Das geplante Philosophenviertel auf dem ehemaligen Jahn-Gelände in Forchheim ist das größte Wohnbauprojekt der Stadtgeschichte. In dem innerstädtischen Wohnquartier sollen rund 600 Menschen ihr Zuhause finden.
Doch die neue Wohnsiedlung stößt auf massiven Widerstand: Die unmittelbar angrenzende Folienfabrik Loparex (ehemals Infiana) klagt nun gegen Baugenehmigungen der Stadt Forchheim im künftigen Philosophenviertel.
Darum geht es:
Der Streitfall wird am Donnerstag, 30. September 2021, um 10 Uhr, am Verwaltungsgericht Bayreuth verhandelt. „Hauptproblematik ist, ob der Lärmschutz gewährleistet ist oder nicht“, erklärt eine Gerichtssprecherin auf FT-Nachfrage. Die Forchheimer Folienfirma äußert schon seit 2018 Bedenken und befürchtet, künftige Anwohner des Philosophenviertels könnten aufgrund von Lärmbelastung gegen das Unternehmen vorgehen.
Streit um Philosophenviertel: Folienfirma sieht große Risiken
In einem Schreiben an die Forchheimer Stadträte sprach die Folienfirma (die vor der Übernahme durch Loparex noch unter dem Firmennamen Infiana firmierte) bereits 2019 von „Risiken, die unseren Bestand als produzierendes Unternehmen an unserem Standort in der Zweibrückenstraße ernsthaft und in einem nicht abschätzbaren Umfang gefährden.“
Jetzt hat die Folienfabrik die beschlossene Baugenehmigung angegriffen, beruft sich hierbei auf den Lärmschutz und zieht vor das Bayreuther Verwaltungsgericht gegen die Stadt Forchheim.
Stadt Forchheim: Lärmschutz würden in vollem Umfang eingehalten
„Der Stadt war es von Anfang an bei diesem Projekt wichtig, dass die Vorgaben des Lärmschutzes für ein allgemeines Wohngebiet in vollem Umfang eingehalten werden. Dies soll gesundes Wohnen in hohem Maß möglich machen und auch rechtliche Risiken für die benachbarten Bebauungen und Nutzungen ausschließen“, erklärt Stadtsprecherin Britta Kurth zum bevorstehenden Verfahren.
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Die Lärmsituation sei umfassend untersucht, bewertet und in den Planungen berücksichtigt worden. Aus Sicht der Stadt im rechtlich erforderlichen Umfang.
Aus Sicht des Klägers, der Folienfabrik Loparex, in unzureichender Weise. Der Hamburger Immobilieninvestor Dignus ist bei dem anstehenden Verfahren am Verwaltungsgericht Bayreuth als Beigeladener beteiligt. Denn es geht um dessen Baurecht auf dem Gelände des Forchheimer Philosophenviertels.
Das sind die Pläne für die Wohnsiedlung Philosophenviertel in Forchheim
Wohnflächen Auf den Sportflächen der SpVGG Forchheim und ATSV Forchheim soll ein hochverdichtetes innerstädtisches Wohnquartier mit circa 286 Wohnungen entstehen. Mit dem Philosophenviertel soll vor allem Wohnraum geschaffen werden. Von diesen Wohnungen sollen, wie mit dem Hamburger Immobilieninvestor Dignus ausgehandelt, 90 statt 72 Mietwohnungen im geförderten Wohnungsbau realisiert werden.
Kita Auf dem Areal soll eine Kindertagesstätte für einen ermittelten Bedarf von 148 Plätzen realisiert werden.
Arztpraxen Auch das Arbeiten im Quartier soll ermöglicht werden. Zur Belebung des Plangebietes soll in den westlichen Gebäuderiegel ein kleiner Nachbarschaftsladen einschließlich einer Bäckerei mit einem Café untergebracht werden. In diesem Gebäudekomplex ist verteilt auf zwei Etagen zudem die Unterbringung von Arztpraxen sowie ergänzend etwa eine Physiotherapie und eine Krankengymnastik vorgesehen.
Boardinghaus In den östlichen Gebäuderiegel in Richtung der benachbarten Firma Loparex wird neben Wohnungen auch ein Boardinghaus mit 70 Wohnungen integriert. Dort werden, ähnlich wie in einem Hotel, Zimmer oder Apartments vermietet.
Seniorenwohnen Im nördlichen Komplex soll Seniorenwohnen mit Anschluss an ein Pflegesystem sowie ein betreutes Wohnen ermöglicht werden. Dazu soll in diesem Bereich ein Nachbarschafts-Café für den stationären Mittagstisch kommen.











