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Mehr Platz und Ort zum Lernen
Neues Wasserrettungszentrum der DLRG Forchheim eröffnet
Am Naturgefahrenmodell erläuterten die Verantwortlichen die Auswirkungen von Hochwasser und Starkregen. Auch MdB Thomas Silberhorn (Mitte) und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (rechts daneben) zeigten sich interessiert.
Am Naturgefahrenmodell erläuterten die Verantwortlichen die Auswirkungen von Hochwasser und Starkregen. Auch MdB Thomas Silberhorn (Mitte) und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (rechts daneben) zeigten sich interessiert. // Barbara Hollfelder
Signet des Fränkischen Tags von Barbara Hollfelder
Forchheim – Auf der Schleuseninsel hat die DLRG in Forchheim ein neues Zuhause bekommen. Das bietet nicht nur Platz für Einsatzfahrzeuge, die zugehörige Wasserakademie dient künftig als außerschulischer Lernort.

Mit einem Festakt hat die DLRG Forchheim ihr neues Wasserrettungszentrum mit Wasserakademie eingeweiht. Rund 150 Gäste aus Politik, Blaulichtorganisationen und Vereinen kamen auf die Schleuseninsel, um die Fertigstellung des Projekts zu feiern, das vor allem durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher möglich wurde.

Bereits 2018 entstanden die ersten Ideen für den Neubau. Aus den damals kalkulierten Kosten von rund 170.000 Euro wurden bis zur Fertigstellung rund 900.000 Euro. Die reine Bauzeit betrug 19 Monate. Allein im laufenden Jahr leisteten Mitglieder der DLRG bis jetzt mehr als 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden auf der Baustelle.

Das hat das neue Gebäude der DLRG zu bieten 

Das neue Gebäude bietet Platz für Einsatzfahrzeuge, Schulungs- und Tagungsräume, Küche, Umkleiden und Sanitäranlagen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Jugendarbeit. Dafür entstanden unter anderem ein eigener Jugendraum und Übernachtungsmöglichkeiten. Zahlreiche Jugendliche halfen selbst mit beim Bau.

Zum Auftakt der Veranstaltung sorgte ein kleines Schauspiel für Schmunzeln. Dabei wurde die marode Situation des bisherigen Gebäudes dargestellt, für die zunächst niemand eine Lösung fand. „Dann hatten wir eine Idee, die Thorsten Glauber gehört hat – und was daraus geworden ist, seht ihr heute hier“, leitete Vorsitzender Maik Baumgarten seine Rede ein.

Einweihung in Forchheim: Glauber dankt Mitgliedern für Einsatz

Er dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz und bezeichnete das neue Zentrum als weit mehr als ein Gebäude aus Holz und Beton. „Es besteht aus Mut, Einsatzverantwortung, Ehrenamt und Durchhaltevermögen“, sagte er. Die DLRG sei damit für Rettungsdienst, Ausbildung und Jugendarbeit gut aufgestellt.

Wasserrettungszentrum Einweihung ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Das neue Wasserrettungszentrum wurde feierlich eingeweiht. // Foto: Barbara Hollfelder

Besonders wichtig sei ihm die neue Wasserakademie. Dort wolle man Menschen über Hochwasser, Starkregen, Trockenperioden und den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser informieren und sensibilisieren. „Wasser ist Leben – Wasser kann aber auch zur Gefahr werden“, sagte Baumgarten.

Umweltminister Thorsten Glauber erinnerte an die Herausforderungen der vergangenen Jahre und verwies auf die Bedeutung leistungsfähiger Hilfsorganisationen. Mit Blick auf das Pfingsthochwasser 2024 hob er den Einsatz der Retter hervor. „Die Einsatzkräfte sind 24/7, 365 Tage im Jahr verfügbar“, betonte er.

Wasserrettungszentrum: Finanzierung über Förderung

Glauber erläuterte auch die Finanzierung des Projekts. Möglich wurde die staatliche Förderung vor allem durch die Einrichtung der Wasserakademie als außerschulischer Lernort. Dort sollen künftig Schulklassen, Jugendgruppen und interessierte Besucher Wissen über Wasser, Hochwasserschutz, Starkregenereignisse und Wasserknappheit erwerben. Über dieses Förderprogramm konnte der Freistaat einen wesentlichen Teil der Finanzierungslücke schließen.

WasserrettungszentrumForchheim & Fränkische Schweiz
Thorsten Glauber (rechts) bei der Einweihung des neuen Wasserrettungszentrums in Forchheim. // Foto: Barbara Hollfelder

Auch Landrat Hanngörg Zimmermann würdigte das Engagement der Forchheimer DLRG. Bei rund 700 Mitgliedern, von denen mehr als die Hälfte jünger als 18 Jahre sei, stelle die Eigenleistung beim Bau eine außergewöhnliche Leistung dar. Das neue Zentrum sei ein wichtiger Baustein für den gesamten Landkreis. Und Oberbürgermeisterin Martina Hebendanz griff in ihrem Grußwort die Nähe der DLRG zum Wasser auf. Mit dem Neubau habe die Ortsgruppe „nicht nur einen gelungenen Startsprung hingelegt, sondern auch die richtige Bahn eingeschlagen“.

Vertreter des DLRG-Landesverbandes und des Bezirks Oberfranken betonten die enge Zusammenarbeit innerhalb der sogenannten Blaulichtfamilie. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen arbeiteten ohne Konkurrenzdenken Hand in Hand für die Sicherheit der Bevölkerung.

Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum bezeichnete die DLRG als wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Landtagsabgeordneter Michael Hofmann hob die Bedeutung des Ehrenamts hervor und dankte den vielen Helfern für ihren Einsatz. Einen Blick zurück auf die Entwicklung der Ortsgruppe warf Ehrenvorsitzender Udo Schönfeld. Anschließend segneten die Pfarrer Florian Stark und Knut Cramer Gebäude, Fahrzeuge und Gemeinschaftsräume.

Großes Interesse weckte ein neu entwickeltes Naturgefahrenmodell. Mit einer detailreichen Landschaft aus Klemmbausteinen lassen sich künftig Hochwasserereignisse und Schutzmaßnahmen anschaulich darstellen. Kinder drängten sich ebenso neugierig um das Modell wie Erwachsene. Umweltminister Glauber zeigte sich beeindruckt.

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