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Infrastruktur
Wird das neue Hallenbad „der große Wurf“?
Das bestehende Hallenbad in Gräfenberg wird nicht mehr saniert. Es wird einen Neubau an anderer Stelle geben.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das bestehende Hallenbad in Gräfenberg wird nicht mehr saniert. Es wird einen Neubau an anderer Stelle geben. // Petra Malbrich
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Gräfenberg – Jetzt ist es amtlich: Die Stadt baut ein neues Hallenbad. 2024 soll es bereitstehen. Die Baukosten sind jedoch enorm.

Wie geht es nach der Entscheidung im Forchheimer Kreisausschuss weiter mit dem Hallenbad in Gräfenberg? Dazu hatte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) kurz vor Weihnachten noch eine Sitzung einberufen. Das neue Bad wird wesentlich teurer als geplant.

Schon im März 2021 sagte der Kreis eine finanzielle Unterstützung von 1,1 Millionen Euro zu. Doch erneut stiegen die Kosten, und die Stadt Gräfenberg bat um weitere 530.000 Euro Unterstützung. Der Kreis kommt der Stadt nun mit einem Grundstückstausch entgegen.

Das Areal für das neue Bad gehört dem Kreis, das Grundstück für die offene Ganztagesschule (OGTS) der Stadt. Die Fläche des Landkreises ist erheblich größer. Den Differenzbetrag muss die Stadt nicht zahlen und spart damit viel Geld, so lautete die Kreisausschussentscheidung vergangene Woche.

Entgegenkommen gelobt

„Es ist nicht selbstverständlich, dass der Kreis diesen Zuschuss gibt“, betonte Kunzmann. Werner Wolf (FW) und der Grünen-Stadt- und Kreisrat Matthias Striebich lobten das Entgegenkommen. Für die Lebensqualität der Bürger sei das Hallenbad wichtig. Er, Striebich, hoffe, dass der Kreis die künftig von der Stadt fürs Bad aufnehmenden Kredite nicht blockiere. „Jeder Monat kostet Geld, wie man sieht“, meinte Striebich.

Als vorweihnachtliches Geschenk bezeichnete Zweiter Bürgermeister Hans Derbfuß (CSU) die Kreisentscheidung. „Für Gräfenberg und das Oberland ist das Bad der große Wurf. Wir hoffen, dass die Schulen ihre Zusagen einhalten“, sagte Derbfuß. Die das Bad nutzenden Schulen sagten zu, das auch weiterhin zu tun.

Das Bad, meinte Elisabeth Meinhardt (SPD), sei ein großer Grundstock für Gräfenbergs Infrastruktur. Mit diesen positiven Aussagen signalisierte der Gräfenberger Stadtrat zugleich grünes Licht für den Hallenbadneubau und stimmte zu, den Restbetrag für den Neubau selbst zu stemmen.

Seit 2018 wird an dem Bad geplant, daran erinnerte Kunzmann. Etliche Hürden mussten genommen werden. Der Neubau wird inzwischen auf sechs Millionen Euro Nettokosten beziffert. 1,1 Millionen steuert der Landkreis zu, mit 300.000 Euro wird der Abbruch des Hallenbads aus dem kommunalen Investitionsprogramm für Schulen (KIP-S) gefördert. Weitere 2,1 Millionen Euro erhält die Stadt aus dem KIP-Topf für den Ersatzneubau. Somit bleibt für die Stadt ein Eigenanteil von 2,8 Millionen Euro.

Stadt bleibt Bauherr

Die Sitzung war nun einberufen worden, weil die Stadt Bauherr des Hallenbades bleibt und der Bauherr wissen sollte, welche Kosten entstehen, damit das Kommunalunternehmen der Stadt (KUG), das mit dem Bau betraut wurde, das Bad auf den Weg bringen könne, betonte Kunzmann. „Wir sind uns einig, das Bad endlich auf den Weg zu bekommen, damit wir Anfang 2024 mit dem neuen Bad rechnen können“, sagte der Bürgermeister.

Fast 400.000 Euro hat die Stadt als Kreditaufnahme in ihrem Haushalt stehen. Das hat das Landratsamt nun genehmigt. Allerdings dürfen begonnene Maßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Zwei Bäder (daneben gibt es das Freibad) seien freiwillige Aufgaben, sagte Kunzmann.

„Wir sind nicht vom Landratsamt gewählt, sondern von den Bürgern“, sagte Striebich. Im Bürgerinteresse stünden die beiden Bäder. „Wir werden unsere Pflichtaufgaben in Sicht behalten“, ergänzte Striebich.

 

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