpe. „Diese ist nicht für jedes Haus geeignet und wird mit Strom betrieben“, sagt Galster. Woher kommt der Strom? Aus Kernkraftwerken aus Frankreich oder der Tschechei?
Nicht die Öfen sind das Feinstaubproblem. „Ein großes Problem für die Allgemeinheit wird es, wenn die Leute, das Holz falsch lagern oder verwenden“, betont Schneiderbanger. Wie es richtig geht, verrät jeder Kaminkehrer spätestens bei der Feuerstättenschau.
Wie wird der Ofen richtig befeuert?
Bezirksschornsteinfeger Matthias Schneiderbanger erklärt:
- Abgelagertes und trockenes Holz im Ofen aufschichten. Das Holz sollte in der Größe dem Feuerraum angepasst sein. Aus den Holzscheiten kein Indianerzelt bauen.
- Das Holz wird oben angezündet. Wenn es unten angezündet wird, gibt es Qualm und Dreck. Oben angezündet, spart man viele Immissionen.
- Zum Anzünden verwendet man kein Papier, sondern ein Anfeuerholz mit geeignetem Anzünder wie beispielsweise Holzwolle. Das Anfeuerholz wird in kleinen Kreuzchen oben auf den Holzstoß gelegt. So gibt es beim Anzünden keinen Rauch.
- Wird die Luftzufuhr gedrosselt, entsteht ein Schwelbrand, weil das Brennstoff-Luft-Verhältnis nicht passt. Das ergibt höhere Immissionen. Deshalb die Luft nach Bedienungsanleitung drosseln.
- Alte Kachelöfen haben einen Wirkungsgrad von 50 bis 60 Prozent. Die neuen Kachelöfen haben einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent. Das spart Holz und Geld.
Grenzwerte sind einzuhalten:
- Einzelöfen: 0,04 Gramm Staub und 1,25 Gramm CO 2 pro Kubikmeter, Mindestwirkungsgrad 80 Prozent.
- Pellet- und Holzheizungen: 0,02 Gramm Staub, 0,4 Gramm CO 2 . Der Wirkungsgrad spielt hier keine Rolle.
Vorträge Das Landratsamt bietet am 24. Februar einen Fördermittelvortrag zum Thema „Heizen mit Holz“ und ebenfalls zu diesem Thema am 24. März einen Online-Vortrag, wie richtig mit Holz geheizt wird. Zu finden sind diese Vorträge unter www.lra-fo.de/klima. Hier sind unter Termine die Vortragsprogramme gelistet.
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