Josef Schmitt beunruhigen die steigenden Energiepreise. Um einen Teil seiner eigenen Stromkosten künftig besser voraussehen so können, will der Forchheimer eine Photovoltaikanlage auf seinem Hausdach am Paradeplatz.
„Ich sehe da vor allem meine Energiekosten und bin bereit zu investieren, damit ich besser kalkulieren kann“, sagt Schmitt. 19 Solar-Module hat er sich bereits beschafft, die er auf seinem Paradeplatz-Gebäude in der historischen Innenstadt anbringen will.
Mit seinen Photovoltaik-Plänen ist Schmitt in Forchheim nicht allein. Mehrere innerstädtische Hausbesitzer haben bei der Stadt Forchheim bereits angefragt, eigene Solarzellen installieren zu wollen. Doch der Haken: Der Altstadtbereich von Forchheim steht als Ensemble unter Denkmalschutz.
„Wenn bisher Anfragen für Photovoltaik in der Altstadt kamen, haben wir diese immer abgelehnt“, erklärt Pia Böhme-Rotgeri, die beim Stadtbauamt für Denkmalschutz zuständig ist. „Aktuell sieht man in Forchheim eine unverbaute Dachlandschaft. Wir wollen jedoch sicherstellen, dass auch in Zukunft Klima- und Denkmalschutz in Forchheim gemeinsam funktionieren.“
Zwei Lösungsvorschläge: Wie kann die Stadt Forchheim den Konflikt lösen?
Am Dienstag stellte Böhme-Rotgeri dem städtischen Bauausschuss zwei Lösungsansätze vor.
Eine Möglichkeit: Forchheim verbietet Photovoltaik im denkmalgeschützten Altstadt-Ensemble grundsätzlich. Forchheim könnte dann dem Beispiel der Domstadt Bamberg folgen und betroffenen Gebäudebesitzern im historischen Stadtkern stattdessen anbieten, sich im Gegenzug an anderen Photovoltaikanlagen der Stadtwerke zu beteiligen.
Die zweite Möglichkeit: Eine Forchheimer Gestaltungssatzung, die regelt, wie Solarzellen auf Dächern der denkmalgeschützten Altstadt möglich sind - und welche Photovoltaikanlagen ausgeschlossen sind. Moderne Solarzellen-Module können heutzutage beispielsweise unauffälliger in historische Dachflächen oder -traufen integriert werden.
„Selbst, wenn es künftig eine Satzung gäbe, wäre es jedoch immer eine Einzelfallentscheidung und bedürfe der Zustimmung der Denkmalpflege“, erklärt Böhme-Rotgeri. Das Wichtigste für das Forchheimer Altstadt-Ensemble sei, dass „das Erscheinungsbild so wenig wie möglich beeinflusst wird.“
Im Zweifelsfall könnten bei Photovoltaik-Dächern vorteilhafte Denkmalschutz-Fördermittel gekürzt werden. Zudem müsste der Brandschutz bedacht werden. „Bei Photovoltaik kann unter Umständen ein kontrolliertes Abbrennen nötig sein. Was ein Brandüberschlag auf andere Gebäude in der Altstadt bedeuten würde, darüber, möchte ich gar nicht nachdenken“, verdeutlicht Böhme-Rotgeri.
Forchheimer Bauausschuss ist unentschlossen
Im Bauausschuss fiel noch keine Entscheidung. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) tendiere persönlich mehr „zugunsten des Ensembleschutzes“.
„Um die Herausforderungen des Klimawandels zu schaffen, brauchen wir im ganzen Stadtgebiet mehr Photovoltaik-Anlagen“, meint SPD-Stadtrat Atila Karabag und plädiert für Einzelfallentscheidungen. Ebenso spricht sich FGL-Rat Emmerich Huber dafür aus, Solarzellen zuzulassen, „wenn diese nicht stören“.
CSU-Stadtrat Thomas Werner wäre es lieber, das „Herz der Stadt“ bei Photovoltaik-Anlagen „außen vor zu lassen“.
Stadtheimatpfleger warnt vor Solarzellen auf Forchheims schützenswerter Dachlandschaft
Forchheims Stadtheimatpfleger Dieter George sieht Photovoltaik im historischen Altstadt-Ensemble „mit großer Skepsis“ entgegen. Solarzellen könnten den Eindruck der historischen Dachlandschaft Forchheims im Ensemble zerstören.
George sieht die Gefahr, dass bei Einzelentscheidungen für Solarzellen Präzedenzfälle in der Altstadt geschaffen werden könnten. „Wir könnten dadurch mehr verlieren als gewinnen“, meint der Stadtheimatpfleger.
Die Strahlkraft der historischen Altstadt und seiner Dächer verdeutlichte George an einer Anekdote: Die Dachlandschaft Forchheims diente einmal sogar als Vorbild eines Hintergrund-Bühnenbildes bei einer Meistersinger-Aufführung der Bayreuther Festspiele.
„Wir sollten die energiepolitische Wende dort voranbringen, wo nicht ein anderes hohes Gut zerstört wird.“ George spricht sich daher für den „Bamberger Weg“ aus.
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