Zukunftsträchtig
So sieht das Rathausquartier in Effeltrich aus
Der Siegerentwurf „Rathausquartier“ Effeltrich; unten die Forchheimer Straße mit der bestehenden Tankstelle (r.), links die Baiersdorfer Straße
Der Siegerentwurf „Rathausquartier“ Effeltrich; unten die Forchheimer Straße mit der bestehenden Tankstelle (r.), links die Baiersdorfer Straße
Foto: Repro: Gemeinde Effeltrich
Effeltrich – Die Gemeinde Effeltrich will eine „neue Mitte“ schaffen. Der Siegerentwurf unter 15 Wettbewerbsteilnehmern wurde nun gekürt.

Die Gemeinde Effeltrich will sich weiterentwickeln, und zwar behutsam und nachhaltig. Aus diesem Grund hatte die Gemeinde einen Wettbewerb ausgelobt, dessen Sieger nun gefunden ist.

Ein Preisgericht wählte den Sieger aus 15 Teams aus. Die Jury unter dem Vorsitz von Axel Lohrer kam zu ihrer Preisgerichtssitzung in der Turnhalle Effeltrich zusammen. Sie hatte über den Sieger für das Zukunftsprojekt „Rathausquartier“ Effeltrich zu befinden. Die Jury vergab den ersten Preis an Aro-Architekten Rintz und Quack GmbH Berlin.

Architektenbüros

Das Verfahren wurde als Ideen- und Realisierungswettbewerb mit 15 teilnehmenden Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern ausgelobt mit interdisziplinärer Aufgabenstellung und unter der Teilnahme von national und regional renommierten Büros. Katya Seydel vom Büro Quaas-Stadtplaner aus Weimar, die Betreuerin des Wettbewerbs, anonymisierte die Beiträge und prüfte sie auf Einhaltung der Formalien.

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Die Jury, die ihr Urteil in Bewertungs- und Besprechungsrunden fällte, wusste also nicht, welches Planungsteam die jeweiligen Entwürfe angefertigt hatte. Die Entscheidung fiel den Preisrichtern nicht leicht. Alle vergaben einstimmig den ersten, zweiten und dritten Preis. Bürgermeister Peter Lepper (FW) sieht den Entwurf des Siegerteams als Grundlage für die weitere Planung der neuen Mitte in Effeltrich.

Das heutige Rathausgrundstück wurde ursprünglich von der Obstbaumzucht- und Verkaufsgenossenschaft genutzt, und das davon nördlich gelegene Grundstück war früher ein Weiher, erzählte Bürgermeister Lepper den Gästen bei der Verleihung der Preise im Rathausfoyer. Heute befinden sich hier das Rathaus und ein Ärztehaus.

„Daran sieht man, dass nichts auf Dauer bleibt, sondern einem Wandel unterworfen ist“, führte der Bürgermeister aus, „hier entsteht ein Teil der Zukunft für Effeltrich, ohne mit den Traditionen unserer Gemeinde zu brechen.“

Im Foyer des Rathauses sind die zahlreichen Modelle und Pläne in den nächsten 14 Tagen ausgestellt, die eingereicht wurden. Jeder der 15 Vorschläge hatte das „Rathausquartier“ anders bewertet, sagt Lepper. Erfreulich sei, dass die Wettbewerbsteilnehmer hochwertige Ergebnisse vorgelegt hätten.

In markante Bereiche geteilt

Der Gewinnerentwurf teilt das Gesamtarbeitsgebiet in markante Bereiche, die in Lage und Stellung mit unterschiedlichen Baukörpern eine abwechslungsreiche Ansicht bilden sollen. Durch geschickte Knickungen der Hauptbaukörper wird zur neuen Mitte geleitet, wobei eine große Platane zum Höhepunkt eines zentralen Platzes werden soll.

Die Bauten in der Mitte übernehmen zum einen wichtige Adressen und schirmen gleichzeitig die dahinter befindlichen Wohnquartiere vom Lärm der Forchheimer Straße ab.

„Erdgeschossige Laden- und Gastronutzungen, die in diesem zentralen Bereich ausgewiesen werden, erzeugen eine glaubwürdige Lebendigkeit“, erklären die Architekten. Auf der Westseite ergänzen neue Wohnbauten die bestehende Siedlung, immer mit Abständen zum Bestand sowie zueinander.

Das Ärztehaus einbinden

Die große Schwierigkeit, das autark wirkende Ärztehaus mit einzubinden, gelinge durch das Aufbrechen allzu strenger Baulinien. So darf das Ärztehaus hinter dem neuen Baustein an der Kreuzung zur Dr.-Rühl-Straße hervorblitzen, wirke aber insgesamt sehr gut in das Gesamtkonzept integriert. Die Bauhöhen seien moderat trotz kräftiger Grundstruktur.

Alle Wege zwischen den Bausteinen führen zur neuen Mitte. Der Höhensprung im Gelände wird genutzt, um Parkflächen im Sockelbereich unterzubringen. Tiefgaragenstellplätze und Sockelgaragen entlasten die Freiräume. Die Dichte der Bebauung und die gute Nutzbarkeit schließen auf eine wirtschaftliche Umsetzung.

Insgesamt biete, so heißt es, die Arbeit ein intelligent angelegtes Strukturkonzept aus Bau- und öffentlichen Plätzen an. Öffentliche Plätze und kleine Plätze schaffen angemessenen Freiraum. Insgesamt wird die Arbeit als präzise entwickelter, unprätentiös wirkender Beitrag zur Entwicklung von Effeltrich gesehen, lautete das Fazit des Preisgerichts.

Die Flächenaufteilung

Die Flächenbilanz weist 21,8 Prozent öffentliche Verkehrsfläche, 10,1 Prozent öffentliche Grünfläche, 68 Prozent Nettobauland, 50 Wohneinheiten und 115 Stellplätze aus.