Anwohner protestieren
Steht bei Moritz bald der nächste Funkmast?
Die Marktgemeinderäte wurden beim Ortstermin in Moritz von Anliegern mit einer Protestaktion gegen den Funkmastbau nahe ihres Dorfes empfangen.
Die Marktgemeinderäte wurden beim Ortstermin in Moritz von Anliegern mit einer Protestaktion gegen den Funkmastbau nahe ihres Dorfes empfangen.
Foto: Thomas Weichert
Moritz – Auf dem Gebiet der Marktgemeinde Gößweinstein schießen die Mobilfunkmasten wie Pilze aus dem Boden. Einer von elf soll bald hier stehen.

Elf solche neuen Sendemasten sind inzwischen geplant – nicht immer zur Zufriedenheit der Anwohner.

Protestierten die Kohlsteiner kürzlich gegen einen geplanten Sendemast nahe ihres Dorfes, regt sich nun auch Widerstand gegen den Bau eines 45 Meter hohen Sendemasten bei Moritz.

Anwohner protestieren

Den Ortstermin der Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Marktgemeinderats nutzten einige Anlieger, um mit Transparenten gegen den geplanten Funkmastbau zu protestieren. „Wir wollen keinen Funkmast. FFH-Gebiet – Mobilfunk ist Insektensterben – Danke!“ steht mit schwarzer Farbe auf Bettlaken gesprüht, die an einem Traktor hängen.

Besuch vor Ort

Um 17 Uhr hätten die Marktgemeinderäte nach Moritz kommen sollen. Der Besuchstermin verzögerte sich jedoch um eine Stunde, weil zuvor ein weiterer geplanter Maststandort nahe des Nachbardorfes Wölm im Wald in Augenschein genommen wurde, wo ebenfalls ein 45 Meter hoher Sendemast gebaut werden soll.

Bürgermeister beim Feuerwehreinsatz

Außerdem musste Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) zur gleichen Zeit kurzfristig als Feuerwehrmann zum Feldbrand bei Kleingesee mit ausrücken, weshalb Dritter Bürgermeister Manfred Hänchen (CSU) Ansprechpartner für die Bürger in Moritz war.


„Ich hätte schon gerne mit dem Bürgermeister gesprochen“, äußert sich Peter Sebald, der nächste Nachbar des geplanten Funkmaststandorts.

„Ich möchte nicht, dass der Bürgermeister seine Agenda mit den Funkmasten aufmacht und dann sagen kann: Es hat sich ja niemand gewehrt“, erklärt Sebald. In Moritz brauche man keinen Funkmast.

„Bei uns funktioniert der Handyempfang einwandfrei“

„Bei uns funktioniert der Handyempfang einwandfrei“, betont Sebald. Auf das Transparent angesprochen, erklärt Sebald, dass Insekten – vor allem Bienen – durch die Funkwellen in ihrem Verhalten gestört würden.

„Für die Bienen ist das wie eine Mikrowelle“, sagt Sebald. Wissenschaftlich sei dies auch bereits erforscht.

Viele Auflagen für FFH-Gebiet

In einem FFH-Gebiet gebe es unglaublich viele Auflagen, nur nicht für den Bau von Sendemasten. „Dass ein Mast bei Moritz kommen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, meint der frühere Pfarrsekretär. Und es hätte auch noch schlimmer kommen können, noch näher am Ort.

Standort bei Moritz

Der Bauamtsleiter Manfred Neuner erklärt, dass gegen den Standort bei Moritz eigentlich nichts spreche, außer, dass dieser im Landschaftsschutzgebiet liege.

Das FFH-Gebiet beginnt laut Neuner erst unweit des geplanten Standorts. Auch sei die Erschließung durch einen öffentlichen Feld- und Waldweg gesichert.


„Ich wüsste auch nicht, wie man einen Einwand begründen sollte“, sagt der CSU-Gemeinderat Hans Heckel, „stimmen wir nicht zu, ersetzt das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen.“

Für den Dritten Bürgermeister Manfred Hänchen ist die geplante Anzahl der Funkmasten nicht nachvollziehbar. Der Zweite bei Wölm ist nur 1200 Meter Luftlinie weg.

Einer stimmt gegen den Standort

Zusätzlich soll in der Gemarkung Behringersmühle dann ein weiterer Mast auf dem Schweigelberg gebaut werden. Die Mobilfunkbetreiber sollten einmal erklären, wieso sie eine so enge Funkmastdichte brauchen, fordert Hänchen, der dann auch als einziger gegen den Standort bei Moritz stimmt.

Funkmast bei Wölm

Dem Standort bei Wölm wurde unter der Bedingung zugestimmt, dass die Erschließung – sprich: die Zufahrt – gesichert ist. Dies sei bis jetzt dort nicht der Fall, hieß es.

 

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