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500.000 Euro fehlen
So will Jahn Forchheim trotzdem den Umzug stemmen
Während der Fußballbetrieb in der Bayernliga Nord noch still steht, haben die Abrissarbeiten auf dem Jahn-Gelände bereits begonnen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Während der Fußballbetrieb in der Bayernliga Nord noch still steht, haben die Abrissarbeiten auf dem Jahn-Gelände bereits begonnen. // Sebastian Baumann
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Forchheim – Abrissarbeiten an der Jahnhalle, der Umzug des ATSV Forchheim - viele fragen sich, wie es bei Jahn Forchheim weitergeht. Nun gibt es eine Antwort.

Der Jahn aus Forchheim wird auf das ehemalige Gelände des VfB Forchheim ziehen - das ist sicher. Seit kurzem finden bereits die ersten Abrissarbeiten auf dem Jahn-Gelände statt: Die alte Kulturhalle und auch das Funktionsgebäude mit den Umkleiden werden dem Erdboden gleichgemacht. Auf dem Gelände entsteht mit dem Philosophenviertel ein neuer Stadtteil in Forchheim. In den 1920er Jahren errichtet und Anfang der 80er Jahre erweitert war die Jahn-Kulturhalle stets der zentrale Anlaufpunkt für den Verein und mit seiner markanten Form auch das Markenzeichen des Jahn-Geländes.

Der Trainings- und Spielbetrieb kann und wird auf dem Jahngelände stattfinden - trotz Abriss der Jahnhalle.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Trainings- und Spielbetrieb kann und wird auf dem Jahngelände stattfinden - trotz Abriss der Jahnhalle. // Sebastian Baumann

"Es war ja klar, dass die Halle irgendwann abgerissen wird", will Sportvorstand Uwe Schüttinger gar nicht viel Wehmut aufkommen lassen. Viel Zeit ist mittlerweile schon ins Land gegangen für den Verein und auch den Investor, bis es endlich losgehen konnten. Seit sieben Jahren wird mittlerweile geplant und verhandelt. Viele fragen sich, wie es mit dem Jahn weitergeht. Antworten gibt der Verein in einer Pressemeldung und verrät, warum auf einmal 500 000 Euro Unterfinanzierung aufgelaufen sind.

Seit sieben Jahren wird mittlerweile geplant und verhandelt. Jetzt startet zumindest der Abriss der Jahn-Halle.Forchheim & Fränkische Schweiz
Seit sieben Jahren wird mittlerweile geplant und verhandelt. Jetzt startet zumindest der Abriss der Jahn-Halle. // Sebastian Baumann

"Der Trainings- und Spielbetrieb kann und wird auf dem Jahngelände stattfinden - trotz Abriss der Jahnhalle - bis wir am neuen Standort spielen können. Natürlich soweit es von der Politik coronatechnisch erlaubt wird. Dazu stellt uns der Käufer auch den alten ATSV-Platz zur Verfügung", schreibt der Jahn in seiner Pressemitteilung. Auch die notwendigen Container für Umkleiden stellt der Käufer zur Verfügung. Sobald alle Genehmigungen vorliegen und ein paar rechtliche Dinge geklärt seien, stehe der Umsiedlung nichts mehr im Weg. Der Jahn hätte dann nicht nur ein neues und größeres Vereinsgelände, sondern wäre auch schuldenfrei aufgrund des Verkaufs des alten Geländes.

Bewegte Zeiten für Jahn Forchheim

Abgesteckt waren die finalen Rahmenbedingungen für den Traditionsverein bereits Ende 2019, doch dann kam Corona und auch der ausführende Architekt verstarb überraschend. Nach einer längeren Findungsphase wurde ein neuer Architekt gefunden und beauftragt, der allerdings schnell feststellte, dass die bisherigen Planungen auf eine Unterfinanzierung hinauslaufen. Archäologische Arbeiten und Auflagen sowie unerwartete Steuerzahlungen führten zu einer Summe von 500 000 Euro.

Neue Erkenntnisse

Deswegen musste der Verein umplanen und wird nun doch nicht das bestehende VfB-Heim abreißen. Als alternativlos hatte der verstorbene Architekt den Abriss hingestellt, jetzt hat sich aber herausgestellt, dass die bestehende Bausubstanz doch nicht so schlecht ist und weiter genutzt werden kann und auch genutzt werden soll. "Deshalb haben wir uns zu einer ,Zwei-Gebäude-Lösung' entschieden", schreibt der Verein in der Pressemitteilung. "Wir lassen das Altgebäude stehen, sanieren es in Eigenarbeit und stellen daneben den verkleinerten zweigeschossigen Neubau hin.

Im Neubau befinden sich die Kabinen für die Fußballmannschaften ,Großfeld', die Räume der Tennisabteilung, der Sportsaal und die Gastronomie. Im Bestandsbau planen wir die Verwaltung, das Archiv, die Außenbewirtschaftung mit Lager und Kühlung, die Registerräume für den Spielmannszug sowie die Kabinen für die Kleinfeldmannschaften, Bekleidungskammer und Besprechungs- und Schulungsraum. Unter dem Strich sparen wir uns Bau- und Abrisskosten im hohen sechsstelligen Bereich und haben sogar rund 300 Quadratmeter Nutzfläche mehr als bei der ursprünglichen Planung."

Der Abriss der Jahn-Kulturhalle in Forchheim hat begonnen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der Abriss der Jahn-Kulturhalle in Forchheim hat begonnen. // Sebastian Baumann

Der große Vorteil dieser Lösung ist auch, dass der Verein den Umzug schneller vorantreiben muss. Für das bestehende Gebäude können keine Fördergelder beantragt werden, sodass der Umbau sofort beginnen kann. Der Verein hofft diese Maßnahmen bis zum Umzug erledigt zu haben, notfalls kann der Jahn auch noch die Umkleidekabinen der nahen Sporthalle nutzen. Einzig bei den Parkplätzen besteht noch Nachholbedarf. 20 Plätze fehlen im Moment. Aber auch hier ist Jahn Forchheim optimistisch, dass zusammen mit Stadt und Landkreis eine Lösung gefunden wird.

Umzug im Herbst 2021?

Im Moment geht der Verein davon aus, dass die neuen Spielfelder im Frühherbst 2021 verfügbar sind und der Spiel- und Trainingsbetrieb dann in den Norden verlegen werden kann - aber unter provisorischen Bedingungen, da der Neubau wohl erst 2022 fertiggestellt sein wird. Inwieweit dann nur der Trainingsbetrieb am alten ATSV-Gelände erfolgen wird oder auch Spiele auf dem Platz hinter dem bestehenden A-Platz stattfinden werden, ist noch offen.

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