Mit einem Nutzungskonzept „Wohnen im Alter“ greift der Gemeinderat Langensendelbach eine zentrale Frage der Zeit auf. Die Machbarkeitsstudie des Mehrgenerationenprojekts hatte Bürgermeister Oswald Siebenhaar auf die Tagesordnung gesetzt. Ihm ging es darum, wie das ehemalige Bauhofgelände genutzt werden kann.
Das Nutzungskonzept sowie die Machbarkeitsstudie stellte das Büro Hilpert aus Fürth vor. Die Möglichkeit, dies auf dem 4500 Quadratmeter großen Gelände zu verwirklichen, sei optimal, sagte Bürgermeister Siebenhaar. Zentral gelegen mit der fußläufigen Möglichkeit für Einkäufe und Arztbesuche, soll hier ein Wohnkomplex entstehen.
In der vertrauten Umgebung
Dem Gemeinderat war es wichtig, dass möglichst viele ältere Bürger in ihrer vertrauten Umgebung so lange wie möglich bleiben können. Obwohl der Schwerpunkt auf die ältere Generation gerichtet ist, können auch junge Familien einziehen. Der Baukörper solle die Struktur der Umgebung aufnehmen, so die Planer. Barrierefreie Zugänglichkeit sei berücksichtigt worden. Da an dieser Stelle kein Bebauungsplan existiert, sind eventuell drei Stockwerke möglich.
Mit der Bezirksregierung von Oberfranken wurde besprochen, dass Gewichtung auf die Hauptzielgruppe Senioren keine negativen Auswirkungen auf die Förderungen hat. Gleichwohl wolle die Gemeinde für Familienwohnen aufgeschlossen und flexibel sein. Die Wohnungsgrundrisse werden demnach flexibel gestaltet. Sie sollen hohe Maßstäbe, Standards und Barrierefreiheit bieten, um die Qualität der Wohnungen zu gewährleisten. Weiter sollen die Bücherei, ein Lesecafé oder ein Begegnungsraum integriert werden. Räumlichkeiten wie Arztpraxis und Physiotherapie sind ebenfalls angedacht. Eine Apotheke wird aufgrund der geltenden Vorschriften schwer umsetzbar sein.
Zusätzlich ist eine Tagespflege im Gespräch, wofür noch ein Betreiber gesucht wird. Bürgermeister Siebenhaar teilte mit, dass in einer weiteren Sitzung die Tagespflege näher vorgestellt werden soll. In diesem Zusammenhang verwies Architekt Markus Hilpert darauf, dass in der Tagespflege nur Senioren mit Pflegegrad 2 ihren Platz finden werden. Ab Pflegegrad 3 sei ein Heimplatz unumgänglich. Hilpert machte darauf aufmerksam, dass es das Modell „betreutes Wohnen“ in Langensendelbach nicht geben werde, da es nur eine kurze Zeitspanne bediene.
Fest steht, dass die Gemeinde das Projekt und Grundstück nicht aus der Hand geben möchte, denn Wunsch und Ziel ist es, Eigentümer zu bleiben. Das Projekt mit Arztpraxis, Tagespflege sowie optimaler Raumnutzung seien stimmig. Einigkeit bestand im Ratsgremium, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Das Konzept der Machbarkeitsstudie wird nicht als starr und statisch betrachtet, vielmehr soll Transparenz walten, die zu anderen Erkenntnissen während der Projektphase führen können.
Signal aus Bayreuth ist eindeutig
Konkrete Kostenvorhersagen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Diese werden erst in der Projektphase mit potenziellen Partner festgelegt, was auch die Regierung in Bayreuth so sieht. Das Signal aus dem Bezirk war eindeutig: Um weitere Schritte einzuleiten, muss ein eindeutiger Grundsatzbeschluss gefasst werden. Für die Regierung in Bayreuth ist das erstellte Konzept absolut förderfähig, es wird in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde erarbeitet.
Ebenso bietet Architekt Hilpert seine Zusammenarbeit sowie eine Kostenaufstellung für die Kubatur des geplanten Projekts an. Das Ratsgremium beauftragte einstimmig Bürgermeister und Verwaltung für weitere Schritte. Genehmigt wurden die Machbarkeitsstudie und das Nutzungskonzept für das Vorhaben „Wohnen im Alter“.











